WÜRZBURG

Zwischen Windkraftwerk und Gurkenhobel

Die Mainfranken-Messe auf der Talavera, die am Wochenende ihren sonnigen Auftakt erlebte, bietet ein weites Spektrum an Waren und Dienstleistungen. Wie wär’s mit einem eigenen Windkraftwerk? Oder doch lieber der Gurkenhobel?
Auf ihre – oder besser auf anderer Leute Kosten – kommen die Besucher in Halle 26. Hier gibt es nämlich dreimal am Tag leckere Häppchen von Könnern, und das für umsonst. Zum Biokochen in der Ökoschauküche hat sich zusammengetan, was längst zusammen gehört: der Hotel- und Gaststättenverband, die Genießergilde Slow Food, Naturschützer und der Bayerische Bauernverband.

Die Kochkünstler zaubern dreimal am Tag auf den Tisch, was in der Region natürlich wächst. Am Sonntag stand Meister Richard Huth vom Würzburger Wein- und Speisehaus „Zum Stachel“ am Herd, der schon lange die Bio-Küche pflegt. Das Warten hat sich gelohnt: Es gab geschmorte Keule vom Franken-Zicklein mit Quitten-Vollkornbrot-Knödeln und Blaukrautsalat. Alle Rezepte der Bioküche gibt es auch als Heftchen zu mitnehmen.

„Wer schmeißt denn da mit Lehm? Der sollte sich was schäm?...“ Der Mann heißt Klaus Köhler, doch zu schämen braucht er sich nicht. Er steht für die Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB in Halle 2, wo auch Afrika zu Gast ist. Er war ein Jahr lang in Würzburgs Partnerdiözese Mbinga in Tansania, hat dort in einer Schule unterrichtet, Hausmeisterdienste gemacht und den Dorfbewohnern beim Herstellen von Lehmziegeln geholfen. Um für die gute Sache Werbung zu machen, verschenkt Köhler die Tonziegel mit dem Zeichen der KAB. Vielleicht kann man sie als Briefbeschwerer verwenden. Oder als Weihnachtsgeschenk.


Wer ein kleines Päuschen einlegen möchte, dem sei der Stand des Fränkischen Freilandmuseums in Halle 11 empfohlen. Von Ulrike Rothaug kann man sich auf die Strohmatratze im alten Kastenbett legen und sich dabei erzählen lassen, wie das Museum das bäuerliche Leben auf dem Land, wie es früher einmal war, wieder lebendig werden lässt. Im Museum selbst kann man an diesem Samstag das Stuhlflechten erlernen.

Wer Cremes benutzt, ist immer irgendwie der Angeschmierte. Doch Vesna Sabljo aus Nüdlingen hat in Halle 17 mit ihrem Stand TerraPlus nicht nur etwas zum Gesichtsauffrischen zu bieten. Hier bekommt man auch testweise die Schuhe geputzt, und das, so verspricht sie, mit einem reinen Naturprodukt aus Jojobaöl und Pflanzenextrakten. Man sollte den Kauf aber rechtzeitig angehen, denn angeblich reicht so eine Dose 20 Jahre, ein durchschnittliches Leben 79,9 Jahre. Nicht dass am Ende noch was in der Dose übrig bleibt.
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