WÜRZBURG

Rund 10 000 Besucher beim BR-Senderfest

Blauweißer Himmel und strahlender Sonnenschein, was könnte sich ein bayerischer Sender mehr für ein Fest wünschen. Zum 60. Geburtstag des BR-Senders auf der Frankenwarte Würzburg kamen am Wochenende schätzungsweise 10 000 Menschen.

„Schau mal, der sieht ja aus wie der Eiffelturm“, sagt eine begeisterte Besucherin. Mit seinen 125 Metern Höhe kann der Sender des bayerischen Rundfunks zwar dem großen Bruder in Paris (Höhe: 324,82 Meter) nicht so ganz das Wasser reichen – imposant ist er allemal. Genauso wie das gesamte technische Innenleben des Sendergebäudes, das normalerweise für die Öffentlichkeit „off records“, also nicht zugänglich ist. Manche Bereiche sind sogar durch einen Stacheldraht von der Außenwelt abgeschirmt. Anders am Samstag und Sonntag, alles ist offen.
„Die Leute nutzen die Gelegenheit und bestaunen nicht nur den Sendeturm, sondern auch die Sendetechnik und sehen zum ersten Mal, den gigantischen, technischen Aufwand, der für die Übertragung der Programme betrieben werden muss“, erklärt Moderator Jürgen Gläser. Um die Interessierten ausreichend zu informieren, sind rund 20 BR-Techniker von allen 60 Sendern aus ganz Bayern nach Würzburg gereist. Einer von ihnen ist Wolfgang Vogt aus Murnau, der sich am Samstag als „Opfer“ für die Höhenrettungsübung vom Sendemast zur Verfügung stellt. Dazu steigt er im Innern des Turmes in einem Gitterschacht auf einer Leiter nach oben, bis zur Plattform in 50 Meter Höhe. Fünf Feuerwehrmänner der Berufsfeuerwehr Würzburg klettern ebenfalls nach oben und spannen Seile von der obersten Plattform nach unten. Ohne Geländer und mit dem Rücken in die Tiefe gerichtet.

Spektakulär, sagt Jürgen Gläser. Und ganz schön heikel für den ehrenamtlichen Feuerwehrkommandanten Vogt, dem „richtig schwummrig“ ist, als er wieder unten ankommt. Rund 500 Zuschauer verfolgen die atemberaubende Aktion vom sicheren Boden aus. Weil es nach dem Krieg nur einen Mast in den Wiesen der Mergentheimer Straße gab, der nur Mittelwelle senden konnte, entschloss sich der BR 1952, auf die Frankenwarte zu ziehen. 2009 wurde dann ein neuer Sendemast nötig, weil der Alte die neue Technik für das digitale Fernsehen (DABT) nicht mehr tragen konnte. Die steckt jetzt in der rot-weißen Spitze des Turmes, der 2010 in Betrieb ging, intern „Wolfram-Hilsenberck-Turm“ heißt und auf Höchberger Gemeindegrund liegt. Über die Technik des Senders informiert Cheftechniker Thomas Karle, der für ganz Unterfranken zuständig ist.
Alles was in Würzburg ins Mikro gesprochen wird, geht erst einmal über eine Glasfaserleitung ins Funkhaus nach München und von dort auf den Sender an der Frankenwarte. „Die Daten, Fernsehbilder und Musik, sind recht kleine Signale, die hier verstärkt werden müssen“, erklärt der Fachmann. Voll Ehrfurcht bestaunen die Besucher die über zwei Meter hohen Gestelle, vollgestopft mit Schaltern, Lampen und Displays, die man landläufig Sender nennt. Kaum einer weiß, welch aufwendige Technik hinter der Übertragung von Bildern und Tönen steckt. Zahlreiche Rechner „schauen in die Tiefe der Geräte“ und können so binnen kürzester Zeit Fehler analysieren. Und natürlich interessiert die Gäste auch, auf welchem Wege sie am besten digitales Fernsehen und Radio empfangen können. Den „kleinen Eiffelturm“ mal aus der Nähe zu sehen, hat Ruth Macht aus Ochsenfurt zu einem Besuch auf der Frankenwarte bewogen. Besonders beeindruckt ist sie von der „vielen Technik“, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.

Ihrer Tochter Melanie hat es auch viel gebracht, da die 14jährige vielleicht beruflich mal etwas mit Mediendesign machen will. Ein buntes Rahmenprogramm im eigens aufgestellten Festzelt begleitete das BR-Senderfest. Zu den Höhepunkten zählten sicher die Auftritte des fränkischen „Dreggsags“ Michl Müller und des Bauchredners Pierre Ruby mit seiner Nilpferddame „Amanda“. Die Freiwillige Feuerwehr Höchberg war mit 30 Leuten im Einsatz, um den Verkehr rund um das zwei Hektar große Areal zu regeln. Sieben Vereine aus Höchberg sorgten für das leibliche Wohl der Gäste.
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