Auch Fotografen haben mal frei und machen Ferien. Aber fotografieren sie dann? Und wenn ja, was? Sonnenuntergänge? Wir haben unsere Bildreporter um ein Urlaubsfoto ihrer Wahl gebeten.

Der alte Markt von Tripoli im Libanon Foto: Daniel Biscan

In Tripoli

Wenn man sich beruflich den ganzen Tag mit Fotografie und optischen Fragen auseinandersetzt, schaltet man das nicht einfach so ab. Das Fotografieren im Urlaub unterscheidet sich bei mir höchstens technisch vom beruflichen. Auf Reisen fotografiere ich fast nur mit dem Handy oder einer kleinen Kompaktkamera. Mir ist wichtig, Teil des Geschehens zu sein und nicht mit einer Riesenkamera aufzufallen. Einmal im Jahr zieht es mich an wenig besuchte Orte, wie hier Tripoli im Libanon an der Grenze zu Syrien. Die turbulente Altstadt hat alles, was meine Augen erfreut. Ich versuche festzuhalten, wie sich ein Moment für mich anfühlt. Ich kann wieder riechen und hören wie es dort war, wenn ich meine Bilder ansehe. Für mich wie ein Tagebuch.
Daniel Biscan

Realp in der Schweiz. Blick von der Albert Heim Hütte. Foto: Johannes Kiefer

In den Alpen

Realp, Schweiz, Blick von der Albert-Heim-Hütte, 2543 m, Gletscher. Das Foto ist erst in der vergangenen Woche beim Wandern entstanden. Ich wollte unbedingt noch einmal diesen Gletscher besuchen, vor wenigen Jahren war ich schon einmal dort gewesen. Ich liebe die Berge und speziell so ein Ausblick hat für mich immer etwas Magisches – besonders, wenn auch noch die Nebelschwaden über die Berge ziehen. Hier könnte ich stundenlang sitzen und das Treiben beobachten. Vorzugsweise mit einem kühlen Bier und einer ordentlichen Brotzeit.
Johannes Kiefer

Das Foto entstand um 5 Uhr früh am Bahnhof in Delhi. Foto: Patty Varasano

In Delhi

Reisen fasziniert mich. Altes zurücklassen. Neues entdecken. Wer sind die Menschen im anderen Land und was zeichnet sie aus? Was ist das Urtümliche, was ihr Alltag? Fragen, die mich in der Ferne beschäftigen. Im März dieses Jahres bin ich in Indien gewesen. Das Foto entstand um 5 Uhr früh am Bahnhof in Delhi und zeigt meines Erachtens ein ganz kleines Stück Wirklichkeit aus diesem Moment – die Nacht noch nicht ganz vorüber, liegt der Morgen noch bleiern über der Stadt.
Patty Varasano

Badegäste in Piran in Slowenien. Foto: Kathrin Königl

In Slowenien

Als ich die Promenade des schönen Küstenorts Piran in Slowenien entlangschlenderte, fielen mir zwei rote Bojen im Wasser auf. Erst bei genauerer Betrachtung konnte ich sie als Schwimmhauben dieser Damen identifizieren. Ich konnte mein fotografisches Glück kaum fassen, als die beiden aus dem Wasser kamen und nicht nur ihren ganzheitlichen Partnerlook offenbarten, sondern sich auch noch so unter die Dusche stellten.
Kathrin Koenigl

Urlaub am Meer.  Foto: Chris Weiß

Am Meer

Urlaub am Meer. Direkt am Strand wohnen. Großartig. Und fotografiert wird ausschließlich analog. Hier: mit Fuji GA645.
Chris Weiss

Im Camden Market in London. Foto: Dita Vollmond

In London

Bei meinen Kurztrips nehme ich in der Regel keine schwere Ausrüstung mit und fotografiere nur mit dem Handy oder mit einer kleinen Lumix, wie hier im Camden Market in London. Es sind meistens nur kurze Wochenendausflüge mit meinem Partner, so dass ich die Zeit lieber mit viel Laufen und gemeinsamem Erkunden verbringe anstatt zu fotografieren. Ich würde sehr gerne mal mit der großen Ausrüstung reisen und mich ausschließlich auf Fototour begeben. Aber dafür fehlt leider einfach die Zeit. London mit viel Zeit und Kamera – das wäre tatsächlich ein Traum von mir.
Dita Vollmond

Morgens in Paris. Foto: Ulises Ruiz

In Paris

Ich wache auf vor Sonnenaufgang, die ganze Welt liegt vor mir. Ich weiß nicht, was mich außerhalb des Hotelzimmers erwartet. Ich nehme meine Kamera und stürze mich ins Abenteuer. Ich fühle mich manchmal wie ein kleines Kind am Tag seines Geburtstags, versuche eins zu werden mit meiner Kamera. Ich gehe auf die Straße, überall sind Szenen. Dann verändert sich das Licht, ich denke an die großen Meister Cartier-Bresson, Winogrand, Doisenau, Erwitt. Ich versuche, ihre Geheimnisse zu lüften – und den Tumult des modernen Lebens zu verarbeiten. Überall Autos, Stimmen, U-Bahn-Schächte, Verkäufer, die ihre Waren feilbieten. Der Soundtrack einer lebendigen Stadt. Dieses Bild entstand am frühen Morgen in Paris, nachdem ich schon drei Stunden unterwegs war. Der erste Akt ist vorbei . . . Zeit für einen Kaffee.
Ulisses Ruiz

Urlaub mit der Familie am Strand.  Foto: Daniel Peter

Am Strand

Urlaub mit der Familie. Die einzigen Momente im Jahr, an denen ich wirklich abschalten kann. Ich liebe das Meer und seine beruhigende, ausgleichende Wirkung. Am schönsten ist es kurz nach Sonnenuntergang, dieser Moment zwischen Tag und Nacht. Magisches Licht.
Daniel Peter

Schulkinder in Haiti. Foto: Fabian Gebert

In Haiti

Ein Rektor einer Schule hat mich auf der Straße angesprochen und war neugierig was ich den hier mache „Weiße Menschen sind die große Ausnahme in unserem Land“ so der Rektor. Ich erklärte ihm das ich es Interessant finde fremde Kulturen und Menschen kennen zu lernen. Daraufhin lud er mich der zu seiner Familie ein um zu übernachten und den Alltag zu meistern. Zudem bot er mir an mit in seine Schule zu kommen und sie zu fotografieren. Somit bekam ich die Chance diese Schulkinder mit einen großen Lächeln und die Lebensfreude zu erleben, denn in Haiti ist es alles andere normal das Kinder zur Schule gehen können. Der Grund ist, es gibt keine staatlichen Schulen und das Schulgeld beträgt im Monat ca. 30€ bei einem Tageseinkommen von umgerechnet 1,50€ am Tag. Fabian Gebert

Sonnenuntergang an der Ostsee. Foto: Josef Lamber

An der Ostsee

Der perfekte Moment - Beim Urlaub an der Ostsee den perfekten Moment einfangen. Kurz nach einem heftigen Regenschauer die Welle im Gegenlicht bei Sonnenuntergang ablichten. Das sind die Bilder, an die man sich später gern zurückerinnert. Josef Lamber

Schneckenrennen in Bad Kühlungsborn.  Foto: Martina Müller

Schneckenrennen

Nachdem der Alltag oft recht hektisch und vollgepackt ist, nutze ich den Urlaub für Entschleunigung. Bewusst einmal auf die kleinen, unscheinbaren Dinge am Rande achten und auch mal ein Schneckenrennen fotografieren. Martina Müller

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