BAD KISSINGEN

Anmeldung über das digitale Armband

Im neuen Therapiezentrum der Bad Kissinger Deegenbergklinik: Professor Peter Deeg im Gespräch mit Heidi Wendt aus Würzburg.
Im neuen Therapiezentrum der Bad Kissinger Deegenbergklinik: Professor Peter Deeg im Gespräch mit Heidi Wendt aus Würzburg. Foto: Ursula Lippold

Knapp 2,3 Millionen Euro hat die Geschäftsleitung der Deegenbergklinik in das neue medizinische Therapiezentrum investiert, das im November offiziell eröffnet wird. „Die technischen Geräte für das Muskelaufbautraining haben nicht mehr dem Standard entsprochen“, sagt Professor Peter Deeg. Außerdem sei der Raum von gut 100 Quadratmetern im Haus 3 zu klein geworden. Im neuen Therapiezentrum steht das Vierfache mit insgesamt 1000 Quadratmetern zur Verfügung.

Neben einem großen Raum für Ergometertraining und spezielles Gleichgewichtstraining gibt es unter anderem 13 Einzelbehandlungsräume, vier Funktionsräume etwa für Echokardiogramm und EKG, Wartebereich und sanitäre Räume sowie Bereiche für die Mitarbeiter. Für übergewichtige Patienten stehen Fahrradergometer in halbliegender Stellung bereit.

Barrierefreier Zugang für alle Patienten ist gewährleistet. Außerdem gibt es nun einen Verbindungsgang zwischen den Häusern 3, 4 und 5, so dass die Patienten jederzeit trockenen Fußes ins Therapiezentrum gelangen können. „Mittelfristig ist auch die Anbindung von Haus 6 geplant“, stellt der Ärztliche Direktor in Aussicht.

Die Entscheidung für ein neues Therapiezentrum sei Ende 2014 gefallen, so Deeg. Mit dem Bau sei vor Weihnachten 2015 begonnen worden, und zwar ausschließlich mit Firmen aus Bad Kissingen und Umgebung.

Genehmigung der Kasse

In dieses Therapiezentrum kann laut Deeg jeder kommen, der präventiv etwas für seine Gesundheit tun möchte. Allerdings müssen diese Leistungen vorher von der jeweiligen Krankenkasse genehmigt werden. Das sei für Kissingen sicherlich ein attraktives Angebot, meint der Klinikchef. Allerdings weist er im gleichen Atemzug daraufhin, dass es sich hier nicht um Spaß und Fitness handelt, sondern um medizinisch-therapeutisches Training, das also unter Anleitung und Überwachung von Therapeuten steht. In der Deegenbergklinik arbeiten derzeit 18 Physiotherapeuten sowie vier Sporttherapeuten, einer davon in Teilzeit.

Auf einen besonderen Aspekt ist Professor Deeg besonders stolz, nämlich auf die elektronische Patientenakte. „Wir haben keine Papierakte mehr, wir sind eine papierlose Klinik“, sagt Deeg. Es werden keine Berichte mehr diktiert oder geschrieben. Berichte, die von außen reinkommen, werden nach der Behandlung größtenteils vernichtet.

Auch für den Patienten bringt diese Digitalisierung Vorteile. Wenn er ein Trainingsgerät nutzen will, meldet er sich über ein digitales Armband oder über seinen biometrischen Personalausweis an. Dann kann er mit dem Trainingsprogramm, das vorher vom Therapeuten programmiert wurde, beginnen. Dieses Programm, gespeichert auf einem USB-Stick, kann der Patient auch mit heim nehmen.

Wie das Training am Gerät verlaufen ist, können Therapeut und Arzt anhand der weitergeleiteten Daten an die elektronische Patientenakte sofort einsehen. Ob der Patient ausgelastet oder unterfordert war, wird genau registriert. Von der Diagnostik über Visiten und Therapien bis hin zum Entlassungsbericht werde alles in der elektronischen Patientenakte gespeichert. „Damit sind wir nicht die einzigen, aber wir sind ziemlich weit vorne“, unterstreicht Deeg die Bedeutung dieser Neuerung.

Die Eröffnung des neuen Therapiezentrums ist für November geplant. Kleinere bauliche Veränderungen werden im alten Therapiezentrum vorgenommen. Hier entsteht eine neue Sauna.

Die alte Sauna im Haus 3 sei nach 30 Jahren nicht mehr zeitgemäß gewesen, zu klein und überaltert, so Deeg. Im Haus 1 wurde im Jahr 2008 schon eine neue eingerichtet. Auch der Schwimmbadraum wird um 1,50 Meter erweitert. Allerdings nicht das Becken. So haben die Therapeuten mehr Bewegungsspielraum.

Entlassungen habe es durch die Digitalisierung nicht gegeben, sagt Deeg. Mitarbeiter seien in andere Funktionsbereiche umgesetzt worden, die Stellen von ausscheidenden Mitarbeitern wurden nicht mehr besetzt. Insgesamt arbeiten in der Deegenbergklinik 190 Personen, 75,3 Prozent davon Frauen. Derzeit sind elf Auszubildende dort beschäftigt.

Im Jahr 2015 wurden in der Deegenbergklinik 1280 Patienten im Orthopädiebereich behandelt, 492 Patienten waren es bei Herz-Kreislauferkrankungen. Für alle Indikationen wurden insgesamt 215 704 Leistungen erbracht. Die Verweildauer betrug durchschnittlich 21,3 Tage.

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