Würzburg

Von wegen immer nur Abhängen: Ein Fledermaus-Interview

Sie sind Flugkünstler, äußerst sozial und sahen vor 50 Millionen Jahren schon fast so aus wie heute. Der Würzburger Zoologe Gerald Kerth im Gespräch über tägliche Umzüge im großen Trupp und Echoortung im Stockdunklen.
Fledermausinventur in Brauereiruine       -  Eine Fledermaus der Art Großes Mausohr (Myotis myotis) im Kellergewölbe der alten Brauerei.
Foto: Patrick Pleul, dpa | Eine Fledermaus der Art Großes Mausohr (Myotis myotis) im Kellergewölbe der alten Brauerei.
Täglich?

Kerth: Es gibt Fledermäuse auf Dachböden oder in Südeuropa in Felshöhlen, die bleiben den Sommer über im gleichen Quartier. Aber die Arten, die in Wäldern leben oder hinter Fensterläden und Holzverschalungen Spaltenquartiere besiedeln, ziehen fast täglich um. Und dann muss sich immer eine Gruppe von 20 bis 100 Weibchen koordinieren, wann sie umziehen, wohin sie als Nächstes ziehen. Und wie sie das gemeinschaftlich lösen, und vor allem wie effektiv, das finde ich nach wie vor wahnsinnig spannend.

Und wie machen die Tiere es? Wie funktioniert die „Absprache“?

Kerth: In allen Details verstehen wir das noch nicht. Was die Tiere machen: Sie sind ständig auf der Suche nach neuen Quartieren, fliegen permanent neue Baumhöhlen oder Fledermauskästen an und wieder zurück. Dann bringen sie Koloniemitglieder mit zu dem neuen Quartier, und irgendwann sind genügend davon überzeugt, dass der Platz geeignet ist und alle dort einziehen.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Würzburg
Bienen
Fledermäuse
Insekten
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Kolonien
Mauersegler
Zoologinnen und Zoologen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen