Hammelburg

160 Jahre Kolpingsfamilie Hammelburg

Aktuell hat die Kolpingsfamilie Hammelburg 160 Mitglieder. Zum Jubiläum wurden 1500 Euro an eine Kinder-Palliativ-Station gespendet.
Markus Schneider von der Kolpingsfamilie  Hammelburg überreichte Christine Kroschewski vom Kinder-Palliativ-Team und einer Kollegin den symbolischen Scheck. Gerhard Becker
Markus Schneider von der Kolpingsfamilie Hammelburg überreichte Christine Kroschewski vom Kinder-Palliativ-Team und einer Kollegin den symbolischen Scheck. Gerhard Becker

Ihr 160. Gründungsjubiläum hat die Kolpingsfamilie Hammelburg gefeiert. In dem Bannerzug zum Festgottesdienst in der katholischen Stadtpfarrkirche wurde neben den zahlreichen Kolping-Bannern auch die Kolpingstandarte aus dem Gründungsjahr 1859 mit dem Segensspruch "Gott segne das ehrbare Handwerk" und dem Bild des heiligen Josefs, des Schutzpatrones der Handwerker, mitgeführt. In seiner Predigt erklärte Präses Thomas Eschenbacher mit Blick auf die Kolpingstatue, die neben dem Ambo aufgestellt war, dass Adolf Kolping ein Mann der Tat gewesen sei, der sicherlich nicht auf den Sockel gestellt werden wollte, sondern vielmehr auf tatkräftige und begeisterte Mitchristen Wert lege, die in seine Fußstapfen treten und Verantwortung in Beruf, Familie Kirche und Gesellschaft übernehmen.

Im Anschluss an den Gottesdienst gratulierte die Vorsitzende des Diözesan-Verbandes, Dorothea Schömig, der Kolpingsfamilie zum 160. Geburtstag und lobte den verjüngten Vorstand unter Markus Schneider für seine Bereitschaft, sich für die Zukunft des Kolpingwerkes in Hammelburg einzusetzen.

Nach dem Gottesdienst trafen sich Mitglieder und Festgäste im Pfarrhof zum Austausch.

Hintergrund

Acht Jahre nach der Gründung des ersten Gesellenvereines in Köln gründeten Handwerker, unterstützt vom damaligen Stadtpfarrer Georg Michael Rappert, am 29. Juni 1859 einen Gesellenverein in Hammelburg . Ein kostbares Kleinod aus dem Gründungsjahr der Kolpingfamilie ist die Standarte mit dem Bildnis des Schutzpatrons des Kolpingwerkes, des heiligen Josef, auf der anderen Seite das Datum der Gründung.

1949 konnte die Kolpingfamilie ihr 90-jähriges Bestehen begehen und feierte es zusammen mit dem fränkischen Kolpingtag. Eine ansehnliche Handwerksausstellung und eine Großkundgebung im Hof des Roten Schlosses zeigten begeistert den Willen zum Neuanfang nach der Zeit der Nationalsozialisten, in der der Gesellenverein verboten war.

Im Mai 1950 entschloss sich die Kolpingfamilie, die Pfarrscheune, die im Krieg 1945 sehr gelitten hatte, umzubauen in ein Heim, das der Kolpingfamilie und der Pfarrei als Bildungsstätte dienen sollte. Hier zeigte sich besonders die Stärke der Kolpingfamilie, denn es fehlte Baumaterial und mangelte an allem.

Das Kolpingheim öffnete auch seine Türen für das Jugendsozialwerk von 1952 bis 1956. Fast 400 Jugendliche konnten dank dieser sozialen Einrichtung unter Mithilfe des Arbeitsamtes eine Lehr- oder Arbeitsstelle finden. Ein Gedenkstein erinnert daran. Die Leitung lag in den Händen des Kolpingsohnes Hans Full, des späteren Caritasdirektors im Landkreis.

Mitte der 70er Jahre renovierte die Kolpingsfamilie unter der Leitung des Vorsitzenden, Konrad Schlereth, in 1600 Arbeitsstunden das Kolpingheim, das weitere dreißig Jahre bis zum Bau des jetzigen Pfarrzentrums als Pfarrheim diente. Deswegen haben insbesondere die jüngeren Mitglieder dafür votiert, mit Mitgliedern und Gästen nach dem Jubiläumsgottesdienst auf dem Platz des ehemaligen Kolpingheimes zu feiern. Eine kleine Ausstellung, die Franz-Josef Schneider gestaltet hatte, erinnerte an die Leistung der Vorfahren.

Aktuell hat die Kolpingsfamilie Hammelburg 160 Mitglieder, die sich in einer Kinder- und Jugendgruppe, bei Aktionen für jungen Familien, in einer Frauengruppe und bei einem monatlichen Stammtisch treffen. Besondere Aktivitäten sind während des Jahres die Gestaltung eines Altares bei Christi Himmelfahrt und Fronleichnam, die Mithilfe beim Altarschmuck an den Hochfesten, die Kräuterstrauß-Aktion der Frauengruppe zu Maria Himmelfahrt und die Aktion "Süße Päckchen" für Kinder in Rumänien. Ferner unterstützt die Kolpingsfamilie aus dem Erlös der Kleiderspenden in den Altkleidercontainern ein Straßenkinderprojekt in Nairobi und weitere soziale Projekte. Der Erlös der Bungee-Jumping-Aktion beim 160. Gründungsjubiläum sowie die Einnahmen aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf wurden von der Kolpingsfamilie Hammelburg auf 1500 Euro aufgerundet und als Spende der Kinderpalliativstation übergeben.

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