WÜRZBURG

Hochzeit – aber wo?

(lkl) Ob im Heißluftballon, in einer großen Limousine oder gar im Schwimmbad unter Wasser – den Wunsch nach außergewöhnlichen Orten für das Jawort hören die Standesbeamten in der Region heute immer öfter. Aber nicht jeder schöne Ort kann zum Schauplatz für Eheschließungen werden, nur weil das der Wille des Brautpaares ist. „Orte außerhalb des Standesamtes müssen durch einen Stadtrats- oder Gemeinderatsbeschluss gewidmet werden, damit hier rechtskräftig geheiratet werden kann“, erläutert Klaus Holub, Vorsitzender des Fachverbandes der bayerischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten. „Nur eine solche Widmung macht einen Raum außerhalb des Standesamtes zum möglichen Eheschließungsort.“

Brautpaare können auf einen solchen Beschluss nicht selbst hinwirken. Vorschläge kommen nur von den Standesämtern. „Schließlich wissen wir am besten, was möglich ist“, betont Holub. „Da muss man so vieles beachten: Sicherheitsaspekte, den würdigen Rahmen und die dauerhafte Verfügbarkeit des Raumes zu den Trauzeiten.“

Der eigene Schrebergarten, das Lieblingsrestaurant oder das private Segelboot kommen deshalb nicht in Frage. „Denn wenn ein Ort einmal gewidmet ist, steht er grundsätzlich allen Brautpaaren zur Verfügung“, erklärt Silvia Hetzer vom Standesamt Würzburg. „Und Sie wollen ja sicherlich nicht, dass hinterher laufend irgendwelche fremden Paare in Ihrem Garten heiraten.“

Würzburg macht nicht alles mit

Aus Sicht ihres Berufsstands findet Hetzer die Trauungen an besonderen Orten nicht erstrebenswert, denn die kann zu großen Problemen führen. Wenn sich ein Paar beispielsweise kurzfristig umentscheide und doch nicht denselben Ehenamen wolle, könne der Standesbeamte die Heiratsurkunde nicht ausstellen. „Wenn man dann gerade auf der Würzburger Festung ist, bedeutet das keine Hochzeit, denn ohne Heiratsurkunde gibt es keine rechtmäßige Eheschließung.“

Steinburg und Festung sind Orte, die sich Brautpaare aus Würzburg oft für die Eheschließung wünschen, auch wenn in der Stadt bisher keine besonderen Räume gewidmet wurden. „Insgesamt sind die Bestrebungen zu speziellen Heiratsorten hier aber noch nicht so groß wie woanders – die Stadt ist da zum Glück noch brav!“

Den Gegenentwurf zu Würzburg bildet in der Region das „Hochzeitsparadies Bad Brückenau“. Hier kann man nicht nur an besonderen Orten wie der Mottenhaube, einer 35 Meter hohen Aussichtsplattform (Lkr. Bad Kissingen), oder der Königsloge Fürstenhof heiraten, sondern gleich auch rund um die Uhr. „Ob drei Uhr nachts oder sechs Uhr morgens: grundsätzlich ist alles möglich“, so Hans Bauer vom Standesamt Bad Brückenau. „Und da machen nicht nur die Standesbeamten mit, sondern auch die Gastronomie.“ Was nütze schließlich eine Hochzeit um Mitternacht ohne ein Sechs-Gänge-Menü?

Ganz so besonders geht es in der Region sonst zwar nicht zu. Aber auch andere Landkreise machen die standesamtliche Trauung an besonderen Orten möglich. So bietet Hammelburg (Lkr. Bad Kissingen) unter anderem das Schloss Saaleck oder die Herrenmühle an, im Landkreis Haßberge sind Hochzeiten in der Bergruine Maroldsweisach und im Schloss Gereuth möglich. Auch die Mainfähre zwischen Mainstockheim und Albertshofen (Lkr. Kitzingen) sowie das Schloss in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) sind Beispiele für Traumöglichkeiten außerhalb der unterfränkischen Standesämter.

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