Glücklich kann sich in diesen Tagen schätzen, wer einen Garten hat. Dort scheint der Alltag trotz des Coronavirus unverändert. Fotograf Daniel Peter hat die Unterfranken mit gebotenem Abstand besucht.

Walter Renninger kümmert sich um seine Pferde und schneidet Obstbäume in seinem Garten an der Schwarzen Pfütze bei Rottershausen (Lkr. Bad Kissingen). „Zu beobachten, wie alles blüht, ist gut für die Seele“, sagt er. Liebevoll streicht er der Stute Gabi über die Stirn. „Und der positive Effekt im Herbst sind natürlich die eigenen Früchte, voll biologisch.“

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Arthur Wieland in seinem Garten in Bad Kissingen. Fast täglich arbeitet der 79-Jährige in seiner grünen Oase, baut Zwiebeln, Tomaten und viele verschiedene Blumen an. Bis zu 3,5 Meter hoch werden seine Sonnenblumen, die er an Freunde und Nachbarn verschenkt.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Die Apothekerin Nadja Renninger in ihrem Garten an der Oberen Saline in Bad Kissingen mit ihren beiden Töchtern Jule und Lena. „Wir können hier Obst und Gemüse anbauen und den Kindern zeigen, wie es wächst“, erklärt sie. Das Wetter sei perfekt. „Außerdem können wir Zeit im Freien verbringen, ohne gegen die Ausgangsbeschränkung zu verstoßen“, so Renninger weiter. „In der Hängematte liegen, grillen, Ball spielen; noch nie hatten wir so viel Zeit dafür", sagt sie.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Der Lehrer und Musiker Kristian Simon bringt sein Grün in Margetshöchheim (Lkr. Würzburg) auf Vordermann. Der Garten bedeutet für ihn Erholung. „Wir sind aber vor allem sehr glücklich, einen Garten zu haben, in den wir gehen können und unsere Freizeit ohne Restriktionen genießen können“, fügt Laug hinzu.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Die Heilpraktikerin Katrin Laug arbeitet mit Mann, Tochter und Hund in ihrem Garten an der Steinburg in Würzburg. Wegen der Ausgangsbeschränkung verbringt die Familie viel Zeit im Garten. "Unser Garten ist aktuell unser Home-Office und bedeutet Luxus und Bewegungsfreiheit", sagt Laug. Der Garten liegt nur wenige Meter von der Steinburg entfernt, Obstbäume rahmen den Blick auf das Dürrbachtal. Versorgungsengpässe machen ihr keine Sorgen. "Für die Zeit nach Corona haben wir mit Gemüse- und Kräuterbeeten vorgesorgt", sagt sie.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Markus Neckermann sitzt in seinem Garten in der Zellerau in Würzburg. "Der Garten ist mein Ort an dem ich mich immer wohl fühle", sagt Markus. "Und in Zeiten der Pandemie bin ich sehr dankbar, ihn mit meinem Kater und meiner Tochter nutzen zu dürfen."

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Viola (links) und Karla sitzen am Steuer eines kleinen Baggers in ihrem Garten in der Sanderau in Würzburg. Ihr Vater ist Bauunternehmer. Die Corona-Krise nutzt er, um den Garten der Familie neu zu gestalten.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Michael Greschner gießt in seinem Schrebergarten in Grombühl die Blumenbeete. Im Hintergrund läuft ein Sprenger, in dem sich die Strahlen der Abendsonne brechen. Im Frühling verbringt der Sozialpädagoge mindestens eine Stunde am Tag in dem Garten.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Moritz Grebner genießt die Zeit im Garten mit seiner Schwester und ihren Kindern. „Hier hab ich die Möglichkeit, draußen zu sein, ohne gleich Sport zu machen“, sagt der Würzburger und lacht. Kaum sind die ersten Fotos im Kasten, taucht eine Polizeistreife auf. Ein Nachbar habe sich beschwert, erklärt der Beamte freundlich. „Gehören alle zur Familie, ein Hausstand", beschwichtigt Moritz.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Julia Gock und Gernot Stühler spielen im Garten mit ihren Kindern Lemmy und Zora eine Art Tischfußball namens Tipp-Kick.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Der Lehrer und Punkrockmusiker Sven Ludwig steht in seinem Garten in der Sanderau in Würzburg. Schatten spendet ein Magnolienbaum. „Die Blüten sind leider erfroren“, sagt er. Mit seiner Punkrockband „Awesome Grey“ hat Ludwig gerade ein Album veröffentlicht, die Tour ist der Corona- Krise zum Opfer gefallen.

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Jojo Schulz, Stadtrat und Geschäftsführer der Posthalle, sitzt mit seiner Familie im malerischen Garten seines Hauses im Altort von Eibelstadt (Lkr. Würzburg). "Der Garten bedeutet für uns Erwachsene generell eine Oase, in der wir die Seele baumeln lassen können", sagt Schulz. "Wenn die Kinder es denn zulassen", fügt er hinzu. Für die Kleinen ist der Garten Abenteuerspielplatz und Entdeckerwerkstatt. "Im Moment ist der Garten unsere kleine Corona-Welt, die uns über viele Einschränkungen hinwegtröstet und uns mit Dankbarkeit erfüllt."

Fotoreportage: Der Garten in der Corona-Krise als Rückzugsort
Foto: Daniel Peter

Der Autor

Kommentare

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!