EINWURF

Gestärkt in den Liga-Hit

In der Offensive unbestrittene Weltklasse, in der Defensive gehobener Durchschnitt – an der Grundanalyse des derzeitigen Leistungsvermögens des FC Bayern hat sich durch das Spiel in Mailand nichts verändert. Das lässt sich in einer ganz schlichten Frage zusammenfassen: Machen die Münchner vorne mehr Tore als sie hinten rein bekommen? Bei den drei Auftritten mit Robben und Ribéry lautete die Antwort jedes Mal: Ja!

Letztlich sorgte die Offensive nach vielen ausgelassenen Chancen auch in Mailand noch für die Entscheidung: Weil Arjen Robben noch einmal zum Abschluss kommen wollte, weil Mario Gomez noch einmal hellwach auf einen Abpraller spekulierte. Das Qualitätsgefälle in der Bayern-Elf schrumpfte in Mailand allerdings entscheidend. Dank Torwart Thomas Kraft, der in einigen Szenen an den legendären Oliver Kahn erinnerte. Und auch dank Winter-Verstärkung Luiz Gustavo, der die Kreise von Inters Spielmacher Snejider enorm einengte.

Die Basis für den Einzug ins Viertelfinale der Champions League ist gelegt, nun geht es mit entsprechendem Aufwind Schlag auf Schlag weiter: am Samstag im Bundesliga-Gipfel gegen Dortmund und nächsten Mittwoch um den Einzug ins Pokal-Endspiel gegen Schalke. Der FC Bayern habe die einzige Mannschaft in Deutschland, die diesen Tanz auf drei Hochzeiten hinbekomme, sagt Manager Christian Nerlinger. Mehr noch, die Münchner lieben diesen nahtlosen Übergang von einem Höhepunkt zum anderen.

Gegen die ausgeruhte Borussia geht es am Samstag ganz sachlich darum, im Kampf um Liga-Rang zwei und die direkte Qualifikation für die Königsklasse drei Punkte zu holen. Das Thema ist bei 13 Zählern Rückstand nicht ernsthaft, Dortmund noch den Titel streitig zu machen. Aber zuallererst bedeutet dieses Spiel für den Rekordmeister eine riesige Prestige-Angelegenheit. Mit einem Sieg – Präsident Uli Hoeneß sagt: einem deutlichen Sieg – würden die Münchner dem zurecht viel gelobten Emporkömmling schon die Rückkehr zur alten Hierarchie ankündigen: Heuer lassen wir euch mal den Vortritt, nächstes Jahr sind aber wir dann wieder dran als deutscher Meister. Und so weit weg seid ihr auch nur, weil wir in der Vorrunde die Verletzungsseuche hatten.

Auch am Samstag wird die Frage wieder sein: Machen die Bayern vorne mehr Tore als sie hinten reinbekommen? Ein erneutes „Ja“ ist kein Risiko-Tipp. Doch die Aufgabe wird nicht weniger anspruchsvoll als in Mailand. Unter anderem stellt Dortmund die beste Defensive der Bundesliga.

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