Flirten, plaudern, Freunde sammeln

Die Studenten-Online-Community studiVZ bricht alle Rekorde

"Ich knie nieder, dass du das hier geschaffen hast", schreibt eine Studentin an Ehssan Dariani, "danke, danke, danke, Suchtfaktor riesig!". Hinter "Das hier" steckt eine Studentenplattform im Internet und Ehssan Dariani (26) ist einer der Betreiber der Seite. Und studiVZ hat eingeschlagen wie eine Bombe. Der Ansturm ist mitunter so stark, dass manchmal die studiVZ-Server kurz vorm Kollaps stehen.

Die geniale Idee dahinter: "Studiverzeichnis" vereint Studenten europaweit auf einer Internetplattform. Unter www.studivz.net können sie zum Beispiel nachschauen, ob der Freak von neulich auch für Kulturgeografie eingeschrieben ist oder ob er sich für Jack Johnson erwärmen kann. Ausgangspunkt ist für jeden Studenten seine persönliche Seite, die er frei gestalten kann.

Wenn man dann mal "drin" ist, stehen dem Benutzer verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und _pflege offen. Über Suchoptionen kann man via Namen, Hochschule, Lehrveranstaltung oder bestimmte Interessen nach Leuten suchen. Hat man dann einen interessanten oder bekannten Mitnutzer in den Weiten des Netzes aufgetan, kann man ihn als "Freund hinzufügen".

Danach ist er als "persönlicher Freund" auf seiner und deiner Seite vermerkt. Und genau hier beginnt sich das virtuelle Beziehungsgeflecht auszudehnen. Was daraus wird, liegt bei den Nutzern. Denn studiVZ ist eben nicht nur ein Lerngruppentreff, sondern kann auch Flirtforum und Partnervermittlung sein.

Der Selbstdarstellung sind keine Grenzen gesetzt: So räkelt sich der smarte BWL-Student oberkörperfrei in seiner Hängematte und preist seine Vorliebe für Franz Kafka an, oder man erblickt eine "ganz zufällig" entstandene Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Lehramtsstudentin, die sich im Abendkleid präsentiert. Aber man trifft auch auf drollige Selbstporträts. So schreibt Jürgen aus Würzburg flehend unter sein Bierleichenbild "Ich will Freunde!"

Plattform-Betreiber Dariani ist überzeugt: "Jeder kennt die ganze Welt über maximal sechs Ecken". Und wirklich: Jeden Nutzer holt irgendwann sein eigenes Dasein oder seine Vergangenheit ein: Sei es, dass er einen verschollenen Schulkameraden oder eine verflossene Liebschaft wiedertrifft.

Flirt und Liebelei scheint durchaus erwünscht: Oder warum präsentieren sich etwa langjährige Beziehungspartner auf der Internetplattform plötzlich im "Single-Profil"? Oder verschweigen den "Beziehungsstatus". Apropos Privatsphäre: Um eben diese vor Hackern zu schützen, beschäftigt studiVZ bis zu 25 Mitarbeiter.

Personalintensiv ist auch die Kundenbetreuung: "Man glaubt nicht wie viele, den eigenen Namen dreimal falsch eingeben oder das Passwort vergessen", sagt Michael Brehm, einer der drei studiVZ-Erfinder.

Website: studivz.net

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