WÜRZBURG

So aß und trank man in den 60ern

Juliusspital 1961: Gerne trennte man früher einzelne Tische mit Gittern voneinander ab – der Franke ist halt gerne unter... Foto: Hans Heer

Wenn junge Menschen in den 60er Jahren abends ausgehen wollten, war das Angebot dünn gesät. Jugendkneipen und Diskotheken, so wie sie heute selbstverständlich sind, waren damals Mangelware, um nicht zu sagen: es gab sie nicht. Erst 1970 eröffnete mit dem Café Bundschuh das erste Lokal, das speziell die Bedürfnisse der Jugend bediente.

Da so etwas wie Szenekneipen nicht vorhanden waren, musste man sich eben anderweitig behelfen und die bestehende Gastronomie nutzen. So war, was wiederum heute unvorstellbar wäre, Würzburgs feinstes Hotel, der „Russische Hof“, eine wichtige Adresse für die Jugend: Denn hier gab es einen großen Saal, in dem immer wieder mal Livemusik-Veranstaltungen mit den ersten Würzburger Beat- und Rockbands stattfanden. Heute befindet sich in dem Gebäude an der Ecke Theaterstraße/Haugerpfarrgasse eine Fast-Food-Kette.

Mit dem Wirtschaftswunder under damit einsetzenden Urlaubswelle in den Süden fanden auch die Würzburger Geschmack an Pizza, Spaghetti und Lambrusco. So entstanden viele Pizzerien, von denen manche noch heute bestehen. So darf sich Würzburg sogar rühmen mit der „Blauen Grotte“ die älteste Pizzeria Deutschlands zu besitzen.

Wie anhand der Bilder auf dieser Seite ersichtlich ist, bemühten sich in den 60er Jahren manche Gastronomen um eine dem damaligen Zeitgeist entsprechende moderne Inneneinrichtung. Andere setzten auf eine traditionelle Einrichtung, vor allem Weinstuben und Speiselokale.

Erst in 70er Jahren setzte nach und nach eine Entwicklung ein, spezielle Lokale für jüngere Menschen zu schaffen. Es entstanden Diskotheken, Bars sowie Schüler- und Studentenkneipen.

ONLINE-TIPP

Mehr über die 60er Jahre und ein Gewinnspiel gibt es unter www.mainpost.de/diewilden60er

Nussbaumer 1969: Als „Milchbar“ war Nussbaumer in der Martinstraße ein beliebter Treffpunkt. Foto: Silvio Galvagni
Augustinerkeller: „In Aufmachung und Ausgestaltung zählt das neue Café zu den schönsten der Stadt“, schrieb die Zeitung... Foto: Hans Heer
Barbarossaklause 1963: Seit 1978 Würzburger Szenekneipe. Zuerst die „Waschküch“, heute das „Standard“. Foto: Hans heer
Ferdinandeum 1961: Keine Kneipe, aber ein typischer Partyraum für junge Menschen. HANS HEER Foto: Foto:
Himmelsleiter 1960: Heute befindet sich in diesen Räumen hinter dem Kaufhof ein indisches Restaurant. Foto: Hans Heer
Café Ludwig 1965: Das „Lu“ war in den 60er Jahren das beliebteste Tanzcafé in Würzburg. Foto: Hans heer
Pizzeria Bologna 1969: Auch in Würzburg hatte die italienische Küche schnell viele Liebhaber. Foto: Silvio Galvagni

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