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Coronakrise: Alltagsmasken werden zum Modetrend

Coronavirus prevention concept       -  Handmade reusable cotton medical mask. Face mask protection against pollution, virus, flu and coronavirus. Health care and surgical concept. DIY, zero waste.
Foto: Anikona (iStockphoto) | Handmade reusable cotton medical mask. Face mask protection against pollution, virus, flu and coronavirus. Health care and surgical concept. DIY, zero waste.

Als Designer ihre Planung für die Saison 2020 gemacht haben, hätten wohl auch die größten Modehäuser nicht gedacht, dass ein Utensil aus dem Gesundheitsbereich zum europaweiten Trend werden könnte: der Mund-Nasen-Schutz. Neu ist dieses Accessoire in der Fashion-Szene allerdings nicht. Inspiriert durch asiatische Länder dekorierten große Modelabels bereits vor Jahren Ihre Laufsteg-Models mit stilvollen Gesichtsbedeckungen. Durch Corona ist der Trend nun weltweit angekommen.

Von der Not-Maske zum Mode-Accessoires

Eigentlich durch die Not heraus geboren, überschlug sich am Anfang der Corona-Krise das Angebot an selbstgenähten Behelfsmasken. Das sind Masken, die keinen echten Schutz vor dem Virus bieten, dessen Verbreitung aber eindämmen können. Durch die Maskenknappheit in Europa wurde vernäht, was in der Restekiste an Stoffen vorhanden war. Anfangs nur zum Schutz für Risikogruppen. Doch nun werden Omas Tischdecken, Gardinenreste und alte Stoffservietten durch trendige Muster abgelöst. Die Maske wird zum Fashion-Accessoire. Die mintgrüne Einmalmaske könnte damit endgültig im Papierkorb landen.

Zuerst waren selbstgenähte Behelfsmasken ausschließlich über private Angebote in den sozialen Netzwerken zu finden. Inspiriert durch Do-it-yourself-Anleitungen im Netz ließen sowohl Hobbynäher als auch Profi-Schneider ihre Nähmaschinen heiß laufen. Verarbeitet wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war. Verkauft wurden die Masken zu kleinen Preisen, meist zahlten Käufer nur eine kleine Aufwandsentschädigung. Mittlerweile wird der Markt überflutet. Die Masken werden nicht nur ansehnlicher, sondern auch zunehmend professioneller: Einfach oder doppelt genäht, mit oder ohne Fach für Filter - das Sortiment wird breiter. Und damit steigen auch die Kosten.

 

 

Masken passen zu Anlass und Persönlichkeit

Auf Online-Marktplätzen wie Etsy oder Ebay starten die Preise bei rund fünf Euro pro Stück. Sucht man eine Maske zum Binden oder Stoff, der mehr als 60 Grad in der Waschmaschine aushält, muss man schon mindestens zehn Euro ausgeben. Dafür ist die Auswahl grenzenlos: Von Star Wars über Flamingos bis hin zu Totenköpfen findet der modebewusste Masken-Träger alles, was das Herz begehrt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache bunt und individuell. Beim Lieblingsstück empfiehlt es sich jedoch schnell zuzuschlagen, denn die Masken sind derzeit schneller vergriffen als dreilagiges Toilettenpapier.

Dabei entwickelt jede Branche ihre eigenen Ideen. So müssen beispielsweise angehende Bräute auch nicht auf das neue Trend-Accessoire Maske verzichten. War früher der Schleier oder der Blumenkranz ein Highlight des Braut-Outfits, gesellt sich nun die Mund-und-Nasen-Bedeckung dazu. Stilecht in weißer Spitze versteht sich. So bietet es beispielsweise ein Berliner Brautmodengeschäft an. Bleibt nur zu hoffen, dass die Hochzeit aufgrund der Corona-Krise überhaupt stattfinden kann.

 

 

Luxus-Marken leisten wichtigen Beitrag

Es war nur eine Frage der Zeit bis dieser weltweite Trend auch bei großen Modehäusern ankommt. Italienische Luxusmarken wie Louis Vuitton oder Modeketten wie H&M tanzen neuerdings auch auf dem großen Mode-Maskenball. Damit lösen sie bei Influencern freudige Schnappatmung aus. Sich und andere schützen und dabei einen neuen Trend kreieren? Der Goldesel hat einen Namen: Corona. Denn um sein Gesicht mit diesem Luxus schmücken zu dürfen, muss man bis zu 200 Euro löhnen.

 

Immerhin unterstützt man mit solchen High-End-Preisen seine Lieblingsmarke. Denn sowohl an großen wie auch kleinen Modehäusern wird die Corona-Krise nicht spurlos vorbeigehen. Viele der großen Modelabels haben deswegen noch mehr als nur Luxus-Accessoires im Angebot. Bei zum Beispiel Prada oder Louis Vuitton wurden die Produktionsstätten mittlerweile (teilweise) auf Maskenproduktion für Krankenhäuser und Pflegeheime umgestellt. Das Designerstück wird dabei ohne Logo ausgeliefert. Statt Haute Couture wird nun auch ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft geleistet.

 

Wie aus einer Maske ein Outfit wird

Nicht nur große Luxusmarken setzen auf das Trend-Accessoire, auch viele kleine Labels sichern sich damit das Überleben. Statt Gutscheinen werden trendige Stoffmasken angeboten. Auch hier ist das Preisspektrum je nach Qualität vielfältig. Von zwölf bis 25 Euro kann man für die Gesichtsbedeckung ausgeben. Dafür lässt sich damit auch gleich ein ganzes Outfit kreieren: Beim deutsch-tschechischen Modeunternehmen “Be Wooden” zum Beispiel gibt es bei Bedarf die passende Fliege zur Maske dazu. Ganz getreu dem Motto: So hart der Weg durch die Krise auch ist, modisch gekleidet lässt er sich vielleicht ein wenig leichter gehen.

 

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