WÜRZBURG

Mainfranken-Messe: 20 500 Besucher am Eröffnungswochenende

Von Austern bis zum Wunderkleber: Solche Angebote locken. 20 500 Besucher strömten am Eröffnungswochenende auf die Mainwiesen.
Künstler am Messer: Agron Bajrami mit dem modernen Gurkenhobel.
| Künstler am Messer: Agron Bajrami mit dem modernen Gurkenhobel.

Hier ein Kugelschreiber, dort ein Probehäppchen – und der erste Schoppen wird auch schon gekostet: Als sich die Ehrengäste am Samstag um 10 Uhr zur offiziellen Eröffnung treffen, haben die Schnäppchenjäger die Mainfranken-Messe schon in Beschlag genommen. Alle zwei Jahre lockt die Regionalschau mit ihrer Vielfalt aus Konsumgütern, Information und Unterhaltung. 20 500 Besucher zählte Veranstalter AFAG bereits am Wochenende auf den Mainwiesen – nicht zuletzt dank des sonnigen Herbstwetters. Die Messe dauert bis kommenden Sonntag.

Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Landtagspräsidentin Barbara Stamm würdigen die Schau als „Wirtschaftsschaufenster Mainfrankens“. Dass 70 Prozent der Aussteller aus der Region kommen, sei ein Ausdruck „großen Vertrauens“, betont Rosenthal. „Dabeisein ist alles“, dieses Motto gelte für die Unternehmen genauso wie für die Besucher, so Stamm. Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin warnt die CSU-Politikerin davor, die Wirtschaft durch zusätzliche Steuern zu belasten. Rosenthal unterstreicht die Exportabhängigkeit hiesiger Firmen. Europa stehe deshalb im Mittelpunkt der Würzburger Messe-Aktivitäten.

Auch der Bezirk Unterfranken präsentiert sich international. Die kulinarischen Beiträge aus der normannischen Partnerregion Calvados – darunter der gleichnamige Weinbrand und Austern – sind Legende. Besucherin Claudia Grohmann verbindet mit den Gourmet-Muscheln „Sand und Meer, Urlaub und ein wenig Dekadenz“. Sie lässt sich das Dutzend bei einem Gläschen Chardonnay schmecken. Ihre Begleiterin Susanne Schubert ist noch nicht so überzeugt. „Interessant“, kommentiert sie die Geschmacksprobe. Die beiden kommen regelmäßig auf die Messe. Was sie reizt? „Querbeet, die Mischung.“ Aus den Einkaufstüten der Damen lugt Weihnachtsschmuck heraus. Derweil treffen wir Horst Krause mit seiner Familie in den Hallen „Bauen und Wohnen“. Nach 30 Jahren will er die Heizung modernisieren. Schon fündig geworden? Krause: „Ich kaufe nichts, aber zur Information hilft mir die Messe weiter.“

So unterschiedlich die Motivation der Besucher, so verschieden ist sie auch bei den Ausstellern. Während Robert Grebner, der Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften (Fachhochschule), hofft, durch den Messeauftritt bekannter zu werden und zusätzliche Studenten zu gewinnen, wollen andere „nur“ verkaufen. Da gibt's den Stand mit „Wunderkleber“, eine Halle weiter den mit „Sensationsklebstoff“.

Da preist sich die türkische Region Antakya nahe der syrischen Grenze als günstige Alternative zu den Badeorten am westlichen Mittelmeer an, ein paar Meter weiter werben der „Naturpark Steigerwald“ und das „Liebliche Taubertal“. Lohnt es sich tatsächlich, bei Besuchern aus Mainfranken für Urlaub in Mainfranken zu werben? Sarah Guttenberger lacht. „Der Prophet zählt nicht so viel im eigenen Land“, sagt die Mitarbeiterin am Tauber-Stand. Immer wieder seien Besucher überrascht, wie schön es vor der Haustür ist. Multikulti wie die Tourismus-Branche auch das gastronomische Angebot. Es reicht von afrikanischer Gemüsepfanne, türkischem Döner, schottischem Whisky und den Austern bis zur Bioküche aus der Region. Kürbisschiffchen mit Zucchini-Honig-Gemüse finden am Herd von Gaststättenverband, Slow Food, Bund Naturschutz und Bauernverband reichlich Absatz.

Bleibt die Frage nach dem Gurkenhobel-Verkäufer als Sinnbild einer Regionalmesse. Auch dieses Geschäft ist moderner geworden. Agron Bajrami preist neben einem Schälmesser noch den „Riccioli“ an, einen Spiralschneider, der Kartoffeln und Zucchini zu wunderlichen Mustern verhilft. „Greifen Sie zu, greifen Sie zu, den gibt's nur hier auf der Mainfranken-Messe.“

Mainfranken-Messe

Die Messe auf den Mainwiesen dauert noch bis Sonntag, 6. Oktober. Öffnungszeiten: täglich 9.30 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene neun Euro; Rentner, Schwerbehinderte, Studenten und Schüler (ab 15 Jahre) zahlen sieben Euro. Eine Familienkarte (zwei Erwachsene und drei Kinder) kostet 19 Euro.

Angesichts nur weniger Parkplätze empfehlen die Veranstalter, den ÖPNV zu nutzen. An den Verkaufsstellen des Verkehrsverbundes Mainfranken gibt es eigene „Messetickets“. Wer diese kauft, zahlt nur den Eintritt, fährt aber kostenlos Bus und Bahn.

Messe-Programm am Montag und Dienstag (Auswahl): Der Bayerische Rundfunk bietet auf der Bühne in Halle 12 täglich von 10.30 bis 17.30 Uhr ein Info- und Unterhaltungsprogramm. Ab 12.05 Uhr wird von der Messe die Radiosendung „Mittags in Mainfranken“ live übertragen. Weitere Themen sind an diesem Montag „Autonome Drohnen“ (16.45 Uhr, mit dem Informatiker Sergio Montenegro), am Dienstag die „Forelle in der Küche“ (15.30 Uhr, mit Fischerei-Berater Wolfgang Silkenat) und „Wagners bewegte Zeit in Würzburg“ (16.45 Uhr, mit Ulrich Konrad).

Auf der Medienbühne in Halle 1/2 zeigt die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt an diesem Montag die Möglichkeiten von 3-D- Druckern („Fabrik für zuhause“, 10.30 Uhr).

Im Forum Gesundheitspark (Halle 13) stellt das Orthopädische Krankenhaus Schloss Werneck am Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils um 13 und 13.30 Uhr bei einer Live-Simulation neue Methoden zur Knie-OP vor.

Im Themenpark „Very British“ (Halle 25) tritt am Montag und Dienstag immer zur vollen Stunde der Singer-Songwriter Steve Reeves auf.

Am Infostand dieser Zeitung (Halle 14) beantwortet ein Redaktionsmitglied den ganzen Tag über Fragen von Leserinnen und Lesern.

Die Zukunft der Medien steht im Mittelpunkt des Standes der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) in Halle 1. Am Freitag, 4. Oktober, diskutieren dort um 13.30 Uhr über die „lokalen Medien in der digitalen Welt“ der BLM-Präsident und früherer Kultusminister Siegfried Schneider, FH-Vizepräsident Bernhard Arndt, Funkhaus-Geschäftsführer Kurt Schuhmann, TV-touring-Geschäftsführer Norbert Hufgard und Main-Post-Geschäftsführer David Brandstätter. Bei einer weiteren Diskussionsrunde um 14.30 Uhr geht's um die Medienkompetenz von Jugendlichen, unter anderem mit der BLM-Expertin Jutta Baumann, der Würzburger Medienpädagogin Ulla Kriebel und Christoph Kassulke des Spieleentwicklers „handygames“ (Giebelstadt).

Sport live: Würzburger Hockey-Spieler auf der Bühne der Fachhochschule.
| Sport live: Würzburger Hockey-Spieler auf der Bühne der Fachhochschule.
Orthopädie zum Zuschauen: OP-Schwester Doris Hart vom Krankenhaus Werneck.
| Orthopädie zum Zuschauen: OP-Schwester Doris Hart vom Krankenhaus Werneck.
Gefragte Messe: Strahlender Sonnenschein lockte die Besucher auf die Mainwiesen.
| Gefragte Messe: Strahlender Sonnenschein lockte die Besucher auf die Mainwiesen.
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