AUGSBURG

Markus Ferber verärgert die SPD

In der Kritik: Der CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl, Markus Ferber, sorgt mit seinen Äußerungen über SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier für Unmut beim Koalitionspartner.
In der Kritik: Der CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl, Markus Ferber, sorgt mit seinen Äußerungen über SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier für Unmut beim Koalitionspartner. Foto: Daniel Karmann, dpa

Als Polit-Rambo ist Markus Ferber bislang kaum aufgetreten. Der 49-jährige Schwabe galt eher als zurückhaltender Mensch. Beim CSU-Parteitag in Nürnberg hat der CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl jedoch mit derben Sprüchen zugelangt und vor allem SPD-Frontmann Martin Schulz heftig attackiert. Wenige Tage danach legte Ferber noch einmal nach. Über die jüngsten Vermittlungsbemühungen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der Ukraine-Krise sagte er: „Außer Spesen nichts gewesen.“

Das neuerliche Säbelrasseln hat die Spannungen im Europawahlkampf zwischen SPD und CSU damit weiter verschärft. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nannte die Angriffe auf Steinmeier „verantwortungslos“, SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi bezeichnete die Vorwürfe als „in der Sache komplett hirnrissig“. Und Oppermann fügte hinzu: „Die Kriegsgefahr in der Ukraine eignet sich nicht für billige Polemik.“

Ferber selbst versteht die Aufregung nicht. Mit Wahlkampfgetöse habe das alles nichts zu tun. Fakt sei jedoch, dass von einer koordinierten EU-Außenpolitik keine Rede sein könne. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sei abgetaucht und die Außenminister der EU-Länder würden sich alle sechs Wochen turnusgemäß treffen – obwohl der Zerfall der Ukraine drohe. In Parteikreisen wird Ferbers Seitenhieb gegen Steinmeier indes als unfreundlicher Akt gesehen. Eigentlich gelte in der Außenpolitik der Grundsatz, Kollegen, die sich gerade auf Auslandsmission befinden, nicht in den Rücken zu fallen.

Allerdings heißt es auch, bei Ferbers Frontalangriff gegen SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz beim Parteitag sei es vor allem darum gegangen, die eigenen CSU-Mitglieder zu mobilisieren. Zumal die CSU befürchten müsse, dass die eurokritische AfD bundesweit ein besseres Wahlergebnis einfährt. Mit Informationen der DPa

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