Katzenbach

Arbeit derzeit ohne Publikum

von unserem Mitarbeiter Björn Hein

Katzenbach — Auch wenn man emsig am Werkeln ist, sieht man den Akteuren doch Spaß und Freude an, mit der sie zu Werke gehen. "Für uns ist es immer wichtig, dass gutes Miteinander herrscht und auch gescherzt wird. Auch und gerade wenn wir Stress haben", erklärt Peter Weh ner, "Herz" und Leiter der Theatergruppe. Man dürfe nicht vergessen, dass hier Laiendarsteller am Werk sind, die in ihrer Freizeit Theater spielen.
Auch beim Auftritt merkt man immer wieder, dass die Darsteller mit Leib und Seele dabei sind und Freude am Schauspielern haben. Probenbeginn war heuer Mitte September. Allerdings hatte Peter Weh ner schon im Januar die ersten Stücke gelesen und das passende herausgesucht. Er verteilt die Rollen. Die Schauspieler können aber auch Wünsche äußern und sich die für sie passende Rolle heraussuchen.

Man kennt sich lange genug

Dabei kommt es nur selten zu Diskussionen. Schließlich besteht die Theatergruppe Katzenbach seit 32 Jahren. Und bis jetzt hat sie jedes Jahr ein Stück aufgeführt. Da weiß der "Boss" natürlich, wem welche Rolle auf den Leib geschneidert ist.
Und natürlich wird emsig geprobt. Bei der Aufführung kommt es aber schon einmal vor, dass ein Fehler gemacht wird. "Das ist nicht weiter tragisch. Manchmal muss man eben improvisieren. Das kommt beim Publikum immer gut an", weiß Wehner aus Erfahrung. Dennoch bemüht sich die Truppe um Perfektion. Für die Darsteller ist jedes Stück eine neue Herausforderung. "Es macht einfach Spaß, in eine andere Rolle zu schlüpfen und sich in diese einzuleben", beschreibt Laienschauspieler Norbert Halbig seine Motivation. Er spielt dieses Jahr zum Beispiel einen Zuhälter, hat aber auch schon einmal den Papst gegeben. "Man hat die unterschiedlichsten Rollen, so dass es immer wieder von Neuem spannend wird", meint er.

Jedes Mal eine Herausforderung

Es sei besonders schwer, ernste Rollen so zu spielen, erzählt Peter Wehner. "Lustige Rollen sind leicht, aber gerade kleine Rollen mit wenig Text sind eine Herausforderung", sagt er. Hier muss man ganz im Spiel aufgehen, um beim Publikum glaubwürdig zu sein. Für die neun Schauspieler, die diesmal mitspielen, ist es trotzdem ein großer Spaß, auf den Brettern zu stehen, die vermeintlich die Welt bedeuten.
In diesem Jahr gibt die Theatergruppe wieder eine Komödie. Sie hatte aber auch schon sozialkritische Stücke auf dem Spielplan. "Unser Wahlspruch, der sich über die Jahre entwickelt hat, ist folgender: Die Welt ist traurig genug. Wenigstens beim Theater soll man etwas zu lachen haben", lautet die Philosophie der Akteure. Dabei sei es der Gruppe wichtig, die fränkische Mundart zu pflegen. "Wir wollen die hier gesprochene Sprache erhalten. Aber in den Stücken gibt es auch immer wieder Rollen, die hochdeutsch gespielt werden müssen, damit sie glaubwürdig wirken", so der Leiter des Theaters. Er ist zugleich stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken.

Aber zum Theaterspielen gehören auch der Bühnenaufbau und das andere Drum und Dran. Hierfür arbeitet Robert Kirchner hinter den Kulissen. Er ist für die Helfereinteilung bei den Spieltagen zuständig, für Ausschank, Bewirtung und Transport. Denn die Theatergruppe tritt mit ihrem Stück nicht nur in Katzenbach auf, sondern auch im Kursaal in Bad Bocklet. An den Auftrittsabenden übernehmen die Partner/-innen der Schauspieler unter anderem die Bedienung und sorgen fürs leibliche Wohl der Gäste. Auch die Schauspieler packen mit an. Sie selbst bauen die Bühne auf und bestücken sie mit den Requisiten.

"Schon beim Durchlesen der Texte mache ich mir Gedanken, wie das Bühnenbild aussehen soll", sagt Wehner. Mit Liebe zum Detail wird dieses erstellt, wobei die Darsteller auch Möbelstücke von daheim mitbringen. Heuer hat Wehner sogar eigenhändig ein Bühnenbild mit besonderem Flair gemalt. Denn bei "Liebling, es ist angerichtet", einer Komödie, geht es um einen Ausflug ins halbseidene Milieu. "Wir freuen uns schon darauf, auf der Bühne unser Bestes zu geben", sagt Norbert Halbig hochmotiviert. Für die Zuschauer wird es wieder spannend und kurzweilig, wenn die Katzenbacher Laiendarsteller auf die Bühne gehen.


Termine und Karten

Vereinsheim Katzenbach:
Samstag, 16. November, 14 und 19.30 Uhr;
Freitag, 22./Samstag, 23. November, 19.30 Uhr.

Kursaal Bad Bocklet:
Freitag, 29. / Samstag, 30. November, 19.30 Uhr.

Vorverkauf bei: Peter Wehner, Am Schläglein 7, 97705 Katzenbach, Tel: 09734 1253 oder
Tel. 0176 527 577 09, E-Mail: peter.wehner@theatergruppe-katzenbach.de; www.
theatergruppe-katzenbach.de
Eintrittskarten gibt es auch in der Kur- und Touristinformation in Bad Bocklet.

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