WÜRZBURG

Humaner Spitzensport soll fair und sauber sein

Experten in Sachen Fairness: Die Diskussionsrunde mit (von links) Jörg Hofmann, Anwalt bei der Kanzlei Bendel & Partner, der diesjährige Preisträger Christian Oppel, Doppel-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth, Ringer-Bundestrainer Alexander Leipold und Hans Strauß, stellvertretender Leiter der Sportredaktion dieser Zeitung.
| Experten in Sachen Fairness: Die Diskussionsrunde mit (von links) Jörg Hofmann, Anwalt bei der Kanzlei Bendel & Partner, der diesjährige Preisträger Christian Oppel, Doppel-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth, ...

Wie viel Fairness verträgt sich mit Spitzensport? Diese und andere Fragen haben sich Ulrike Meyfarth und Alexander Leipold schon oft gestellt. Meyfarth ist Doppel-Olympiasiegerin im Hochsprung, Leipold ist Gewinner des olympischen Ringer-Turniers in Sydney und heute Bundestrainer. Beim Ehrenabend für die Gewinner der Aktion „Fair ist mehr“ berichteten beide aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz.

Für Meyfarth stellt sich die Frage nach der Fairness schon ganz generell, wenn ein junger Akteur eine Spitzensportkarriere einschlägt. In den meisten olympischen Sportarten verdient er damit längst nicht genug Geld, um sein Leben zu finanzieren. Ganz im Gegenteil, er nimmt Nachteile in Ausbildung oder Studium in Kauf. „Humanen Leistungssport“ will Meyfarth zusammen mit ihren Mitstreitern, allesamt ehemalige Spitzensportler, vom Kuratorium der Sporthilfe Nordrhein-Westfalen ermöglichen. „Fair und sauber“ soll er sein. Das bedeutet auch, dass die Athleten nach der Karriere eine faire Chance in der Wirtschaftswelt haben. Deshalb sei eben auch die finanzielle und ideelle Unterstützung der Athleten während der Ausbildung so wichtig.

Dass das so ist, das liegt auch daran, dass die Fernsehzeiten und somit die öffentliche Aufmerksamkeit für die Sportarten unfair verteilt sind. „Vielleicht sollten sich die Sommer-Sportarten mal den Wintersport zum Vorbild nehmen und ihre Wettkämpfe so terminieren, dass das Fernsehen, wie beim Wintersport zusammenhängende Übertragungen am Nachmittag senden kann“, schlug Meyfarth vor.

In der Diskussionsrunde zum Thema „Wie fair sind die Medien?“ berichtete Ex-Ringer Leipold, wie es ist, auf dem Boulevard vom gefeierten Helden zum bösen Buben zu werden. Als er nach seinem Olympiasieg im Jahr 2000 unter Dopingverdacht geriet und erst nach einem jahrelangen Rechtsstreit rehabilitiert wurde, habe er das erlebt. „Da passieren Dinge, die man einfach nicht beeinflussen kann. Da werden die Dinge einfach verkürzt und falsch dargestellt. Aber man kann nicht von den Medien sprechen. Es gibt nicht nur die Zeitungen, die große Überschriften machen“, so Leipold. Er habe auch gute Erfahrungen mit Journalisten und Medien gemacht: „Die Main-Post ist zum Beispiel immer fair mit mir ungegangen.“

Der Gedanke „Fair ist mehr“ soll, so hofft zumindest Main-Post-Chefradakteur Michael Reinhard, auch jenseits der Sportplätze und Hallen wirken. „Die Idee der Fairness in unserer Gesellschaft erachten wir als wichtig und förderungswürdig“, sagte Reinhard in seiner Begrüßungsansprache. Seit 1991 vergibt die Mediengruppe Main-Post nun schon ihre Auszeichnung an Sportler für ihre besonders fairen Gesten. „Fair ist mehr“ ist damit der am längsten bestehende Fairnesspreis in Deutschland und Vorbild für zahlreiche ähnliche Auszeichnungen. „Vor allem Jugendlichen gegenüber gilt es, das Prinzip der Fairness bekannt zu machen“, so Reinhard. Wer auf dem Sportplatz fair handelt, sei ein Vorbild in Sachen Toleranz und Miteinander und leiste damit einen Beitrag gegen Extremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.

Fair ist mehr

Die Aktion ist eine ständige Einrichtung Ihrer Zeitung und wird unterstützt vom Bayerischen Landessportverband. Schirmherr ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds Thomas Bach. Die Rechtsanwaltskanzlei Bendel & Partner tritt als Sponsor auf. Eine Jury bewertet alljährlich alle veröffentlichten Aktionen und zeichnet die Sieger aus. Faire Gesten melden Sie bitte an: Sportredaktion Main-Post, Berner Straße 2, 97084 Würzburg Tel. (09 31) 60 01 – 2 37 Fax: (09 31) 60 01 - 3 68 E-Mail: red.sport@mainpost.de

ONLINE-TIPP

Eine Bilderserie vom Ehrenabend sowie alle fairen Aktionen zum Nachlesen finden Sie im Internet unter www.mainpost.de/sport/fairistmehr

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