BAD KISSINGEN

Schicksalsschläge hörten nicht auf

Alina C. und ihr Mann haben sich viele Jahre in einer Hilfsorganisation für andere Menschen engagiert. Sich für diejenigen eingesetzt, die nicht so glücklich waren wie sie. Doch jetzt braucht Alina C. (Name geändert, die Red.) selbst Hilfe. „Seit dem Tod meines Mannes ist meine Batterie ziemlich leer“, sagt die 44-jährige Mutter eines vierjährigen Sohnes.

Alinas Mann starb in einer Spezialklinik in Norddeutschland, kurz bevor er eine lebensrettende Organspende erhalten sollte. „Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Fast zwei Jahre ist das jetzt her. Nur langsam hat Alina sich wieder im Alltag zurechtgefunden. „Der kleine Mann soll mich nicht dauernd weinen sehen“, sagt sie und blickt liebevoll auf ihren Sohn.

Ihr Konto ist immer im Minus, das belastet Alina sehr. Denn nach dem Tod ihres Mannes kam es mit einem Autounfall, einem Wohnungsbrand und einem Wasserschaden im Haus auch noch finanziell richtig dick für sie. Alina arbeitet für eine soziale Einrichtung im Landkreis Bad Kissingen. Das läuft zwar gut, sagt sie, aber sie hat noch Geld von ihrer früheren Arbeitgeberin zu bekommen und kämpft dafür vor Gericht. Auch für die Betreuung ihres kleinen Sohnes braucht sie Unterstützung.

Als ihr Mann gestorben war, „wollte ich hinterher“, sagt Alina leise. Aber da war der gemeinsame Sohn, gerade mal zwei Jahre alt. Alina ist froh über ihr spätes Mutterglück. Ihr Sohn sei ihr Sonnenschein, lächelt sie. Mit ihm geht sie bei jedem Wetter raus. Täglich besuchen sie gemeinsam das Grab. „Ich sage ihm immer, Papa ist im Himmel und trotzdem bei uns, aber es ist so schwer zu verstehen für ein Kind.“

Abends sitzt Alina meistens allein zu Hause, wenn ihr Sohn im Bett ist. An das Alleinsein gewöhne man sich, meint die 44-Jährige. Sie habe wenige, aber gute Freunde. „Die sind da, wenn ich sie brauche.“ Eine Freundin wird auch an Weihnachten Alinas Sohn mitbetreuen, wenn sie selbst Dienst hat.

Alina malt gern, geht schwimmen oder spazieren, führt eine Art Tagebuch über das, was ihr so durch den Kopf geht. „Alles braucht seine Zeit.“ Die 44-Jährige weiß heute, dass das Leben sie durch den Tod ihres Mannes ausgebremst hat. „Ich habe viele Jahre nur für andere gelebt und zu wenig an mich selbst gedacht. Wir haben immer anderen geholfen, jetzt muss ich erst einmal an mich und meinen Sohn denken.“

Rückblick

  1. Seit 70 Jahren Hilfe der Leserinnen und Leser
  2. Aktion Patenkind hilft in der Region
  3. Aktion Patenkind: Schöne Festtage für Menschen in Not
  4. Aktion Patenkind betreut Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen
  5. Aktion Patenkind: Spendable Leser helfen
  6. Gebeugt von Schicksalsschlägen
  7. Standpunkt: Was heißt da „helfen“?
  8. Das Büro ist wieder besetzt
  9. Melden Sie sich, wir machen dann das Foto
  10. Der Kampf gegen die Armutsspirale
  11. Wenn eine Tafel Schokolade Luxus ist
  12. Von Narben gezeichnet
  13. Menschen in Not die Hand reichen
  14. Standpunkt: Helfen als Mode?
  15. Wir kommen gern, wenn Sie uns rufen
  16. Start der Aktion Patenkind
  17. Gemeinde Rödelsee zeigt Herz
  18. Bernd K. und sein mühsamer Weg aus der Depression
  19. 500 Euro für die Aktion Patenkind
  20. Schicksalsschläge hörten nicht auf
  21. Beim Feiern an Menschen in Not denken
  22. Bibi und die Weihnachtsspende
  23. Erst backen, dann spenden
  24. Patenkind intern: Über den Tag hinaus
  25. 305 000 Euro für die Patenkinder
  26. Ein Renault für den guten Zweck
  27. Aktion Patenkind: Kein Geld für das Töchterchen
  28. Das Spenden-Label hilft
  29. Aktion Patenkind bittet wieder um Spenden für Menschen
  30. Sie rufen an, wir kommen
  31. Eine Familie in großen Nöten
  32. Aktion Patenkind: Spendendaten
  33. Aktion Patenkind: Hilfsaktion geht weiter
  34. Leben in einer schimmeligen Baustelle
  35. Aktion Patenkind: Hilfsaktion geht weiter
  36. Aktion Patenkind: Ohne die Leser läuft nichts
  37. Damit Viktor es eines Tages besser hat
  38. „Wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt“
  39. Das Geld reicht nicht für Kinderspielzeug
  40. Aktion Patenkind: Andere nicht alleine lassen
  41. Aktion Patenkind: „Ich spende aus Überzeugung“
  42. Aktion Patenkind: Gutes tun mit der Turbo-Party
  43. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  44. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  45. Aktion Patenkind: Wir wollen ohne Umwege spenden
  46. Helfen hilft weiter
  47. Thema intern: Vom Geben und Nehmen
  48. Das Büro ist wieder besetzt
  49. Kontakt
  50. Helfen hilft weiter

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