WIESENTHEID

Eine Stunde für die Mitmenschen

Die Idee des Vereins „Zeit füreinander“ in Wiesentheid ist, eine Stunde Zeit pro Woche für Mitmenschen einzusetzen. Das tun inzwischen 50 Frauen und Männer.
Was ist zu tun? Wer kann was? Darum geht es den Organisatoren des Wiesentheider Vereins „Zeit füreinander“, Irene Hünnerkopf (vorne rechts), Helma Schug (vorne links) und ihren Mitstreitern.
Foto: FOTO T. Schleicher | Was ist zu tun? Wer kann was? Darum geht es den Organisatoren des Wiesentheider Vereins „Zeit füreinander“, Irene Hünnerkopf (vorne rechts), Helma Schug (vorne links) und ihren Mitstreitern.

Irene Hünnerkopf und Helma Schug zupfen im Sitzungssaal des Wiesentheider Rathauses die Tischdeckchen zurecht. Ein bisschen nett soll's schon aussehen, wenn sich gleich das Helferteam von „Zeit füreinander“ trifft. Auch wenn es dann natürlich nicht um gemütliches Beisammensein, sondern um Themen und Termine geht.

Jeden dritten Mittwoch im Monat kommen die Frauen und Männer zusammen, um die neuesten Aktionen zu planen, um zu überlegen, wer was machen könnte. Auch mehr als vier Jahre nach der Gründung des Vereins geht es um „bürgerschaftliches Engagement“. So zumindest beschreibt Vorsitzende Irene Hünnerkopf den Grundgedanken, unter dem man sich Anfang 2005 zusammengefunden hat. „Bei den Neujahrsgesprächen am Dreikönigstag waren wir uns einig, dass der Staat nicht alles leisten kann. Und wir wussten: Zugleich gibt es ein großes Potenzial in der Bevölkerung“, erinnert sie sich. Die Idee: eine Stunde Zeit pro Woche für Mitmenschen einsetzen – freiwillig und unentgeltlich. Betätigungsfelder gibt es genug. Da ist der Kaffee-Besuch bei der alten Frau, die sich einsam fühlt, der Fahrdienst zum Arzt oder die Hilfe im Umgang mit technischen Geräten. „Wir haben schon so manchen Receiver eingestellt oder die Nähmaschine flott gemacht“, sagt Hünnerkopf.

Schon nach dem ersten Aufruf hatten sich 20 Helfer in die Liste eingetragen, heute kann der Verein auf 50 Frauen und Männern zurückgreifen. Die Entwicklung macht Irene Hünnerkopf und ihre Stellvertreterin Helma Schug froh – auch wenn es immer noch Bedarf an Mitstreitern gibt: „Zehn Leute könnten wir schon noch brauchen“, sagt Schug.

So vielfältig, wie die Aufgaben des Vereins inzwischen sind, so breit sollte auch die Palette der Helfer sein. Nicht jeder ist für alles geeignet. Wer sich zum Besuch im Altenheim einteilen lässt, sollte gut zuhören können, wer bei einem technischen Problem helfen möchte, darf nicht zwei linke Hände haben. „Und auch menschlich muss es passen“, sagt Helma Schug. Deshalb ist auch immer jemand vom Leitungsteam dabei, wenn ein neuer Kontakt geknüpft wird. Helma Schug: „In der Regel passt es.“ Was nicht zuletzt am Talent der beiden Vorstandsdamen liegt, die mit sensiblem Blick die passenden Helfer für die jeweiligen Aufgaben auswählen. „Meist müssen wir uns dann gar nicht mehr groß kümmern“, berichtet Helma Schug.

Ging es anfangs darum, älteren Leuten bei Alltagsproblemen zur Seite zu stehen, kümmert sich „Zeit füreinander“ inzwischen auch um die Jugend. Zum Beispiel bei der Berufsvorbereitung, bei der Unterstützung von Migrantenkindern oder einfach bei Leseübungen. Und manchmal zeitigt der Einsatz unerwartete Ergebnisse. Irene Hünnerkopf erzählt vom halbwüchsigen Sohn einer alleinerziehenden Mutter, für den der Helfer Vaterersatz geworden ist.

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