WÜRZBURG

Das Auge immer gut im Blick

Augenerkrankungen nehmen mit dem Älterwerden zu. Augenärzte fordern regelmäßige Kontrollen spätestens ab dem 60. Lebensjahr, denn, rechtzeitig erkannt, können viele Erkrankungen gut behandelt oder erfolgreich operiert werden. Fortschreitend und noch unheilbar ist jedoch die „Altersbedingte Makula-Degeneration“, abgekürzt AMD. Dabei gehen Sehzellen in der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen ermöglichen, zugrunde. Die AMD ist eine der Hauptursachen schwerer Sehbehinderung, etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen.

Vor 20 Jahren erhielt Prof. Dr. Siegfried Hünig die Diagnose „beidseitige trockene AMD“. Die chronische Erkrankung sei nicht aufzuhalten, erfuhr er, über Vorbeugung und Behandlungsmethoden war wenig bekannt. Das war erst mal ein Schock für mich, erzählt der renommierte Wissenschaftler. So habe er angefangen, sich selbst kundig zu machen.

Hünig, Jahrgang 1921, ist Chemiker. Er und seine Frau stammen aus Dresden. Nach dem Krieg habilitierte er sich in Marburg und erhielt einen Ruf nach München. 1961 wechselte er nach Würzburg, wo er bis 1988 das Institut für anorganische Chemie leitete. Für seine Forschung wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er reformierte das Studium, begleitete den Umzug des Instituts zum Hubland und förderte die Zusammenlegung chemischer Institute zu einem Chemiezentrum.

In seinem Arbeitszimmer türmen sich Fachbücher und Ordner, darunter auch viele Akten über seine Augenerkrankung. Seit 20 Jahren sucht er in der Unibibliothek, durchforstet Fachmagazine und erhält regelmäßig über Internet neueste Erkenntnisse, die er für sich auswertet. So ist der heute 93-Jährige zum Spezialisten geworden. In seinem Ratgeber „Sehschäden im Alter vorbeugen und mildern“(aktualisiert 2013) sind Informationen und Empfehlungen zusammengefasst, im Internet (Stichwort „Hünig Sehschäden“) abrufbar. Für die Entstehung von AMD, gebe es unterschiedliche Risiken: neben den gegebenen Faktoren, wie Gene, steigendes Alter, ein heller Hauttyp oder blaue Augen, auch solche, die man durch gesunde Lebensführung beeinflussen kann, wie etwa hoher Blutdruck, Diabetes oder schlechte Blutwerte. Nachweisbar schädlich seien das Rauchen und Mangel an Bewegung. Für den Speiseplan empfiehlt Hünig viel grünes Gemüse und fetten Fisch (Hering, Makrele, Lachs oder Thunfisch). Und ganz wichtig sei, so betont er, die Augen vor schädlicher Sonnenstrahlung zu schützen, nicht nur durch eine hübsche Modebrille, sondern möglichst effektiv mit Sonnenbrillen, die nicht teuer sein müssen, aber vollständigen UV-Schutz (bis 400 nm) bieten, mit verstärkter Blaufilterung und Blendschutz.

„Mein Hauptanliegen ist die Prävention“, erklärt der Professor. „Die Gesellschaft altert. Damit wir möglichst lange selbstständig leben können, müssen wir unsere Augen schützen und alles tun, um sie gesund zu erhalten.“ Auch er selbst hält sich diszipliniert an die Regeln.

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