Wildflecken

83 Millionen Euro für die Kaserne

Für die Bundeswehr am Standort Wildflecken geht es weiter - womöglich bis 2060. Große Investitionen stehen in den kommenden Jahren an.
Neujahrsempfang in der Rhön-Kaserne mit Vorträgen zu  Sicherheitspolitischen Themen. Das Bild zeigt von links:  Leiter des  Bundeswehrdienstleistungszentrum HAB Regierungsdirektor Matthias  Hümmler, den Leiter des Gefechtssimulationszentrum Heer Oberst Jürgen  Steinberger, Bürgermeister Gerd Kleinhenz, den Standortältesten und  Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur SÜD Oberstleutnant  Roman Jähnel, Sandro Kirchner (MdL), Landrat Thomas Bold und  Brigardegeneral Heinz-Josef Feldman...
Neujahrsempfang in der Rhön-Kaserne mit Vorträgen zu Sicherheitspolitischen Themen. Das Bild zeigt von links:  Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrum HAB Regierungsdirektor Matthias Hümmler, den Leiter des Gefechtssimulationszentrum Heer Oberst Jürgen Steinberger, Bürgermeister Gerd Kleinhenz, den Standortältesten und Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur SÜD Oberstleutnant Roman Jähnel, Sandro Kirchner (MdL), Landrat Thomas Bold und Brigardegeneral Heinz-Josef Feldmann. Foto: Marion Eckert

Der Empfang zum neuen Jahr des Marktes Wildflecken und der Rhön-Kaserne Wildflecken trug den Namen "Sicherheitspolitisches Seminar". Viele gute Nachrichten gab es im Laufe der Vorträge für den Truppenübungsplatz, für den Markt Wildflecken und damit für die gesamte Region. Von einer Standortgarantie bis 2060 war die Rede und von Investitionen in Höhe von 83 Millionen Euro.

Die Begrüßung der Gäste aus Politik, Militär, Wirtschaft, Kirchen und Behörden übernahm der Kommandeur Bereich Truppenübungsplatzkommandantur Süd Oberstleutnant Roman Jähnel. Für ihn war es der letzte Neujahrsempfang in Wildflecken , im März übergibt er das Kommando nach Drei-Einviertel Jahren an Oberstleutnant Ralf Stachowiak. Er kündigte eine weitere personelle Veränderung an: Oberstleutnant Peschel, sein Stellvertreter und Kasernen-Kommandant wird am 1. Oktober seinen Dienst in Dresden an der Offiziersschule des Heers antreten. Die Nachfolge sei noch ungeklärt.

Bauarbeiten im Truppenübungsplatz

Im Truppenübungsplatz herrscht ständiger Baubetrieb. Jüngst gab es Veränderungen am Zugangsbereich der Kaserne infolge derer die militärische Sicherheit deutlich verbessert worden sei. In diesem Jahre sollen zwei neue Unterkunftsgebäude mit 300 Betten, ein Wirtschaftsgebäude und eine Werkhalle folgen. Anstehende Neubauten sind die Feuerwache, der Sanitätsbereich, zwei Gefechtsstandgebäude und der Neubau des Stabsgebäudes der Truppenübungsplatzkommandantur. "Nach Stand heute sollen in den nächsten Jahren circa 83 Millionen Euro in den Standort Wildflecken investiert werden", teilte Jähnel mit.

Zudem ist die Rhön-Kaserne einer von drei Standorten des neuen Rechenzentrumsverbundes des Bundesministeriums der Verteidigung. Der Bund will in diesen Verbund über eine Milliarde Euro investieren. Dies sei eine weitere Facette für die Standortsicherheit Wildfleckens. Für den Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrum HAB Regierungsdirektor Matthias Hümmler ist der Aufbau des Rechenzentrums in Wildflecken eine Standortgarantie bis mindestens 2060. "Die Bundeswehr baut in den kommenden zehn Jahren eine komplett neue digitale Infrastruktur auf. Einer der wichtigsten Knotenpunkte wird Wildflecken sein."

Der Truppenübungsplatz Wildflecken sei an 202 Tagen für Schieß- und Ausbildungsvorhaben genutzt worden. Zu den Nutzern gehörten die Bundespolizei inklusive GSG9, die Landespolizeien Bayern, Hessen und Nordrhein Westfalen mit ihren SEK`s, verschiedene Infanterie- und Logistikverbände. Die Übenden verschossen in etwa eine Million Schuss mit dem Gewehr G36.

Neue Anlagen im Gelände

Ein Schwerpunkt lag auf der Modernisierung des Zielbaus, so wurden auf verschiedenen Schießbahnen mehr als 100 neue Schießplatzanlagen eingebaut. Es handele sich hierbei um den derzeit modernsten und erstmals selbst entwickelten Zielbau der Bundeswehr der funkferngesteuert und mobil sei und der über eine digitalisierte Trefferauswertung, sowie Freund-Feind-Funktion verfüge.

Bundeswehr ist wichtiger Arbeitgeber in der Region

Jähnel erinnerte auch die Soldatinnen und Soldaten , sie sich zurzeit in zehn Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Europa, Asien, Afrika sowie dem Mittelmeer befinden. Außerdem ging er auf zivile Ereignisse ein. So sei die Schule Wildflecken nach 25 Jahren ausgezogen. Die damals 22 Klassen starke Schule brauchte ein Ausweichquartier. Mittlerweile sei die Schule deutlich kleiner, das Gebäude in Wildflecken wurde saniert und bietet nun genügend Platz für alle Schüler. Ein öffentliches Großereignis sind die jährlichen Wandertage, die heuer von Kothen aus starten. Bürgermeister Gerd Kleinhenz betonte, dass die Bundeswehr Garant für Arbeitsplätze sei. Die große Bautätigkeit komme den örtlichen Unternehmen und damit der Wirtschaftskraft der gesamten Region zugute. Sein Dank ging an alle Verantwortlichen der Bundeswehr für das partnerschaftliche und offene Zusammenleben am Bundeswehrstandort Wildflecken . Sandro Kirchner (CSU/MdL) verwies ebenfalls auf die große Bedeutung für die Wirtschaft. Ein weiteres Grußwort sprach der Leiter des Gefechtssimulationszentrum Heer Oberst Jürgen Steinberger.

Über 3.000 Teilnehmer nahmen im vergangenen Jahr an Gefechtsstandübungen teil, 19 Nationen waren in Wildflecken vertreten. Über 900 Soldaten wurden im Gefechtsdienst und in der Taktik ausgebildet. Weitere Ausbauten im IT-Bereich seien beabsichtigt, vier Divisions- und drei Brigadeübungen sowie etwa 20 Zug- beziehungsweise Kompanieübungen stehen schon im Terminkalender.

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