LKR. BAD KISSINGEN

Es gibt gute Beispiele

Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. So gibt es in ländlichen Regionen, die in der Vergangenheit noch durch gegenseitige Hilfe und Unterstützung geprägt waren, immer weniger Mehr-Generationen-Familien. „Auf diesem Hintergrund ist es wichtig, für die Zukunft verstärkt sozial-strukturelle Projekte zu entwickeln und zu fördern, die soziale Beziehungen und zwischenmenschliche Wertschätzungen revitalisieren und steigern“, so Georg Schulz-Hertlein vom Netzwerk Bürgerengagement im Landratsamt Bad Kissingen.

Ein solches Projekt stellte Gastreferentin Bianca Fischer-Kilian von der Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land auf einer Informationsveranstaltung für Seniorenbeauftragte und -beiräte in Bad Kissingen vor. Die 38-jährige frühere Versicherungsangestellte pflegte über Jahre ihre Eltern und stieß dabei immer wieder auf Grenzen und Lücken bei der Unterstützung für Senioren, die zuhause leben wollen.

Während ihrer Elternzeit suchte sie nach Mitstreitern für die Idee einer Seniorengemeinschaft und gründete einen entsprechenden Verein. Der ist eine Erfolgsgeschichte: Innerhalb von drei Jahren ist er auf 343 Mitglieder angewachsen. „Die Mitglieder bringen sich individuell mit ihren Fähigkeiten und Interessenslagen ein und fördern damit die Aktivität im Alter“, so Fischer-Kilian.

Der Verein selbst ist ehrenamtlich organisiert. „Regelmäßige Treffen fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl und ermöglichen schnelle gegenseitige Hilfe ohne Erwartung einer Ausgleichsleistung.“ Eine Glühbirne austauschen, die Hecke zurückschneiden, die Fische füttern während eines Krankenhausaufenthaltes oder Mitspieler für einen geselligen Nachmittag finden, solche alltäglichen Dinge werden über die Seniorengemeinschaft unbürokratisch und schnell geregelt.

„Die ,Seniorengemeinschaft Kronach' ist ein Modell für Menschen, die im Alter aktiv bleiben können und wollen“, zeigte sich Schulz-Hertlein begeistert, der mit dem Netzwerk Bürgerengagement in eine ähnliche Richtung denkt. In dieser Initiative beraten derzeit 13 Kommunen mit 20 Teilnehmern über notwendige soziale Angebote und Strukturen. „Die Bereitschaft für ein Engagement in unserem Landkreis ist groß“, weiß Schulz-Hertlein. Viele Interessierte würden bei ihm mit dem typischen Satz anfragen: „Ich dät a mal helf.“ Diese Bereitschaft gelte es zu aktivieren.

Andere über Jahre gewachsene Hilfsinitiativen gibt es bereits im Landkreis Bad Kissingen, etwa das Projekt „Eine Stunde Zeit füreinander“, den „Fachdienst Gemeindecaritas“ oder die Initiative des Seniorenbeirates der Stadt „Senioren helfen Senioren“. „Immer mehr Menschen wünschen sich, gemeinschaftlich und eigenverantwortlich älter zu werden, ohne Vereinsamung, unterstützt durch Pflegedienste und Lieferservice“, zählt Schulz-Hertlein auf. Ältere würden sich deshalb in Nachbarschaftshilfen, Mehrgenerationenhäusern oder Seniorengenossenschaften zusammenschließen. Dieses Potenzial gelte es im Landkreis Bad Kissingen auszubauen, wo viele vitale Senioren und Seniorinnen das öffentliche Leben prägen.

Kontakt: Georg.Schulz-Hertlein@kg.de oder: www.netzwerk-be-kg.de

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