Einwurf: Heldts Schmerz wegen Babbel

Die Fans des VfB Stuttgart hatten schon am Samstagnachmittag nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Bochum „die Schnauze voll“, am Sonntagabend zog die Vereinsführung nach und entließ Trainer Markus Babbel.

„Endlich“ wird da so mancher gedacht haben. Denn von Saisonbeginn an lief es nicht rund beim Verein für Ballspiele in Stuttgart. Die Neuzugänge Pawel Progrebnjak, Zdravko Kuzmanovic und Alexander Hleb fanden keine Bindung zur Mannschaft, der Wechsel von Torjäger Mario Gomez zum FC Bayern München hinterließ eine bislang nicht einmal ansatzweise geschlossene Lücke im Angriffsspiel. Trotzdem blieben die Verantwortlichen bei den Schwaben zunächst erstaunlich ruhig und gelassen.

Dafür gab es gute Gründe. Markus Babbel hatte in der vergangenen Saison die Mannschaft von Rang elf zur Vizemeisterschaft und in die Champions League geführt. Da sollte doch die Chemie zwischen Trainer und Team stimmen. Zudem war Babbel bei den Fans überaus beliebt, stieß mit seiner unaufgeregten und sachlichen Art auch in der breiten Öffentlichkeit auf viel Sympathie. Und der mit Nationalspielern nur so gespickten Mannschaft traute man ohne Weiteres zu, sich am eigenen Schopfe aus dem Schlamassel zu ziehen. Hin und wieder deutete diese auch ihr großes Potenzial an – zum Beispiel beim souveränen 3:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt –, aber sie fiel danach auch mit schöner Regelmäßigkeit wieder in Lethargie und Verunsicherung zurück.

Nun also, nach acht sieglosen Bundesliga-Spielen in Folge, zog man in Stuttgart die Reißleine. Der Trainer und seine Mannschaft hatten genug Gelegenheiten gehabt, um zu zeigen, dass sie die Kehrtwende würden schaffen können. Sie hatten sie nicht nutzen können. Markus Babbel muss dafür büßen. So sind die Gesetze des Fußballs.

Welche Schmerzen diese manchmal bereiten, war VfB-Sportdirektor Host Heldt am Sonntag bei der Pressekonferenz deutlich anzusehen. Mit Markus Babbel musste ja nicht nur der Trainer, sondern auch ein Freund gehen – das tut doppelt weh. Vielleicht hätte Horst Heldt ja seinen Kumpel begleiten sollen. Er hat schließlich mit ihm die Mannschaft zusammengestellt – und geteiltes Leid ist halbes Leid. So groß war der Schmerz dann aber wohl doch nicht.

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