ERSTE EINDRÜCKE

Endlich in Afrika (2)

Unseren Fahrer haben wir kurz nach der Ankunft am Flughafen bald gefunden, ein netter Kerl mit Fußball-Jacke der Kaizer Chiefs, über den ich bestimmt demnächst mal mehr berichten werde. Mit ihm ging es weiter hinein in das Abenteuer namens Südafrika.


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Wir fuhren zunächst ins Soccer City Stadion in Johannesburg, das wie ein riesiges rostiges Ufo in der Savanne steht.

Apropos Savanne: Der erste Eindruck bei der Fahrt mit dem Bus war der, dass hier alles in Brauntönen gemalt ist. Berge, Hügel, Weiden, sogar die wenigen Bäume und Sträucher schimmern irgendwie erdfarben.

Alles neu für mich, meine Erfahrungen mit Afrika erstreckten sich bislang auf zehn Tage im ägyptischen Sharm el-Sheik auf der Sinai-Halbinsel. Damals war dort jene Schwimm-Weltmeisterschaft, bei der Thomas Lurz seine erste WM-Medaille gewann.

Am Soccer City Stadion, der größten Arena des Landes, steht auch das IBC, das International Broadcast Center, so etwas wie die Schaltzentrale der Fernsehstationen. In einem Zelt war der Accredition Centre, jene Stelle, bei der wir gegen Vorlage unseres Reisepasses sowie der FIFA-Bestätigung unsere Akkreditierung bekommen haben.

Von oben       -  Eine Satellitenaufnahme zeigt das fast fertige Soccer-City-Stadion von Johannesburg.
| Eine Satellitenaufnahme zeigt das fast fertige Soccer-City-Stadion von Johannesburg.
Das ist unsere Zugangsberechtigung zu den Stadien und Medienzentren bei dieser WM. Anschließend brachte uns der Fahrer nach Rhuslancea bei Pretoria, das ist jene Farm, in der ich die nächsten fünf Wochen wohnen und sehr viel arbeiten werde. Die Anlage steht mitten in der Prärie, ist umzäunt. Es gibt hier Zebras, Sträuße und Kudus, eine Antilopenart, vor der hier auf Straßenschildern gewarnt wird - wie bei uns im Spessart vor Hirschen und Rehen.

Die Betreiber haben uns hier einen schönen Arbeitsraum mit Internetanschluss eingerichtet, an dem ich, gerade ist es 19.39 Uhr, noch diese WM-Safari schreibe. Ich komme gerade vom ersten Training der Deutschen im „Super Stadium“ von Atteridgeville, einem Stadtteil von Pretoria.

Es ist eine fremde Welt hier, eine fürwahr Dritte Welt.

Obwohl das Training öffentlich war, sind nur rund 2000 Menschen in das große Rund gekommen. Die meisten waren wohl Kinder aus deutschen Schulen, die das Vuvuzela-Tröten geübt haben.

Das Stadion ist umgeben von kleinen Häusern, direkt dahinter erheben sich kahle Hügel. Ich werde mich auch erst daran gewöhnen müssen, dass es hier so gegen 17.30 Uhr dunkel wird. Und zwar richtig dunkel. Stockdunkel. Die Temperaturen waren tagsüber angenehm, so 20 Grad würde ich schätzen. Nachts wird es aber bitter kalt, weshalb mir die Vermieter eine Heizung ins Zimmer gestellt haben. Tja, ist halt Winter auf der südlichen Hemisphäre.

So, das war ein langer Tag. Die Schuhe qualmen, das T-Shirt klebt. Die Kollegen warten. Es gibt gleich Abendessen. Vielleicht Kudu. Bis bald. 
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