Mit Gelassenheit durch das Jahr

Yoga eignet sich gut für Junggebliebene ab 55. Das bietet Dagmar Feser seit einem halben Jahr in der Würzburger Yogalounge an. Ihre Oma brachte sie auf die Idee: „Sie hat Arthrose. Darum legte ich ihr Yoga ans Herz.“ Nun, die Großmutter nimmt noch immer nicht an den Yogastunden ihrer Enkelin im ehemaligen Mozart-Gymnasium teil. Aber dafür ihre Großtante Ellen Feser. Vier weitere Frauen, ausgestattet mit Trainingshose und T-Shirt, sind diesmal zur Yogastunde erschienen. Auch ein Mann ist dabei: Werner Braun.

Das alte Jahr, das wie immer viel zu schnell enteilt ist, war für Werner Braun eines ohne allzu viel Bewegung. „Früher habe ich gern Sport getrieben“, gibt der 63-Jährige zu. Tennis zum Beispiel. Irgendwann spielte der Körper nicht mehr richtig mit. Braun musste mehrere Brüche kurieren lassen. Danach blieben sportliche Aktivitäten eine ganze Zeit lang auf der Strecke. Im neuen Jahr möchte Werner Braun wieder körperlich fitter werden. Die spezielle Art von Yoga, die Dagmar Feser in der Yogalounge anbietet, kommt ihm und den anderen Teilnehmern entgegen. Denn sie eignet sich auch für ältere Menschen und Ungeübte sehr gut. Wie stets beim Yoga geht es auch hier um die Einheit von Körper und Geist. Allerdings können die einzelnen Übungen jeweils individuell variiert werden. „Jeder Kursteilnehmer kann sie also an seine Bedürfnisse anpassen“, erläutert die Yogalehrerin.

Ellen Feser hofft, durch diese spezielle Yoga-Art mittelfristig ihre Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Ebenso wie Werner Braun nimmt auch sie heute erstmals am Unterricht ihrer jungen Verwandten teil. „Im Vorfeld war ich ein bisschen aufgeregt“, gibt die 74-Jährige zu.

Ist ihr Körper noch biegsam genug? Wird sie sich bei irgendeiner Übung dumm anstellen? Wird sie mithalten können? „Solche Fragen stellen sich die meisten Teilnehmer am Anfang“, lacht Dagmar Feser. Doch die Sorgen sind bald verstreut. Denn die Übungen sind einfach. Und wer nicht mehr kann, setzt aus: „Hier geht es nicht um Leistung. Denn Yoga ist kein Sport. Man muss niemandem etwas beweisen.“

Alle Senioren sind angetan von der jungen Frau, die mit angenehmer Stimme durch die Stunde führt. Das beginnt mit Entspannungsübungen. Ganz ruhig sollen die Teilnehmer werden: „Jetzt ist keine Einkaufsliste mehr wichtig. Es ist ganz egal, wer anzurufen versucht“, souffliert Feser. Gar nicht so einfach, störende Gedanken auszuschalten. Doch die Senioren wollen es versuchen. Sie schließen die Augen und spüren in sich hinein. Nachdem sie entspannt sind, geht es an die Atemübungen. „Die spielen im Yoga eine wichtige Rolle“, sagt Feser. Ganz bewusst wird tief ein- und ausgeatmet.

Es ist ausreichend Zeit, die einzelnen Asanas, wie die Übungen beim Yoga heißen, zu lernen. Sitzen die Atemübungen, werden sie mit verschiedenen Körperbewegungen kombiniert. Beim Ausatmen etwa werden die Knie in Rückenlage von den Amen zur Körpermitte herangezogen. Beim Ausatmen strecken sich die um die Knie gespannten Arme wieder. Danach geht es an die Füße, „die wir im Alltag so sehr vernachlässigen,“ so Feser. Am Ende fühlen sich alle Teilnehmer ruhig und gelassen, gleichzeitig vital und voller Kraft.

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