Hammelburg

100. Geburtstag von Robert Höfling

Vor 100 Jahren, am 14. Januar 1919, wurde der originelle und umstrittene Hammelburger Künstler Robert Höfling geboren.
Das Foto aus dem Jahr 1997 zeigt Robert Höfling bei der Arbeit in seinem Atelier.Foto: Archiv/Irene Spiegel       -  Das Foto aus dem Jahr 1997 zeigt Robert Höfling bei der Arbeit in seinem Atelier.Foto: Archiv/Irene Spiegel
| Das Foto aus dem Jahr 1997 zeigt Robert Höfling bei der Arbeit in seinem Atelier.Foto: Archiv/Irene Spiegel

Er war eine schillernde, originelle und kreative Persönlichkeit, ein Provokateur und ein Künstler, der gut in den Kreis um Joseph Beuys gepasst hätte - für viele war er zeitlebens aber auch ein rätselhafter Mensch. Vor 100 Jahren, am 14. Januar 1919, wurde Robert Höfling geboren.

An und in mehreren Gebäuden in der Stadt hinterließ er seine Malereien. Höflings Arbeiten sind aber auch über Hammelburg hinaus bekannt. Er war ein begabter Porträtist, der den Charakter seines Gegenüber präzise sowie zuweilen sehr pointiert erfasste.

Höfling nahm zahlreiche Auftragsarbeiten aus dem kirchlichen Bereich an, zum Beispiel stammt das Altarbild in der Christkönig-Kirche im Lager von ihm - und das, obwohl er eine kirchenkritische Haltung an den Tag legte. So erregte Höflings Aktion Aufsehen, bei der er Kruzifixe mit einer Dampfwalze platt machen ließ.

Sein Atelier im Haus in der Von-Hess-Straße wirkt, als würde der Künstler jeden Augenblick zurückkehren, um seine Arbeit fortzusetzen. Dabei ist Höfling seit dem 12. Dezember 1997 tot.

Sein Neffen, Peter Angelmaier, hält die Erinnerung an ihn lebendig. Leider ist es ihm aus terminlichen Gründen nicht möglich, zum 100. Geburtstag das Höfling-Haus für Freunde und Bewunderer des Künstlers zu öffnen. Angelmaier muss in seiner Münchner Apotheke wegen der Erkrankung von Mitarbeitern einspringen, wie er informierte.

Stattdessen wird es allerdings eine größere Höfling-Ausstellung im Museum am Dom in Würzburg geben. Sie soll Ende März eröffnet werden und bis etwa Mai dauern. Der genau Termin steht noch nicht fest. Michael Koller, kommissarischer Leiter der Museen der Diözese, ist gerade dabei die Ausstellung zu konzipieren.

Zu sehen sein werden Arbeiten aus dem Bestand des Museums sowie weitere Werke zum Beispiel aus Hammelburg oder aus Angelmaiers Besitz. Der Arbeitstitel der Ausstellung lautet "Mutmaßungen". Darin steckt nicht nur eine Anspielung an die "24 Mutmaßungen", den Titel der letzten, eigenen Ausstellung von Höfling. Vielmehr sollen die "Mutmaßungen" Kollers Absicht ausdrücken, die facettenreiche Persönlichkeit des Künstlers ergründen zu wollen.

Wie Koller auf Nachfrage erklärte, geht es auch um die Bedeutung, die Hammelburg für Höfling als Zentrum seines Schaffens spielte. Denn mit Ausnahme der Kriegsjahre und der anschließenden Studienzeit an der Akademie der bildenden Künste in München verließ dieser seine Heimatstadt nicht. Um national und vielleicht sogar international richtig berühmt zu werden, hätte Höfling die Nähe zu den zeitgenössischen Avantgarde-Zentren suchen müssen, insbesondere zu Düsseldorf mit Joseph Beuys. Das Potenzial hätte er gehabt. So hatte aber Hammelburg diese nicht nur künstlerisch originelle Persönlichkeit der Stadtgeschichte für sich allein.

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