Max Herre singt mit Orchester

Max Herre im Studio: Das Album „MTV Unplugged Kahedi Radio Show“ hat er im Herbst aufgenommen.
Foto: Erik Weiss | Max Herre im Studio: Das Album „MTV Unplugged Kahedi Radio Show“ hat er im Herbst aufgenommen.

Hätte man ja gar nicht gedacht, dass der politisch links stehende Max Herre ein so feines kommerzielles Händchen besitzt. Pünktlich zum Finale der Casting-Sendung „The Voice of Germany“, in deren Jury der eher schüchterne Herre in diesem Jahr sitzt, kommt der gebürtige Stuttgarter und langjährige Wahlberliner jetzt auch noch mit einer neuen Platte, genauer mit „MTV Unplugged Kahedi Radio Show“. Wir haben mit Max Herre gesprochen.

Frage: Du hast vor einem Jahr dein Nummer-Eins-Album „Hallo Welt!“ veröffentlicht, warst viel auf Tournee, arbeitest seit Sommer als Juror in der Castingshow „The Voice“ und bist Ehemann und Familienvater. Wieso jetzt auch noch das Unplugged-Album?

Herre: Weil das eine Wahnsinnsehre ist, und weil ich mich unheimlich gefreut hatte, als MTV Ende letzten Jahres fragte, ob ich mir das vorstellen könnte. Ich habe einfach schon lange davon geträumt, so etwas einmal machen zu können. Wir haben richtig geklotzt und zum Beispiel ein Orchester mit insgesamt 28 Musikern auf der Bühne. Als endgültig feststand, dass die Aufnahme in diesem Herbst passiert, bin ich da wirklich voll engagiert reingegangen in Sachen Konzept, Instrumentierung und Songauswahl. Beim Poker würde man sagen: „All In“.

Das Album ist ein echtes Mammutwerk mit über zweieinhalb Stunden Laufzeit. Habt ihr das an nur einem Abend aufgezeichnet?

Herre: Nein, an zwei Abenden nacheinander. Wir wollten frisch bleiben, und es sind ja auch viele Gäste dabei. Nicht alle hatten am selben Tag Zeit.

Ihr spielt alte Freundeskreis-Nummern wie „A.N.N.A“ oder „Mit dir“, aber auch ganze aktuelle Stücke vom „Hallo Welt!“-Album. Ein klassisches Best-Of-Programm?

Herre: Für mich ist das eine Werkschau. Ein Zwischenfazit. Ich bin dieses Jahr 40 geworden, das ist ein guter Zeitpunkt für so eine Bestandsaufnahme. Die alten Songs kriegen mit der neuen Instrumentierung, mit Streichern, Bläsern, Harfe, ein ganz neues Leben. Meinen großen Vorbildern aus den Siebzigern – Curtis Mayfield und Marvin Gaye haben ihre Alben ja auch immer mit großem Orchester eingespielt – hat mich diese Platte ein gutes Stück näher gebracht.

Joy Denalane und du seid zum Paar geworden, nachdem ihr 1998 „Mit dir“ zusammen aufgenommen habt. Jetzt habt ihr zwei gemeinsame Kinder, habt zwischenzeitlich getrennt gelebt, du bist Vater der heute fünfjährigen Tochter Vida geworden, seit einigen Jahren seid ihr wieder zusammen. Was für Gefühle kommen da auf, wenn ihr live und unplugged dieses Liebesduett singt?

Herre: Sehr schöne. Auch wenn für Romantik nicht viel Platz war, denn wir mussten hochkonzentriert zu Werke gehen (lacht). Tatsächlich haben wir „Mit dir“ nur selten über die Jahre gemeinsam gespielt, da war schon Angst dabei, den Text zu versemmeln. Zumal so viele Leute da draußen den Text viel besser kennen als wir selbst. Man trifft immer wieder Leute, die einem sagen „Der Song lief bei unserer Hochzeit“. Ganz viele Menschen verbinden mit „Mit dir“ ihre eigene Geschichte.

Du selbst ja auch.

Herre: Klar, für Joy und mich war es der Startschuss zu einem gemeinsamen Leben, musikalisch wie privat. „Mit dir“ ist als Song außerdem ziemlich zeitlos, wenngleich ich heute bei der einen oder anderen Zeile schmunzeln muss. Genau wie bei „A.N.N.A.“. Diese Lieder, die ich mit Anfang 20 schrieb, haben noch so eine Naivität.

Du singst auf dem Album auch mit Leuten wie Sophie Hunger oder Philipp Poisel zusammen, die nun wirklich keine klassischen Hip-Hopper sind. Bist du überhaupt noch einer?

Herre: Ja, das bin ich. Aber was heißt „klassischer Hip-Hopper“? Das Genre ist gerade in den letzten Jahren viel breiter geworden, es ist viel mehr möglich. Die Leute wagen mehr: Ob das jetzt in den USA ein Kendrick Lamar oder ein Macklemore ist, oder bei uns ein Casper, der mit Get Well Soon ins Studio geht und Indie-Rock-Hip-Hop macht oder ein Marteria, der sich an vielen elektronischen Musikströmungen wie zum Beispiel Grime-Sound aus England orientiert. Es geht uns allen darum, gute Musik zu machen.

Worum geht es dir denn bei „The Voice“? Ist das nicht uncool?

Herre: Ach was, wir haben damals auch an so einem Bandwettbewerb teilgenommen, dem „Rocktest“ in Stuttgart. Ich war 15, und wir sind in der Vorrunde gescheitert. Ich finde das Format von „The Voice“ wirklich toll.

Hast du die anderen Staffeln gesehen?

Herre: Ich habe das schon verfolgt und wollte am Ende auch wissen, wer gewinnt.

Was hält deine Familie von deinen „The Voice“-Auftritten?

Herre: Die sind manchmal im Studio dabei oder gucken es sich zumindest im Fernsehen an. Der Tenor ist, dass sie zufrieden mit mir sind. Sie haben das Gefühl, dass dort derselbe Max Herre sitzt wie zu Hause.

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