Beobachten – aber bitte genau!

Sie sind Jugendtrainer? Dann stehen Sie mit einem Bein im Knast. Weil – wie uns die Zahlen von Polizei und Kinderschutz-Bund belegen – über 400 000 sexuelle Übergriffe im Jahr an Kindern geschehen. Weil immer mehr Pädo-Kriminelle Vertrauens-Positionen in den Vereinen innehaben, um sie schamlos auszunutzen. Der Vortrag von Avalon-Leiterin Gabriela Gossow-Look war ebenso lehrreich wie bedenklich. Denn das von ihr gezeichnete Täterprofil passt nicht nur auf Kinderschänder, sondern auch auf eine sehr große Zahl von Jugendbetreuern und Kindertrainern, die nun wirklich nicht an Befriedigung ihrer Macht- oder Sexualbedürfnisse denken, wenn sie Vertrauen zu Kindern und Jugendlichen aufbauen. „Da muss man beobachten“ fordert die Sozialpädagogin. Vielleicht sollte man den Vereinsvertretern noch den guten Ratschlag mitgeben: „Aber bitte ganz genau beobachten“. Denn wie schnell ein Jugendtrainer in falschen Verdacht gerät und wie schnell dessen guter Ruf ruiniert wird, darüber gibt es keine Zahlen. Nur Erfahrungswerte von Betroffenen. Deshalb ist es sehr wichtig in der Jugend-Sportbetreuung, dass das noch immer versteckte Tabuthema „Sexuelle Gewalt“ ein offenes Thema der Jugendarbeit wird. Denn nur wenn offene Gespräche stattfinden – wie solche vom BLSV-Bezirksvorsitzenden Hermann Roos und Landrat Eberhard Nuss initiierten – können die Dunkelziffern auch wirklich sinken.

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