WÜRZBURG

Mit Dreh auf Mainbrücke verabschiedet sich Musketier-Crew

Wenn Logan Lerman am Donnerstagmorgen über die Alte Mainbrücke reitet, gehen die Dreharbeiten für den Hollywood-Film „Die drei Musketiere“ in Würzburg zu Ende. Nach knapp zwei Wochen Ausnahmezustand können Autofahrer und Busfahrer wieder ihre gewohnten Routen nehmen.
Zurück ins 17. Jahrhundert: Auf der Alten Mainbrücke liefen am Mittwoch die Vorbereitungen für den Hollywood-Dreh. Foto: Norbert Schwarzott

Rund um die Brücke wird's am Vormittag nochmal eng; bereits ab 8 Uhr soll sie gesperrt werden. Kinder, die da noch zu Fuß unterwegs zur Schule sind, wollen die Filmleute persönlich über die Brücke geleiten. Das gilt auch für Fußgänger-Gruppen. Danach können sich Fußgänger auf Kosten von Constantin Film mit Taxen auf die jeweils andere Mainseite bringen lassen.

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Musketiere: Letzter Drehtag

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Im Bereich der Brücke kommt es zu Behinderungen: die Parkplätze auf der Ostseite der Dreikronenstraße zwischen Zeller Straße und „Am dicken Turm“ fallen bis 20 Uhr weg; die Regelung gilt auch für Parkplätze in der Saalgasse. Die Fahrspur in Richtung Friedensbrücke wird eingeengt; das betrifft auch die Burkarderstraße.

Hundert Komparsen

Gedreht wird am letzten Würzburg-Tag der Einzug von Held D'Artagnan nach Paris. Logan Lerman reitet vorbei an rund hundert Komparsen, die mittelalterliches Volk und Marktleute spielen. Links und rechts auf der Brücke sind große grüne Wände, sogenannte Green screens, aufgebaut. So kann dann am Computer problemlos Pariser Architektur in den Film eingebaut werden.

Am Mittwoch waren die Filmleute auf der Festung zugange – weitgehend abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Allerdings hatte Superstar Milla Jovovich alias M'lady de Winter über das Internet-Netzwerk Twitter ein Foto verbreitet, das sie in der Rolle der M'lady de Winter mit ausladendem Hut und üppigem Reifrock zeigt. Der viele Stoff reiche, um die Stühle eines kleines Theaters zu polstern, witzelt sie in einer Nachricht. Und weiter: Angesichts von zehn Fuß (drei Meter) Rock-Durchmesser drohe sie kaum durch die Tür und in die Kutsche zu passen.

Besuch am Set: Der Kindergarten St. Anna traf die königlichen Wächter.
Via Twitter hat auch die Redaktion versucht, Kontakt zu Jovovich aufzunehmen, auf dass sie ein paar nette Worte zu den Würzburgern sagt. Bislang vergeblich. Dicke Komplimente äußerte derweil Herstellungsleiterin Christine Rothe. Die Bevölkerung habe die Dreharbeiten „großartig unterstützt“ und die vielen Einschränkungen durch das Filmteam tapfer ertragen. Dafür sage man Dankeschön.

Einmal mehr lobte Rothe die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Schlösserverwaltung. Wegen des schlechten Wetters in der vergangenen Woche habe man den Drehplan immer wieder umwerfen müssen. Das habe auf allen Seiten große Flexibilität gefordert. „Würzburg bleibt bei uns allen in sehr guter Erinnerung.“ Auch bei den Hollywood-Stars? Orlando Bloom, Mads Mikkelsen oder eben auch Milla Jovovich hätten sich sehr wohl gefühlt, so der Eindruck der Herstellungsleiterin. Die Nähe zum Publikum am Residenzplatz habe ihnen durchaus gefallen. Belagert hätten sie sich nicht gefühlt.

Rothe schwärmte abschließend von den Dreharbeiten am Dienstag im Treppenhaus der Residenz. „Dieses Ambiente, dazu die tollen Kostüme, und das alles in 3-D, das wird ein toller Film“. Würzburg werde erkennbar sein.

Urlaub verschoben

Stolz dabei gewesen zu sein, empfinden auch die vielen Statisten. Manfred Lindner, Tausendsassa im Würzburger Seniorenbeirat, hat sogar seinen Urlaub in Italien verschoben, weil er als Minister am königlichen Hof entgegen erster Ansagen auch in der zweiten Drehwoche gefragt war. „Die haben schon überlegt, für mich ein Double zu besorgen“, lacht Lindner, „da wollte ich sie nicht enttäuschen.

Schwerer Stoff: Milla Jovovich bei Twitter. Foto: Screenshot: MP
Also hat Lindner seine Frau nach Rimini vorausgeschickt. Am Mittwoch ist er ihr nachgereist, um am Montag wieder zurückzukommen. Dann gehen die Dreharbeiten in Herrenchiemsee weiter – und Minister Lindner freut sich auf weitere Begegnungen mit Hollywood. „Die Filmerei macht einfach einen Riesenspaß.“

Die Constantin-Crew mit ihren rund 350 Mitarbeitern bricht im Lauf des Donnerstags Richtung Pommersfelden auf, wo Regisseur Paul W. S. Anderson weitere Szenen einspielt. bevor am Freitag erneut der Bamberger Domplatz im Drehplan steht.

 

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