WÜRZBURG

Das Rätsel der Geckos

Studienobjekt Gecko „Lena“: Eine Würzburger Initiative will Schüler für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Foto: B. Rauh

Warum läuft ein Gecko scheinbar mühelos eine Wand hoch, ohne herunterzufallen? Wie wandelt eine Photovoltaik-Anlage Licht in Strom um? Wie funktioniert der Abperl-Effekt an einem Lotusblatt? Solche oder ähnliche Fragen stellen sich an technischem und naturwissenschaftlichem Wissen Interessierte eigentlich jeden Tag.

Doch ein Problem unserer Gesellschaft ist heute, dass sich leider zu wenige junge Menschen diese Fragen stellen und dadurch bedingt sich auch zu wenige Schüler später für einen der sogenannten MINT-Berufe entscheiden. Und damit sich wieder mehr Schulabgänger für eine Tätigkeit aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – dafür steht die Abkürzung MINT – entscheiden, arbeitet die „Initiative Junge Forscherinnen und Forscher“ („ijf“) an entsprechenden Projekten zur Heranführung von Jugendlichen an Technikfragen.

Der bayernweit tätige Verein ist auf dem Würzburger Campus Hubland Nord beheimatet und hat sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen für technische Berufe zu begeistern und ihnen Berufsinhalte nahezubringen. Der Grund liegt auf der Hand: Deutschland als rohstoffarmes Land ist auf den Export angewiesen und dafür ist es sehr wichtig, technische Berufe zu fördern.

Experten kommen in die Schulen

Eine der Hauptaktivitäten der Initiative ist es, Schulen in ganz Bayern mit eigens hierfür engagierten Diplom-Physikern und Diplom-Chemikern zu besuchen. So können Schüler ab der 5. Klasse in rund 80 Schulen des Freistaates jährlich jeweils vier Stunden unterrichtet werden. Dabei werden nicht nur Versuche aus dem naturwissenschaftlichen Bereich unter anderem mit Mikroskopen durchgeführt, sondern die Schüler sollen bei diesen Veranstaltungen auch viel selbst ausprobieren. Darüber hinaus geben die Wissenschaftler, vor allem für Schüler ab der 9. Klasse, auch Informationen zur Berufsorientierung und berichten zu Ausbildungsthemen. Zu diesen Besuchen kommen die Wissenschaftler mit einem „Technologie-Shuttle“, das für die Durchführung von Experimenten und anderen Forschungsaufgaben ausgerüstet ist.

Schulen besuchen Wissenschaftler

Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich. Auf dem Hubland-Campus in der ehemaligen Leighton-Kaserne in Würzburg betreibt die „Initiative junger Forscherinnen und Forscher“ ein Experimentarium. Eine ganze Schulklasse kann sich dort in der Werkstatt, im Computerraum und im Labor bestimmten Forschungsaufgaben widmen. Und die Ausstattung kann sich sehen lassen: So stehen den Schülern Geräte zur Verfügung, die normalerweise in Schulen nicht vorhanden sind, wie zum Beispiel ein Rasterkraft-Mikroskop und ein Konfokal-Mikroskop, mit denen man Objekte im Nanobereich sichtbar machen kann. Ebenso vorhanden ist ein Brutschrank. Wie der Geschäftsführer der Initiative, Christoph Petschenka, ausdrücklich betont, besteht in den Räumen auch die Möglichkeit, Seminararbeiten zu betreuen. Darüber hinaus kann man hier im Rahmen einer Ferienaktion auch Experimentiertage verbringen oder während der Schulzeit einen Schulausflug ansetzen. Besondere Aufmerksamkeit genießt der Gecko „Lena“, der im Labor des Experimentariums lebt. An ihm kann man die Fähigkeit beobachten, wie man mittels Adhäsion kopfüber auf Glasflächen laufen kann.

Die Initiative junger Forscher richtet sich aber nicht nur an Schüler, sondern auch an Lehrer. Diese können Info-Veranstaltungen des Vereins besuchen, didaktisches Material für einen spannenden Unterricht mitnehmen oder bestimmte Projekte mit dem Mikroskop durchführen. Das betrifft vor allem die Bereiche Bionik, Photonik und Nanotechnologie. Ebenso besteht die Möglichkeit, mit Firmen in Kontakt zu kommen, um sich beispielsweise in einem Unternehmen fortzubilden. Umgekehrt haben aber auch Firmen eine Gelegenheit, mit interessierten Schülern in Kontakt zu kommen und Praktikumsplätze anzubieten.

Um das Ziel der Initiative, mehr junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern, zu fördern, benötigt der Verein weitere Unterstützung. Gesucht werden nicht nur pensionierte Ingenieure und Lehrer, die ihre Fähigkeiten ehrenamtlich zur Verfügung stellen, sondern auch Firmen, die die wichtigen Aufgaben der „ijf“ fördern. Davon können alle Beteiligten profitieren.

Infos und Kontakt: Die Teilnahme an Projekten der Initiative junger Forscherinnen und Forscher (ijf) ist dank EU-Förderung kostenfrei. Schulen wenden sich über die Internetseite „www.initiative-junge-forscher.de“ oder unter der Telefondurch- wahl (09 31) 3 16 99 - 10 an den Verein.

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