Ode an Würzburg

Würzburg ist cool: Dominik Straub alias Mistaa (links) und seine Freunde nach dem Videodreh zu dem Song „Meine Stadt“.
Würzburg ist cool: Dominik Straub alias Mistaa (links) und seine Freunde nach dem Videodreh zu dem Song „Meine Stadt“. Foto: Steffen Boseckert

Eine Bushaltestelle irgendwo im Nirgendwo. Drei junge Männer warten und langweilen sich. Dann kommt ein Vierter auf einem klapprigen Mofa angefahren. Die drei anderen steigen ebenfalls auf ihre Mofas und brettern anschließend einmal quer durch Würzburg. Und während sie rumfahren, rappt Mistaa über seine Stadt.

Dominik Straub, wie der Würzburger Rapper im echten Leben heißt, hat bisher vor allem über Reisen in Ferne Länder gerappt: auf das „Philippinen-Tape“ (2008) folgte 2011 das „Indien-Tape“. Der erste Song seines neuen Albums, das Ende des Jahres erscheinen soll, heißt nun „Meine Stadt“ und handelt – natürlich – von Würzburg. Es ist keine Lobpreisung der Stadt, aber auch kein Abgesang, sondern vielmehr ein fast schon nostalgischer Blick auf die Stadt, in der der mittlerweile 34-jährige Mistaa aufgewachsen ist und immer noch lebt: „Die Reiseführer beschreiben dich als Perle am Main. Bist zum Sterben zu groß, doch zum Leben zu klein“, rappt Mistaa beispielsweise.

„Ich mag Würzburg“, erzählt der Rapper bei einem Treffen in einem Café. „Ich bin aber auch gerne immer mal wieder weg“, sagt er und lacht. „Das Schöne an Würzburg ist, dass die Stadt so überschaubar ist und man überall hinlaufen kann“, erklärt er. „Das nervt aber auch gleichzeitig. Denn dadurch ist die Stadt auch beschaulich, konservativ, eng und Vieles muss so laufen, wie es schon immer gelaufen ist.“ In seinem Song rappt er: „Wärst gerne Großstadt, doch bleibst ein Dorf. (...) Alle wollen weg, ich zieh nicht fort.“ und „Bist nicht mondän (...) bist ländlich stur, doch ich hab dich lieb. Egal wie viel Gift du weiter verspritz, du bist meine Stadt.“

Dass Mistaa Würzburg trotz allem gerne mag, merkt man auch an dem Video zu „Meine Stadt“. Selten wirkt Würzburg so cool und sympathisch wie in diesem Video. Das liegt vor allem auch an den Menschen, die darin porträtiert werden: Würzburger Kulturschaffende, Taxifahrer, Friseure, Ladenbetreiber und andere Stadtbekannte Persönlichkeiten, die sich vor ihren Wirkungsstätten zeigen. „Das sind alles Freunde und Bekannte; Menschen mit denen wir etwas zu tun haben“, erzählt Dominik Straub. „Eine Stadt hat ja auch immer etwas mit den Menschen zu tun, die dort leben. Deswegen die Porträts.“

Auch die drei jungen Männer mit denen Dominik Straub alias Mistaa in seinem Video durch die Gegend fährt, sind alte Freunde von ihm. Beim Videodreh wollten sie sich alle einfach einen entspannten Tag machen. „Also sind wir ein bisschen Mofa gefahren und haben gefilmt“, so der Rapper.

Dass sie daran viel Spaß hatten, sieht man. Dennoch ist es ein sehr professionelles Video geworden. Das liegt vor allem daran, dass der Regisseur Steffen Boseckert ein Profi ist. Der Würzburger hat mit seiner Firma Mindcore Productions schon viele Videos gedreht.

Das Video wird jedenfalls schon fleißig geklickt. Auf YouTube haben schon über 42 000 Mistaas „Meine Stadt“ gesehen. Die Rückmeldungen darauf sind alle sehr positiv. „Es melden sich vor allem auch viele, die nicht mehr in Würzburg leben und mit Heimweh an die Stadt denken“, erzählt Dominik Straub. Er selbst wird Würzburg jedenfalls noch einige Zeit erhalten bleiben. „Zur Zeit fühl ich mich ziemlich wohl hier“, sagt er.

Das Video „Meine Stadt“ und mehr über Mistaa gibt's unter www.facebook.com/dermistaa und www.mistaa.de

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