REITERSWIESEN

2014 ist ein Burgfest-Jahr

Wie im Mittelalter: Am 20. und 21. September wird auf der Ruine Botenlauben Burgfest gefeiert. Foto: S. Farkas

Der Reiz des Mittelalters ist ungebrochen. Den Beweis dafür, dass diese These stimmt, tritt der Heimatverein Botenlauben alle zwei Jahre an. Beim Burgfest auf der Ruine Botenlauben in Reiterswiesen erwecken mehr als 300 Laiendarsteller in historisierenden Gewändern ein versunkenes Zeitalter zwei Tage lang zum Leben. Heuer tun sie das wieder am dritten Wochenende im September.

Rund um die Geschichte des Minnesängers, Kreuzfahrers und Klostergründers Otto von Botenlauben sowie seiner Frau Beatrix von Courtenay, die einst auf der Burg hoch über dem Bad Kissinger Stadtteil zuhause waren, schafft der Heimatverein auf Botenlauben eine Atmosphäre, die jener zur Zeit der Ritter und Burgfräulein zumindest nahe kommen soll. Dabei zeigt das Burgfest unter dem Titel Minnesang und Schwerterklang die hellen und glänzenden Seiten einer versunkenen Epoche. Es verschweigt aber auch die dunklen nicht.

Die Atmosphäre des Mittelalters

Die höfisch-glanzvolle Sicht auf das Mittelalter vermittelt das Spiel vom Minnesänger-Wettstreit auf Burg Botenlauben, zu dem Minnesänger wie die Zeitgenossen Ottos von Botenlauben Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und Reinmar von Zweter antreten. Die dunkleren Aspekte des harten und tristen Lebens der Bauern beschreibt das Stück über den Vogt von Botenlauben auf der Freilichtbühne. Darin ist zu sehen, wie die kleinen Leute unter der harten Hand der Herrschaft, beziehungsweise der ihrer Verwalter leiden.

Zu diesen Aufführungen kommen beim Burgfest regelmäßig Darbietungen von Gauklern, Musikern und kämpfenden Rittern. Lebende Bilder einer Sarazenengruppe oder historisches Handwerk komplettieren die Atmosphäre des Lebens nach Art des Mittelalters auf dem Gelände der ehemaligen Burg.

Streben nach Authentizität

Nicht minder eindrucksvoll ist das abendliche Spektakel Die Burg brennt, das die Botenlaube in gespenstischen Feuerschein taucht. Wer als Zuschauer dem Ruf hinan zur Burg folgt, kann sich zudem auf Bewirtung mit Speis' und Trank' einstellen, die zünftig und einfach sind und doch zeitgemäß.

Besucher zählte das Burgfest bislang stets zu Tausenden. Das Bemühen um Authentizität und die Vielfalt des Veranstaltungsprogramms kommen Jahr für Jahr an. Auch wenn das Fest wegen des großen Aufwands für den Verein, der dahinter steckt, inzwischen nur noch im zweijährlichen Turnus ausgerichtet wird. Heuer erklingen der Minnesang und der Schwerterklang am Samstag, 20., und am Sonntag, 21. September.

Wie ernst der Heimatverein Botenlauben Reiterswiesen seine Leidenschaft für das Mittelalter nimmt, lässt sich übrigens auch an der Besetzung des Fests ablesen. Die Rolle des Gastgebers hat in der Nachfolge von Werner Vogel, der Graf Otto von Botenlauben vom ersten Burgfest an verkörperte, Knud Seckel übernommen. Der 48-Jährige ist bereits mehrfach zum Minnesänger des Jahres gewählt worden.

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