MOTTEN

Anfangs mangelte es an Übungsfleiß

Historisch: 1955 gab es eine Kinderfeuerwehr in Motten. Foto: Feuerwehr

1874 ist als Gründungsjahr auf der Vereinsfahne der Feuerwehr Motten eingestickt. Dass die Feuerwehr jedoch schon ein Jahr vorher aus der Taufe gehoben wurde, das brachte Hubert Mehler bei seinen Recherchen für eine Chronik ans Licht. Gefeiert wird am Wochenende nun also urkundlich belegt der 140. Geburtstag.

„Das wusste ich schon kurz vor der 125-Jahrfeier“, gibt Mehler den Irrtum zu. Er sei sehr überrascht gewesen, als er die Hinweise im Staatsarchiv entdeckt habe, erzählt der Schriftführer der Wehr. Aber die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest waren damals schon in vollem Gange. „In so einem Fall muss man schweigen“, so Mehler.

11. Januar 1874 – das ist das Datum des ersten noch existierenden Protokolls. Die erstliche urkundliche Erwähnung allerdings stammt vom 10. Januar 1873. Damit datiert ist die Genehmigung der Vereinsstatuten durch das Königliche Bezirksamt Brückenau. Mehler vermutet, dass die erste Versammlung im Herbst 1872 stattfand.

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 war gerade vorbei. Bereits nach der staatlichen Erhebung Bayerns zum Königreich im Jahre 1806 wurden in den Amtsbezirken Löschordnungen erstellt. Ortsbewohner vom 18. bis zum 55. Lebensjahr wurden zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Auch die Gemeinde Motten rüstete eine Pflichtfeuerwehr auf. Für diese erzwungene Wehr war die Dienstbereitschaft der Verpflichteten nicht sonderlich ausgeprägt. Die Übungen wurden spärlich besucht.

Insbesondere die Heimkehrer des Feldzuges 1870/71 beschlossen, das Feuerwehrwesen in Motten in die eigenen Hände zu nehmen. Gemeinsam mit der Lehrerschaft trieben sie ab Herbst 1872 die Gründung eines Feuerwehrvereines voran, dessen Statuten am 10. Januar 1873 vom Königlichen Bezirksamt Brückenau genehmigt wurden. Aus einer Pflichtwehr wurde eine freiwillige.

Höhen und Tiefen wechselten sich ab. Tiefpunkte waren die Weltkriegsjahre, in denen viele Mitglieder ihr Leben lassen mussten. Während des Zweiten Weltkrieges war das Vereinsleben fast zum Erliegen gekommen. Erster Kommandant nach dem Krieg war 1947 Karl Link. Die Garage des ehemaligen Backhauses wurde zum Feuerwehrgerätehaus umfunktioniert. Eine Blütezeit gab es in den sechziger Jahren, wo durch die Errichtung des heutigen Feuerwehrgerätehauses das Interesse am Feuerwehrdienst stieg.

Unter dem Kommandanten Werner Paltian wurde 1981 eine Damengruppe gegründet. 1984 übernahm Reinhold Rosenberg das Amt des Kommandanten. Heute leisten 70 Männer Feuerwehrdienst. Acht Jugendliche lassen sich zu Feuerwehranwärtern ausbilden. Wegen der demographischen Veränderungen hat die Mottener Wehr wieder eine Frauengruppe aufgestellt. Sechs Frauen üben hier für den freiwilligen Dienst.

Die Feier zum Jubiläum findet am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Mai, auf dem Dorfplatz statt. Das Fest beginnt am Samstag um 18.30 Uhr mit einem Festzug. Daran beteiligt sich auch eine Abordnung der französischen Patengemeinde Ranville. Im Anschluss spielt die neue Formation aus der Rhön „Spilk“ auf.

Der Sonntag beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst im Festzelt mit anschließendem Frühschoppen, musikalisch umrahmt von der Blaskapelle Döllautaler. Langjährige Mitglieder werden um 14.30 Uhr geehrt. Abgerundet wird der Festtag ab 16 Uhr mit dem Duo von Stefan Jahn und Stefan Jehn „6strings&Co.“. Am Samstagabend gibt es zudem eine Ausstellung historischer Gerätschaften und am Sonntag eine Präsentation von regionalen Feuerwehrfahrzeugen.

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