SCHWEINFURT

„Karne-Wahl“ mit Gestaltungskunst beim blauen Dunst

Bunte Mützen hier, farbige Haare dort: Die Verkleidungs-„Wut“ der erwachsenen Zuschauer des Gaudiwurms hielt sich selbst am Faschingsdienstag in Grenzen, und so waren es hauptsächlich die Kleinen am Straßenrand, die das große Spektakel als Eisbären, Bienchen, Cowboys, Clowns oder Prinzessinnen anschauten.
Mit Nasenring.
Foto: FOTO Ruppert | Mit Nasenring.

Dass sich nur wenige ausgewachsene Sträflinge, Teufel oder Bastrock-Träger sehen ließen, tat freilich dem Interesse am Faschingsumzug keinen Abbruch. Überall in der Innenstadt wartete das Volk in Dreier- oder sogar Viererreihen auf das närrische Treiben, und daran änderte auch der zum Glück erst gegen Ende des Zuges in Strömen niedergehende Regen nichts.

Die Aktiven dankten es, indem sie sich mit viel „Helau!“, immer wieder Süßigkeiten, fetziger Blasmusik, sehr einfallsreichen Motiv-Wägen und in hübschen Kostümen – nicht nur der Gardemädchen – präsentierten. Thematisch ging es um das strenge bayerische Nichtraucher-Schutzgesetz, aber auch um den Leidensdruck der Bürger beim Geld oder um die Kommunal-Wahlen. So sperrte der Automobilclub „ACV“ die Anbeter des Blauen Dunstes in ein ziemlich enges „Freilaufgehege“, während die Bürgervereine der Stadt klar stellten, dass Feiern mit Rauchern verboten seien, aber nicht nur Narren stets arbeiten und zahlen dürften.

„Wir haben weder Knut noch Flocke, dafür Hilde mit der Socke“, dichtete Künstler Alexander Ziegler über das berühmte Rhönschaf. Zur „Karne-Wahl“ im März lud die Bercher Mee Elf, und der Frauenbund von dort bat gar unter seine karierten Bettdecken. „Merkel, die alte Fledermaus, saugt uns noch das Konto aus“, schimpften dagegen die Furcht erregenden Vampire aus dem Schloss von Unterspiesheim.

Ebenfalls von dort und ebenfalls mit äußerst aufwändig gestaltetem Wagen kam die KLJB-Jugend. Der Bahn-Streik war ihr Thema, in Szene gesetzt mit einem historischen Schienen-Wagen. Selbstverständlich saßen darin Raucher, und mit einem überdimensionalen Kohle-Vorrat vorneweg verdeutlichten die Aktiven, wie sehr sie auch sonst qualmen wollten. Verdient gewann dieser Beitrag die Prämierung der schönsten Darbietungen unter den 60 Gruppen des Zugs. Auf den zweiten Platz kam der KV-Rot-Weiss-Frankenwinheim, dessen Bauern auf einem riesigen Bullen die Frau suchten, zur Melodie „Komm hol' das Lasso raus!“. Dritte wurde die Fuß-Gruppe Heidenfeld mit ganz tollen Schuhcreme-Negern.

Online-Tipp

Viele weitere Artikel und Bilder zum Fasching in Franken unter www.mainpost.de/fasching

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