Bad Kissingen

2572 Ersthelfer übten 2018 im Landkreis Bad Kissingen für Notfälle

Poliere und Vorarbeiter der Baufirma "Otto Heil" üben alle zwei Jahre für Notfälle. Der Rot- Kreuz-Kreisverband hat im vergangenen Jahr Kurse für 2572 Menschen organisiert.
Unter Anleitung von Rettungsassistent Uve Bartz (rechts) üben Frank Keidel und Ulf Wagner an einer Puppe die Herz-Lungen-Wiederbelebung: 30 Mal drücken, dann zwei Atemstöße. Foto: Ralf Ruppert
Unter Anleitung von Rettungsassistent Uve Bartz (rechts) üben Frank Keidel und Ulf Wagner an einer Puppe die Herz-Lungen-Wiederbelebung: 30 Mal drücken, dann zwei Atemstöße. Foto: Ralf Ruppert

Die Flex rutscht ab und schneidet ins Bein, der Handschuh gerät in die Bohrmaschine und schnürt einen Finger ab oder ein Arbeiter stürzt in die Baugruppe und verletzt sichl: Auf dem Bau lauern viele Gefahren. Um auf Verletzungen der Kollegen gut vorbereitet zu sein, müssen die betrieblichen Ersthelfer auch im Bauhauptgewerbe alle zwei Jahre ihr Wissen auffrischen. Bei der Baufirma "Otto Heil" zum Beispiel kommt dafür Ausbilder Uve Bartz vom Roten Kreuz direkt nach Eltingshausen. "In den Betrieben kann man viel besser auf die Arbeitsunfälle eingehen, die in der Branche oft vorkommen", sagt er.

179 Erste-Hilfe-Kurse im Jahr

Insgesamt 179 Erste-Hilfe-Kurse hat der Rot-Kreuz-Kreisverband Bad Kissingen alleine im vergangenen Jahr organisiert: An 13 speziellen Seminaren für die Erste Hilfe bei Kindern nahmen 179 Menschen teil. Bei allen anderen Erste-Hilfe-Kursen und -Trainings stellen die betrieblichen Ersthelfer den Löwenanteil: 1601 Arbeitnehmer übten, wie sie ihren Kollegen im Notfall schnell helfen können.

Einer von ihnen ist Frank Keidel aus Rödelmaier: "Gut, dass wir den Kurs alle zwei Jahre auffrischen, das bringt Sicherheit", sagt der 52-jährige Polier bei der Firma Otto Heil. Keidel hat sein Wissen schon mehrfach gebraucht: "Es gibt immer mal wieder kleinere Verletzungen auf der Baustelle, einmal hatten wir sogar einen größeren Unfall mit einer Tisch-Kreissäge." Da sei er besonders froh gewesen, dass er die Blutung schnell stoppen konnte. Bisher sei er bei Unfällen "relativ cool" geblieben. Sein Tipp: "Man muss immer im Hinterkopf haben, dass man als Ersthelfer nichts verkehrt machen kann. Hauptsache, man macht überhaupt was."

Während für Keidel die Erste-Hilfe-Trainings alle zwei Jahre schon Routine sind, war sein Kollege Ulf Wagner aus Schmalkalden heuer zum ersten Mal dabei. "Das ist eine gute Erfahrung, ich habe heute viele Handgriffe neu kennen gelernt", fasst der Vorarbeiter seine Eindrücke zusammen.

Drei Kurse alle zwei Jahre

"Uns ist das Thema Sicherheit sehr wichtig", betont Nikola Renner-Knopp, Personalreferentin bei der Firma Otto Heil. Die Erste Hilfe sei dabei nur ein Teil-Aspekt: Sicherheitsunterweisungen und der Ausschuss für Arbeitssicherheit sorgen in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft dafür, dass Unfälle erst gar nicht passieren. Trotzdem sind auf jeder Baustelle mindestens zwei Ersthelfer vorgesehen. Bei rund 240 Mitarbeitern bedeutet das einen großen Schulungsaufwand: "Wir haben alle zwei Jahre drei Erste-Hilfe Kurse hier im Haus", berichtet Nikola Renner-Knopp.

"Bei den Ersthelfern ist schon mehr Grundwissen vorhanden", beschreibt Rettungsassistent Uve Bartz den Unterschied zwischen Trainings direkt in Betrieben und allgemeinen Erste-Hilfe-Kursen. Bei den Auffrischungstrainings sei die Zeit für konkrete Fall-Beispiele im Konzept vorgesehen. Bartz ist meistens draußen unterwegs: in Baufirmen, Seniorenheimen oder zu speziellen Reanimationstrainings in Arztpraxen.

Auch Thomas Menz , Koordinator für die Erste-Hilfe-Ausbildung beim Roten Kreuz, verweist darauf, dass bei Kursen in Betrieben die Erfahrung der Mitarbeiter noch besser einfließt. Wie bei allen anderen Kursen sei aber das große Ziel, den Teilnehmern vor allem die Ängste zu nehmen. Erste Hilfe sei eigentlich ganz einfach: "Es reicht schon, wenn man den Betroffenen betreut, eine Decke unterlegt und einen Notruf absetzt", sagt Menz.

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