London (dpa)

Alle schauen auf Zara - die reitende Enkelin der Queen

Wo Zara ist, da sind die Fotografen. Die Verschlüsse klicken bei jeder Bewegung. Die 31-jährige Blondine ist kein Fotomodell und trotzdem die meistfotografierte Frau im Greenwich Park. Denn Zara Phillips ist die Enkelin der britischen Queen.
Royale Reiterin       -  Zara Phillips, die Enkelin der Queen, steht immer im Mittelpunkt. Foto: Jochen Lübke
Zara Phillips, die Enkelin der Queen, steht immer im Mittelpunkt. Foto: Jochen Lübke

Von dem medialen Rummel, der Aufregung von Sicherheitspersonal und Boulevard-Journaille, zeigt sich die Vielseitigkeitsreiterin allerdings relativ wenig berührt. Sie genießt ihr Olympia-Debüt. «Es ist unglaublich», schwärmte die Nummer 14 der britischen Thronfolge, während von hinten die Yellow-Press-Reporter drängelten. «Es ist ein fantastisches Gefühl, ein Teil der olympischen Familie zu sein und für mein Land zu reiten.»

Die Kameras klicken, wenn die 31-Jährige irgendwo im Greenwich Park auftaucht. Nicht nur bei den offiziellen Interviews nach den Ritten. Die royale Reiterin ist einer der großen Stars des britischen Teams, und das hat natürlich weniger damit zu tun, dass Zara Phillips eine Weltklasse-Sportlerin ist.

Sie war Europameisterin 2005 und Weltmeisterin 2006, und unter den anderen Reitern ist die Aristokratin einfach nur eine Sportlerin. «Sie ist ein Pfundskerl», berichtete Ingrid Klimke. 2005 bei der EM standen die beiden gemeinsam auf dem Podium, Zara Phillips als Siegerin und Klimke als Dritte. Dass Zara Phillips Mitglied des Königshauses ist, «das merkt man ihr überhaupt nicht an», sagte Klimke: «Sie ist witzig und unheimlich locker.» Nicht einfach für jemanden, der so unter Beobachtung steht.

Beliebtes Foto-Objekt im Greenwich Park ist auch ihre berühmte Mutter. Prinzessin Anne, die 1971 Einzel-Europameisterin geworden war, unterstützt die Tochter bei Olympia und gibt im Trainingsanzug ein schönes Motiv ab. Begehrt sind auch Fotos von Zara mit ihrem Mann Mike Tindall, einem in Großbritannien populären Rugby-Spieler.

«Ich versuche sie zu ignorieren», sagte Zara Phillips über die auf sie gerichteten Objektive. Trotz des Wirbels um ihre Person wirkt die junge Frau unkompliziert und umgänglich. Zumindest bei Fragen zum Reiten ist sie freundlich und auskunftsfreudig.

Wer von ihr wissen will, ob sie mehr Sportlerin oder mehr Aristokratin sei, für den hat Zara Phillips die passende Antwort: «Was für eine verrückte Frage!» Zu viel Neugier bei bestimmten Themen weiß sie locker zu kontern. Als sie gefragt wurde, ob ihre pferdesportbegeisterte Oma ihr Tipps gegeben habe, antwortete sie lässig lächelnd: «Glauben sie wirklich, ich würde es Ihnen erzählen, wenn sie es getan hätte?»

Sportlich Interessantes hat sie auch genug zu erzählen. Zweimal verpasste sie die erhoffte Olympia-Teilnahme wegen Verletzungen ihres damaligen Toppferdes Toy Town - ausgerechnet aus dem Stall der Queen. Jetzt ist sie mit einem elfjährigen Wallach dabei, der «noch ein bisschen unerfahren ist» und der den wunderbar passenden Namen High Kingdom trägt.

«In unserem Sport läuft nicht immer alles nach Plan», sagte Zara Phillips. Umso glücklicher ist sie, dass sie es im dritten Anlauf ausgerechnet zu den Heimspielen geschafft hat. «Ich bin sehr stolz, dass ich hier in London dabei bin.» Und selbstverständlich lebt sie nicht bei Oma Elizabeth zu Hause im Palast, sondern im olympischen Dorf. «Es ist lustig herauszufinden, wer welchen Sport betreibt», berichtete sie vom Leben im gesperrten Bereich, der noch einen Vorteil für sie hat: Dort ist sie sicher vor den Paparazzi.

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