Wieder mehr Lust auf Selbstgemachtes

Warum sollten wir etwas selbst herstellen, wenn es doch genügend industrielle Produkte gibt? Günstige Fertigwaren kann man überall kaufen, selbst zu kochen wird allmählich zum Luxus und über das Internet bestellen wir immer mehr Dienstleistungen.

Was in der schönen neuen Welt verloren geht, ist die persönliche Note, das, was ein Produkt, ein Geschenk so einzigartig und wertvoll macht. In einem selbst bestickten Kissen, zum Beispiel, steckt Erinnerung, die hausgemachte Suppe ist allemal frischer und gepflückte Feldblumen duften oft besser als Rosen aus Übersee. Den meisten jungen Menschen fehlt aber heute die Zeit, kreativ zu werden. Um so lieber besinnen sich die Älteren auf Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie von den Eltern und Großeltern gelernt haben. Traditionelle Kuchen oder selbst bereitete Mayonnaisen haben Konjunktur, Handarbeiten oder kreative Bastelarbeiten für die Enkel werden zum Hobby und kaum eine Freundin, die nicht ihre eigenen Marmeladen, Backwaren oder Säfte auf den Tisch bringt, von denen der Gatte dann zufrieden sagt: Sie schmecken einfach besser.

Voll im Trend liegt sogar die eigene Herstellung von Kosmetikartikeln. Mit natürlichen Rohstoffen und ein bisschen Fantasie kann jeder hochwertige und individuelle Kosmetika herstellen, die sich in Aussehen, Konsistenz und Wirkung unwesentlich von gekauften Produkten unterscheiden. Von früher wissen viele noch, dass eine einfache Haarkur, mit guten Ölen, Honig, Eigelb, Bier oder Sahne, das Haar kräftigt und zum Glänzen bringt. Eine neue Idee, auch als Geschenk im hübschen Glas, ist die selbst gerührte Hautcreme. Sie hat den Vorteil, dass man sicher weiß, was drin ist, und nur gute Substanzen verwendet werden. Im Internet, Stichwort „Hobby-Kosmetik“, finden sich weitere Tipps zum Ausprobieren. Für Einsteiger einfach nachzuvollziehen ist ein Hautcreme-Rezept, das wir bei den Baden-Württemberger Wissenstagen in Neuenburg (Institut Dr. Flad) ergattern konnten.

Rezept für eine Hautcreme

Zutaten: Man braucht dazu die Mikrowelle, zwei 250 ml Bechergläser, einen Glasstab und Siedesteinchen (sie helfen zu vermeiden, dass man sich verbrüht). Die Zutaten: 12 g Pflanzenöl, dazu aus der Apotheke: 5 g. Tegomuls 90 S (es wirkt emulgierend), 4 g Cetylpalmitat (es ist im tierischen Wachs Walrat natürlich enthalten und wirkt als Konsistenzgeber); außerdem 63 g Wasser sowie Parfümöl im Lieblingsduft.

Arbeitsanleitung: Pflanzenöl, Tegomuls und Cetylpalmitat in ein 250 ml Becherglas einwiegen. Wasser und Siedesteinchen in ein weiteres Becherglas geben, an den Rand des Glasdrehtellers in die Mikrowelle stellen, auf 800 Watt sowie zwei Minuten stellen und starten. Sobald das Wasser siedet, den Becher mit Schutzhandschuh herausnehmen. Jetzt das Glas mit dem fetthaltigen Gemisch auf den Rand des Drehtellers stellen und mit der gleichen Temperatur zwei Minuten lang zum Schmelzen bringen. Vorsichtig herausnehmen und das Wasser, unter ständigem Rühren mit dem Glasstäbchen, langsam dazugießen. Dabei bildet sich eine Emulsion, der kurz vor dem Erkalten noch etwa drei Tropfen Parfümöl zugegeben werden. Fertig. Viel Spaß beim Ausprobieren. TEXT: elo

Mehr Anregungen zum Thema: FORUM 55 Main-Post Berner Straße 2 97084 Würzburg, E-mail: forum55@mainpost.de

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