Bad Kissingen

Auswärtige suchen das Bad Kissinger "Weltwunder"

Der Christbaum aus bunten Bierkästen ist für die Kurstadt eine Superwerbung. Seit Tagen pilgern Schaulustige aus nah und fern auf die Ludwigsbrücke, um ihn zu bestaunen.
Der weltgrößte Bierkasten-Christbaum kommt vor dem Regentenbau sehr gut zur Geltung. Foto: Wolfgang Dünnebier

Manche halten dieses Datum für unheilvoll, den Bad Kissingern hat es jedoch Glück gebracht: Denn der weltweit größte Christbaum aus Bierkästen wurde am Freitag, 13. Dezember, auf der Europawiese an der Saale fertiggestellt. Zwei Tage lang war der Aufbau der 16 Lagen vom Radiosender Antenne Bayern begleitet worden. Bereits da war das blau-gelbe-orange Weihnachtswunder in aller Munde. Aber auch am Wochenende standen Trauben von Menschen am Geländer der Ludwigsbrücke, um den Baum von oben herab zu besichtigen. Vermutlich ist er in diesen Tagen das meist fotografierte Motiv in der ganzen Kurstadt.

Auswärtige fragten in den jüngsten Tagen an Bad Kissinger Tankstellen, wo denn der Super-Baum zu finden ist, weiß Oberbürgermeister Kay Blankenburg zu erzählen. Für die Stadt sei die Aktion des Radiosenders am Donnerstag und Freitag eine prima Werbung gewesen. Auf eine Anfrage hin, zu der man natürlich nicht nein gesagt habe. "Wir haben jetzt überregional noch mehr Bekanntheit erlangt. Und die Sache hat einfach sehr viel Spaß gemacht." 

Saale-Pegel ständig im Visier 

Am Wochenende setzten dann gleich Wind und Sturmböen ein. Das konnte den 18-Meter-Riesen allerdings nicht in seinen Grundfesten erschüttern, sagt Stadtbrandinspektor Harald Albert auf Anfrage. Allerdings trieb die Stadtverantwortlichen am Sonntag eine ganz andere Furcht um, denn der anhaltende Regen und Schneefall der jüngsten Tage hatte die Saale um Einiges anschwellen lassen. "Wir beobachteten die Pegelstände und hatten etliche Telefon-Konferenzen", beschreibt der Feuerwehrchef die spannende Lage.

Schon am Freitag drängten sich die Besucher auf der Bad Kissinger Ludwigsbrücke, um dem Spektakel beizuwohnen. Foto: Isolde Krapf

"Wir standen schon Gewehr bei Fuß." Bis dann am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr zum Glück der auch für den Landkreis Bad Kissingen ausschlaggebende Saale-Pegel in Salz bei Bad Neustadt " schlagartig gefallen" sei. "Sonst hätten wir am Montag um den Weihnachtsbaum vorsichtshalber Sandsäcke herumpacken müssen." Umgefallen wäre die Bierkasten-Pyramide aber nicht, versichert Albert, denn schließlich ist sie ja nach einem genau ausgeklügelten Bauplan und unter Aufsicht des Ingenieurbüros Munzinger (Neustadt/Aisch) errichtet worden.  Die Gefahr sei jetzt erst mal gebannt, sagt der Stadtbrandinspektor und hofft, dass das auch über die stillen Tage so bleibt.

Der Riese steht noch bis 1. Januar

Der Bierkasten-Christbaum ist nun bis einschließlich 1. Januar in der Kurstadt zu bewundern. Am 2. Januar wird der Riese eingelegt, sagt Romina Satiro von der Antenne-Bayern-Pressestelle (München). Etliche Helfer hätten für diesen Tag bereits zugesagt, so dass man an der Europawiese wieder mit den Feuerwehren und der DLRG, dem THW und der Kurgärtnerei, dem Servicebetrieb und dem Bauunternehmen Schick rechnen könne.

Das Weltrekordergebnis von 18,35 Metern Höhe war am Freitag, unter Aufsicht des Leiters der Bad Kissinger Polizeiinspektion Stefan Haschke und der bayerischen Bierkönigin Veronika Ettstaller, feierlich vermerkt worden. Zusammen mit einem Video vom Aufbau wird es nun ans "Rekordinstitut für Deutschland" (RID, Hamburg) geschickt, sagt die Pressesprecherin des Radiosenders. Dort werde man die Sache prüfen, dann soll das Ergebnis im Buch "Weltrekorde made in Germany, Österreich, Schweiz" erscheinen.

Sind weitere Bierkasten-Weltwunder geplant?

Ob es auch 2020 wieder einen Bierkasten-Christbaum in einer anderen bayerischen Stadt geben wird, der natürlich noch weiter in den Himmel wachsen muss als der jetzige in Bad Kissingen, darüber habe man sich bei Antenne Bayern noch keine Gedanken gemacht, sagt Satiro. "Jetzt freuen wir uns erst mal, dass die Aktion in Bad Kissingen so gut ankam."

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