Berlin

Was Reiselustige in Europa beachten müssen

Urlaub trotz Corona       -  Ein gebrauchter Mundschutz mit Resten von Lippenstift liegt am Strand vor der Strandpromenade von Westerland auf Sylt.
Ein gebrauchter Mundschutz mit Resten von Lippenstift liegt am Strand vor der Strandpromenade von Westerland auf Sylt. Foto: Christian Charisius/dpa

Am Montag beginnen die Sommerferien in Bayern, am Donnerstag in Baden-Württemberg - für ein paar Tage haben dann Schülerinnen und Schüler in allen 16 Bundesländern gleichzeitig frei. Beste Urlaubszeit also - wäre da nicht die Corona-Pandemie.

Viele außereuropäische Reiseziele fallen wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg. Urlaub in europäischen Ländern ist aber möglich. Bis Ende August hatte das Auswärtige Amt (AA) seine weltweite Reisewarnung verlängert, für den Großteil der europäischen Länder gilt das nicht mehr. Nur vor Reisen nach Luxemburg warnt das AA derzeit noch wegen hohen Zahlen von Neuinfektionen. Doch jedes Reiseland hat seine eigenen Besonderheiten. Ein Überblick.

BELGIEN: Touristen aus Deutschland können problemlos einreisen, Grenzkontrollen oder Quarantäneregeln gelten für sie nicht. Wegen steigender Fallzahlen verschärft Belgien aber ab Samstag (25.7.) die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus wieder. Dann gilt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Einkaufsmeilen und an anderen Orten mit viel Publikumsverkehr. Örtliche Behörden können die Regel ausweiten. In Bussen und Bahnen ist Mund-Nasen-Schutz ohnehin Pflicht. Gäste in Kneipen und Restaurants müssen Kontaktdaten hinterlassen.

An den Nordseeküsten gelten zum Teil zusätzliche Regeln: Für Strandbesuche an bestimmten Abschnitten wie in dem beliebten Ostende müssen Urlauber und Einheimische sich anmelden. Die Infektionszahlen in dem elf Millionen Einwohner zählenden Land sind in der vergangenen Woche um 89 Prozent gestiegen und liegen nun bei durchschnittlich 221 Fällen pro Tag. Für Reisende aus besonders schwer betroffenen Regionen hat Belgien Quarantäneregeln und Test-Pflichten eingeführt, darunter sind Gegenden in Portugal und Spanien.

BULGARIEN: Für Feriengäste aus allen EU-Staaten gibt es seit Mitte Juli keine Quarantänepflicht. Reisende aus Schweden und Portugal müssen allerdings einen negativen Coronavirus-Test vorweisen. Bislang ist die Zahl der Gäste aber noch recht niedrig: An den Sandstränden und Promenaden ist es für Juli merkwürdig ruhig. Viele große Hotels in den Badeorten am Schwarzen Meer haben noch geschlossen, weil es ungewiss ist, mit wie vielen Gästen sie rechnen können. Die bereits geöffneten Hotels haben sich auf Corona-Schutzmaßnahmen eingestellt - wie größere Distanz zwischen Tischen und Stühlen. Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen sind Mund-Nasen-Masken in gemeinschaftlich genutzten geschlossenen Räumen wieder Pflicht - etwa in Supermärkten, Apotheken, Behörden und Kirchen. Nachtlokale dürfen seit 13. Juli auch die Innenbereiche wieder öffnen, allerdings auch dort bei einer Platzbesetzung von einem Gast pro Quadratmeter.

DÄNEMARK: Nachdem die Dänen als eines der ersten Länder Europas am 14. März ihre Grenzen für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund dichtgemacht hatten, können Deutsche mittlerweile wieder einreisen. Einzige Bedingung: Sie müssen sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Ausnahmen gelten etwa für Deutsche, die ein dänisches Sommerhaus besitzen, ihre Partner im Land besuchen wollen oder Einwohner Schleswig-Holsteins sind. In Dänemark ist die Zahl der Neuinfektionen gering. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind seit Mai wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht.

FINNLAND: Deutsche und viele andere Europäer dürfen seit Mitte Juli wieder in das Land einreisen. Auch die vom Auswärtigen Amt verhängte Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie wurde am 13. Juli aufgehoben, womit für deutsche Reisende keinerlei Beschränkungen oder Quarantänevorschriften im Falle eines Finnland-Urlaubs mehr gelten. Entscheidend für die Finnen ist, dass in den entsprechenden Ländern innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner verzeichnet worden sind.

FRANKREICH: Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen, spezielle Unterlagen sind nicht nötig. Sie müssen dort nicht in Quarantäne. Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt wieder leicht gestiegen, Behörden riefen zur Einhaltung der Corona-Regeln auf. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht. In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet, das Disneyland in der Nähe der französischen Hauptstadt empfängt wieder Besucher. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Sie müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden. Viele Restaurants in Paris haben ihre Terrassen erweitert, um mehr Gäste im Freien bewirten zu können.

GRIECHENLAND: Die Einreise aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie fast allen EU Staaten ist frei. Es besteht keine Quarantänepflicht. Reisende müssen sich aber mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Vorsicht: Bei Nichteinhaltung dieser Bestimmung kann eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro verhängt werden. Maskenpflicht besteht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Museen und archäologischen Stätten. Wenn in Bars und Restaurants mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten wird, muss keine Maske getragen werden. Griechenland ist weiter eines der Länder der EU mit den niedrigsten Infektionszahlen.

GROSSBRITANNIEN: Reisende aus Deutschland und etwa 70 anderen Ländern können wieder ohne Einschränkungen einreisen. Dazu zählen Österreich, die Schweiz und Italien. Für Reisende aus den USA, Brasilien, Schweden, Portugal und anderen Ländern gilt weiter die Pflicht zur zweiwöchigen Quarantäne. Seit Sonntag müssen aus Spanien zurückkehrende Briten ebenfalls wieder in diese Quarantäne, nachdem die Zahl von Corona-Neuinfektionen in Spanien wieder gestiegen ist.

Vor der Einreise nach Großbritannien muss ein Formular mit Kontaktdaten ausgefüllt werden. Kurz vor Reiseantritt lohnt sich ein Blick ins Internet, die Liste der von der Quarantänepflicht ausgenommenen Länder kann sich ständig ändern und weicht in den Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland geringfügig ab. Auch bei der Maskenpflicht gibt es Unterschiede. Während in England und Schottland Masken sowohl in öffentlichen Verkehrsmitteln als auch in Läden getragen werden müssen, gilt die Maskenpflicht in Wales und Nordirland nicht beim Einkauf.

IRLAND: Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Ankunft in Irland weiter zwei Wochen in Isolation gehen. Nur eine geringe Zahl von Ländern auf einer „grünen Liste” ist von dieser Regelung ausgenommen. Dazu gehören etwa Italien, Griechenland, Finnland und Norwegen. Bei der Einreise müssen zudem Kontaktdaten hinterlassen werden. Innerhalb des Landes sind Reisen wieder erlaubt, auch auf die Inseln. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen müssen Masken getragen werden.

ISLAND: Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik führte Mitte Juni die Möglichkeit für Urlauber ein, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit wurde internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft gegeben. Für deutsche Island-Abenteurer fällt diese Maßgabe weg, weshalb sie sich nun ebenso wie Reisende aus Dänemark, Norwegen und Finnland auch ohne Corona-Test auf die Suche nach Gletschern und Geysiren machen können. Bedingung ist nur, dass man in den 14 Tagen vor Einreise nicht in einem Risikogebiet war.

ITALIEN: Reisende aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen seit Juni ohne Beschränkungen einreisen. Sie müssen - anders als Besucher aus Nicht-EU-Ländern - auch nicht in Quarantäne. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. Die Infektionszahlen waren zuletzt leicht gestiegen, was neue Unruhe ausgelöst hatte. Allerdings beschränkt sich das auf lokale, kleinere Virusherde. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt bis mindestens 31. Juli Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was teils aber nicht richtig gelingt. An Seen im Inland bleiben Bäder aber unter der Woche teils sehr leer. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. Manchmal gibt es zusätzlich eine Plexiglas-Abtrennung zum nächsten Tisch. Vorherige Reservierungen sind erwünscht, aber kein Muss.

KROATIEN: Kroatien erlaubt Deutschen und Bürgern einiger anderer EU-Staaten seit Anfang Juni die Einreise ohne Nachweis bestimmter Gründe. Seit 10. Juli gilt dies für die Bürger aller EU-Staaten. Die Reisenden müssen an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. Ein entsprechendes Formular kann vor Reiseantritt aus dem Internet heruntergeladen werden. An den Stränden gelten Abstandsregeln, eine Überbelegung soll verhindert werden. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt seit dem 13. Juli wieder Maskenpflicht.

LUXEMBURG - REISEWARNUNG: Das Auswärtige Amt warnt wegen der hohen Infektionszahlen aktuell vor „nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen” nach Luxemburg. An den Grenzen zum Großherzogtum gibt es keine Kontrollen und keine Einreisebeschränkungen. Maskenpflicht gibt es unter anderem im öffentlichen Nahverkehr. In Geschäften und öffentlichen Einrichtungen muss zudem ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. In manchen Bereichen gelten unter Umständen noch strengere Bestimmungen.

MALTA: Nach Malta dürfen Bürger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen weiteren Ländern Europas, die als „sicher” eingestuft sind, in der Regel wieder ohne Beschränkungen einreisen. Allerdings dürfen sie in den vergangenen 14 Tagen nicht außerhalb dieser „sicheren” Länder gewesen sein. Nach Angaben des AA messen die Malteser bei der Ankunft die Körpertemperatur. Liegt sie bei 37,2 Grad Celsius oder höher, wird ein Corona-Test durchgeführt.

NIEDERLANDE: Für Deutsche ist der Holland-Urlaub weiter möglich. Amsterdam hat aber Touristen aufgerufen, freiwillig auf Besuche am Wochenende zu verzichten - aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle. Tagesgäste sollten ihren Besuch lieber auf Montag bis Donnerstag verschieben, so die Stadt. Touristen, die bereits in der Stadt sind, werden in den sozialen Medien aufgerufen, die Corona-Regeln zu beachten und Gedränge in der Stadt zu meiden. In Geschäften im Rotlichtviertel darf das ganze Wochenende lang kein Alkohol verkauft werden. Das Verbot gilt nicht für Kneipen und Restaurants.

Der Zustrom von Touristen vor allem aus Deutschland, Belgien und Frankreich aber auch von Niederländern hat so zugenommen, dass im Zentrum der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Dieser ist im öffentlichen Leben Pflicht, also auch in Geschäften und an Stränden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Touristen sollen aber Bus, Bahn oder Metro möglichst nicht zu Stoßzeiten nutzen.

NORWEGEN: Auch für Norwegen wurde die Reisewarnung des AA aufgehoben. Seit Mitte Juli dürfen deutsche Urlauber wieder quarantänefrei einreisen, seitdem schießen die Touristenzahlen im Land in die Höhe. Dabei hatte der Norwegen-Urlaub für Deutsche lange in der Schwebe gehangen, da die Norweger ihre Mitte März geschlossenen Grenzen relativ lange dicht ließen. Am 10. Juli gab die Regierung dann grünes Licht für mehrere Länder mit zufriedenstellenden Corona-Zahlen - darunter auch das für den norwegischen Tourismus so wichtige Deutschland. Die Pflicht zur zehntägigen Quarantäne nach der Ein- oder Rückreise nach Norwegen fällt damit weg.

ÖSTERREICH: Reisende aus Deutschland haben wieder freie Fahrt nach und durch Österreich. An den Grenzen zu Ungarn oder Slowenien wird aber kontrolliert. Das ist die Folge der Reisewarnungen Österreichs für die sechs Westbalkan-Staaten sowie für Rumänien und Bulgarien. Angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen ist das öffentliche Leben in Österreich nicht mehr ganz so unbeschwert wie zuletzt. Seit Freitag gilt wieder landesweit eine Maskenpflicht unter anderem in Lebensmittelgeschäften, bei der Post oder in der Bank. Aktuell sind rund 1500 Menschen nachgewiesenermaßen mit dem Coronavirus infiziert. Schwerpunkte sind Wien und Oberösterreich. Die gute Nachricht für die deutschen Urlauber: In den beliebten Bundesländern Tirol und Kärnten ist die Zahl der aktuell Infizierten mit 48 und 14 sehr niedrig.

POLEN: Seit dem 13. Juni hat das Land seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern geöffnet. Einreisende EU-Ausländer und Polen müssen nicht in Quarantäne und können sich innerhalb des Landes ungehindert bewegen. Maskenpflicht gilt im öffentlichen Nahverkehr und - wenn ein Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann - in öffentlichen Räumen. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind geöffnet. Das Gleiche gilt für Friseursalons, Kosmetikstudios, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Die Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen wurden Ende Juni wieder aufgenommen. Seit 1. Juli fliegt die Fluglinie Lot wieder Ziele im Ausland an.

PORTUGAL: Für Deutsche gibt es keine Einreisebeschränkungen. Besucher müssen aber Angaben unter anderem zum Zielort und zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts im Lande machen. Zudem wird die Körpertemperatur gemessen. Portugal galt lange als eines der Länder Europas, die vergleichsweise gut und mit geringen Ansteckungs- und Opferzahlen durch die Krise gekommen waren. Seit einigen Wochen wird aber eine besorgniserregende Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. In mehreren (von Touristen weniger besuchten) Vororten der Hauptstadt galt daher seit Ende Juni bis Sonntag, 26. Juli, ein Lockdown. Am Freitag sagte der Bürgermeister von Lissabon, Fernando Medina, einer Meldung der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa zufolge, die Zahlen hätten sich derart verbessert, dass er davon ausgehe, dass der Lockdown für die meisten betroffenen Gemeinden in der kommenden Woche aufgehoben werden könne.

RUMÄNIEN: EU-Bürger dürfen frei nach Rumänien einreisen. Allerdings könnten diese nachher Probleme bei der Aus- oder Weiterreise bekommen, weil wegen stark ansteigender Infektionszahlen Reisende aus Rumänien in mehreren EU-Ländern mit Hindernissen rechnen müssen. So werden sie etwa im Nachbarland Ungarn automatisch unter Quarantäne gestellt. In den letzten Wochen ist die Zahl der Infektionen explodiert, die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg. Jederzeit können einzelne Ortschaften kurzfristig zum Infektionsherd erklärt und gesperrt werden. Plus 1119 Neuinfektionen binnen 24 Stunden waren es am Freitag. Das ist gut fünfmal so viel wie vor den Mitte Mai in Kraft getretenen Lockerungen der Vorsichtsmaßnahmen. Eine prinzipielle Quarantänepflicht für Einreisende gibt es nicht. In geschlossenen öffentlichen Räumen gilt Maskenpflicht, Distanzpflicht in Gastronomie, auf den Stränden und bei Veranstaltungen im Freien.

SCHWEDEN: Die Schweden haben trotz insgesamt sinkender Todes- und Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie manch andere. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Angesichts der sinkenden Infektionszahlen hob das AA Mitte Juli seine Reisewarnung für das skandinavische Land auf.

SCHWEIZ: Einreisen aus den Schengenstaaten ist möglich, wer aber vorher in einem von inzwischen 42 Risikoländern war, muss erst einmal zehn Tage in die Quarantäne. Deutschland gehört nicht dazu. Neuerdings zählt auch Luxemburg dazu, während Schweden von der Liste gestrichen wurde. Als Risikoländer gelten auch Mexiko, die USA, Russland, Israel oder Serbien. Wer sich vor der Quarantäne drückt, kann mit 10 000 Franken (rund 9300 Euro) bestraft werden. Restaurants, Bars und Clubs sind wieder geöffnet, aber immer mehr Kantone führen neue Bestimmungen ein: eine Beschränkung auf 100 Gäste etwa, und Besucher müssen Kontaktdaten hinterlassen. Maskenpflicht besteht schweizweit nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, darunter Seilbahnen. Über ähnliche Vorschriften in Geschäften wird diskutiert.

SLOWAKEI: Deutsche können ohne Einschränkungen einreisen. Nur für Transitreisen aus Risikostaaten gibt es Quarantänevorschriften, deren Nichteinhaltung bestraft wird. Das Land war vom Coronavirus kaum betroffen und hat deshalb die meisten anfangs sehr strengen Corona-Schutzmaßnahmen wieder gelockert. Weiter ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Inneren von Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, in Lokalen nur beim Rein- und Rausgehen. In Warteschlangen etwa an Kassen ist ein 2-Meter-Abstand empfohlen. Bei Kulturveranstaltungen kümmern sich die Veranstalter um ausreichenden Abstand zwischen den Zuschauern.

SLOWENIEN: Das EU-Land zwischen Alpen und Adria lässt Reisende aus Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern ohne Auflagen einreisen. Wer dort Urlaub machen will, muss nicht einmal mehr eine Buchungsbestätigung vorlegen. Zudem können Bürger aus diesen sowie anderen Ländern im Transit durch das kleine Land reisen. Slowenien dient jenen Urlaubern aus Deutschland als Durchreiseland, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren. Es verfügt selbst über einen 46 Kilometer langen Abschnitt an der Adria mit gut ausgebauter touristischer Infrastruktur. Es gelten Abstandsregeln, in geschlossenen öffentlichen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden.

SPANIEN: Urlauber aus der EU und den Schengenstaaten dürfen seit dem 21. Juni unbegrenzt einreisen. Spanien-Besucher müssen aber bedenken, dass wegen steigender Infektionszahlen im ganzen Land weiter strenge Corona-Regeln wie Maskenpflicht fast überall auch im Freien sowie das Abstandsgebot gelten, auch auf Mallorca und den restlichen Balearen. Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen weiter am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport. In Barcelona sind die Menschen allerdings aufgerufen, das Haus nur wegen dringender Erledigungen wie etwa für Einkäufe oder Arztbesuche zu verlassen.

Die Buchungszahlen sowohl aus dem Ausland wie auch inländischer Urlauber sind deshalb schon stark gefallen. In diee Region um die katalanische Stadt Lleida darf man zurzeit gar nicht reisen. Auch das Nachtleben mit Clubs und Bars ist vielerorts eingeschränkt worden. In Barcelona sind Discos geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur die Hälfte der Plätze besetzen. Die Pandemie gilt jedoch immer noch als unter Kontrolle. Wichtig für Spanien-Besucher: Man muss ein Online-Formular ausfüllen und erhält dann einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist. Bei der Einreise wird auch Temperatur gemessen. Allerdings berichten Reisende auch, dass sie überhaupt nicht kontrolliert wurden.

TSCHECHIEN: Die Einreise ist für Deutsche seit Anfang Juni wieder möglich. Eine Quarantäne oder ein negativer Corona-Test sind nicht erforderlich. Eine Maskenpflicht gilt unter anderem in der Prager U-Bahn sowie in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien. Zuletzt hatte es wieder mehr Neuinfektionen gegeben. Die Hauptstadt Prag versucht, Touristen mit Kultur-Gutscheinen anzulocken - Hotels und Restaurants im historischen Stadtkern sind aber für die Jahreszeit noch ungewöhnlich leer. Bisher gab es in Tschechien mehr als 360 Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

TÜRKEI - REISEWARNUNG: Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des AA bis 31. August. Das Land hofft aber, dass diese bald und damit deutlich eher aufgehoben wird. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird aber als Corona-Risikogebiet eingestuft, die Aufhebung der Reisewarnung ist damit unwahrscheinlich. Menschen, die aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen, müssen mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Allerdings können Urlauber aus der Türkei davon befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen. An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt. Auch deutsche Firmen stellen Inspektoren.

UNGARN: Deutsche Urlauber können ohne Einschränkungen einreisen, wenn sie ihre Reise in einem Land antreten, das als sicher in Hinblick auf die Pandemie eingestuft ist. Deutschland und die meisten EU-Staaten gelten als sicher. Der Transit durch Ungarn ist in jedem Fall möglich, diese Reisenden dürfen aber von bestimmten Transitkorridoren nicht abweichen und müssen das Land in maximal 24 Stunden verlassen. In Ungarn haben die meisten Hotels, Restaurants und Bars wieder geöffnet. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Zudem sind Abstandsregeln zu beachten.

ZYPERN: Die Insel meldet seit der Öffnung ihres Tourismus wenige Corona-Infektionen von Reisenden oder Einheimischen. Wer nach Zypern fährt, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden. Wird ein Mensch positiv getestet, muss er 14 Tage lang in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Zypern. Eine Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Krankenhäuser. Die Urlaubsinsel hat verglichen mit anderen Staaten Europas eine sehr niedrige Infektionsrate.

© dpa-infocom, dpa:200727-99-936413/2

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