WÜRZBURG

Mainfranken-Messe verwirrt Rad-Touristen

Die vier Radtouristen aus München stehen einigermaßen ratlos vor dem Schild am Biergarten Wasserhäusle auf den Mainwiesen: „Durchgang auf eigene Gefahr – Radweg gesperrt“ steht da zu lesen. „Sagen Sie mal, ist das hier nicht der Mainradweg?“ fragen sie einen Würzburger. „Und wo müssen wir jetzt langfahren?“
Wo müssen wir denn jetzt hin? Auswärtige Radtouristen werden ganz schön auf die Probe gestellt, wenn sie den Mainradweg im Bereich der Mainwiesen entlang fahren wollen.
Wo müssen wir denn jetzt hin? Auswärtige Radtouristen werden ganz schön auf die Probe gestellt, wenn sie den Mainradweg im Bereich der Mainwiesen entlang fahren wollen. Foto: Theresa Müller

So eine ähnliche Situation und hilflose Reaktionen auswärtiger Besucher erlebte Main-Post-Leser Matthias Hart auf dem Radweg zwischen Zell und Würzburg vor einigen Tagen. Die Trasse ist gesperrt wegen des Aufbaus der Mainfrankenmesse, die am 1. Oktober beginnt und am 9. Oktober endet. Und wo ist die Umleitungsempfehlung für die vielen Rad-Touristen?“ fragte sich der Würzburger.

Es geht nicht um irgendeine Trasse. Der Main-Radweg rangiert seit Jahren auf der Beliebtheitsskala auf Platz 2 bei einem Ranking des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs. Nur noch der Elbe-Radweg hat den Main-Radweg überholt. Der verläuft zwischen der Mündung des roten und weißen Maines bis ins hessische Wiesbaden. Und wird von tausenden Radlern gerne besucht.

Unübersichtliche Situation

Hart wandte sich an die Stadt Würzburg, vor allem, als er sah, dass auch von Würzburger Seite her die Situation in Richtung Zell in Höhe der Friedensbrücke unübersichtlich und nicht gerade touristenfreundlich war. Auch dort prangte kurz vor den im Aufbau befindlichen Hallen der Mainfrankenmesse das Schild „Radweg gesperrt“, eine Umleitungsempfehlung war nicht sofort erkennbar. Radler, die dort standen, sahen zu ihrer Linken nur noch steile Treppen vor sich. Und die mit Gepäck-Taschen hochsteigen?

Hart kontaktierte Werner Neun vom städtischen Straßenverkehrsamt. Der nahm sich der Sache an und löste nach wenigen Tagen zumindesten das Dilemma von Zeller Seite her. Der Wegweiser in Richtung Innenstadt, etwa 20 Meter vor dem Radweg-Gesperrt-Schild, zeigte verwirrend geradeaus, statt deutlich nach rechts abzuknicken hoch zur Mainaustraße. Städtische Arbeiter erledigten die Sache. Jetzt fahren Radtouristen am „Wasserhäusle“ gut ausgeschildert rechts hoch in Richtung Mainaustraße und stoßen dort auf einen neuen Wegweiser in Richtung Innenstadt.

Überraschung bei Ortstermin

Blieb noch die problematischere Ausfahrt aus Würzburg über den Viehmarktplatz in Richtung Zell. Bei einem Ortstermin mit Vertretern des Straßenverkehrsamtes und der Congress- und Tourismus-Zentrale kam Erstaunliches zu Tage: Der Main-Radweg führt nicht unten am Main entlang auf dem Radweg über die Mainwiesen und immer weiter am Fluss, sondern wird am Viehmarktplatz über Hinweisschilder nach oben zur Friedensbrücke und zum Radweg an der Mainaustraße geleitet.

Eine Überraschung, denn selbst eingefleischte ortskundige Radler dürften das so nicht realisiert haben. Radtouristen sollen schon seit etwa zwei Jahren diesen Umweg fahren, da es immer wieder Probleme mit Sperrungen auf der Mainwiese gibt. Günther Schulz von der CTW: „Wir haben so viele Veranstaltungen auf den Mainwiesen wie Africa Festival, Umsonst und Draussen und Flohmärkte, da haben wir uns dazu entschlossen, Radler gleich oben entlang zu führen.“ Auch der Allgemeinde Deutsche Fahrrad-Club war bei einer Begehung mit der Lösung einverstanden.

Die birgt allerdings nach wie vor Verwirrpotenzial. Wenn auswärtige Radfahrer von der Leonhard-Frank-Promenade in Richtung Mainwiesen fahren, stoßen sie auf den großen, unübersichtlichen Viehmarktplatz mit seinen Bäumen, geparkten Wohnmobilen, Autos und Reisebussen. Da gehen die kleinen genormten Radweg-Hinweisschilder leicht unter. Nach dem Ortstermin sind die Experten um Stadtsprecher Georg Wagenbrenner bereit, die Situation nochmal zu überprüfen, um den Main-Radweg für Radler narrensicher zu machen. Vielleicht auch mit Markierungen, glaubt Wagenbrenner.

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