BAD BOCKLET

Bad Bocklet: Staatsbad zwischen Landleben und Internet

Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Die Kurhalter im Biedermeierbad Bocklet wollen potenzielle Gäste trotz aller Geschichte im Zeitalter des Internets auch zeitgemäß ansprechen.
Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Die Kurhalter im Biedermeierbad Bocklet wollen potenzielle Gäste trotz aller Geschichte im Zeitalter des Internets auch zeitgemäß ansprechen. Foto: Archiv Siegfried Farkas

Mit einer Gedenkminute für Hiltrud Laudensack, letzte Inhaberin des gleichnamigen Bad Bockleter Hotels, und Matthias Dürr, Leiter der Kurgärtnerei, begann die Jahreshauptversammlung des Kur- und Fremdenverkehrsvereins Bad Bocklet unter Leitung ihres neuen Vorsitzenden Martin Eisenmann. Immerhin 35 der 50 Mitglieder sowie elf Gäste waren der Einladung gefolgt und entlasteten den Vorstand satzungsgemäß.

Kassier Matthias Schmidt verwies in seinem Kassenbericht auf Einnahmen von knapp 26 000 Euro und Ausgaben von über 24 000 Euro, woraus sich ein aktuelles Vereinsguthaben von 5 025 Euro auf Sparbuch und Girokonto ergibt.

In seinem Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr hob Eisenmann den erfolgreichen Einspruch gegen die Errichtung von Windkrafträdern in unmittelbarer Nähe des Staatsbades als seine erste Amtshandlung hervor. Mit Rundbriefen an die Mitglieder des Regionalen Planungsverbandes und Gesprächen mit dem Gemeinderat habe der Verein ein wichtiges Ziel erreicht. Positiv habe er dabei erfahren, dass viele Häuser bereits Energie sparen. So habe allein das Rehazentrum seinen Energieverbrauch um 100 000 Kilowattstunden im Jahr vermindert.

Bürgermeister Wolfgang Back dankte dem Kurverein für dessen Unterstützung. Windräder wären an den vorgesehenen Standorten deplatziert gewesen.

Internetpräsenz ausgebaut

„In Zukunft wird uns mancher Gast dafür dankbar sein.“ Statt Windräder in die Natur zu stellen, gelte es, Energie zu sparen und nach anderen regenerativen Energiequellen Ausschau zu halten. So wünsche er sich noch immer den Bocklet-Speicher zur Nutzung von Wasserkraft.

Die werbliche Neuausrichtung des Staatsbades auf natürliches Landleben mit Anzeigen in entsprechenden Fachzeitschriften in Millionenauflage habe erste Buchungserfolge gezeigt, erläuterte Eisenmann danach. „Keine Gewalt – keine Drogen“ seien positive Argumente für die Gästewerbung. Erleichtert werde diese künftig auch durch den neu gestalteten Internet-Auftritt der Marktgemeinde (www.badbocklet.de). Nur mit zwei Klicks käme der potenzielle Gast von der Homepage auf die Einzelseiten der Vermieter. Ergänzt werde die Online-Werbung durch die Facebook-Seite „Bad Bocklet genießen“, die mit 280 Freunden allerdings noch ausbaufähig sei.

Zur Verbesserung zielgerichteter Werbung habe er die letztjährigen Buchungen ausgewertet. Danach kämen die meisten Gäste aus dem Postleitzahlengebiet 97, also aus dem direkten Umland, gefolgt vom Rhein-Main-Gebiet, und dem „mittleren Deutschland“ (Niedersachsen und Hessen). Das Ruhrgebiet stünde erst an vierter Stelle. Von den Gästen seien die Häuser mit durchschnittlich 1,3 bewertet, Lage und Umfeld des Staatsbades „aktuell nur suboptimal“ mit 1,8 benotet worden.

Um das Angebot des Ortes bekannter zu machen, stellte Eisenmann ein geplantes Gutscheinheft vor, das 2013 jedem Gast mit seiner Gästekarte ausgehändigt werden soll. Darin können bis zu 23 Häuser, Restaurants und Einzelhändler mit kostenlosen Extras beim Einkauf werben. Interessenten, die noch nicht Mitglied im Kurverein seien, dürften sich bei Zahlung von 50 Euro beteiligen.

Die grundsätzliche Erhöhung des Mitgliedsbeitrages für Gewerbetreibende von 16 Euro plus Werbekostenzuschuss auf pauschal 50 Euro ohne weitere Extras konnte der Vorsitzende am Donnerstag nicht durchsetzen. Dieser Vorschlag hätte als separater Tagesordnungspunkt in der Einladung ausgewiesen werden müssen, hieß es aus dem Mitgliederkreis. Die Entscheidung wurde deshalb auf die Jahreshauptversammlung 2013 vertagt, wo vereinfachte Mitgliedsbeiträge insgesamt zur Diskussion gestellt werden sollen.

Als Aufgaben für das kommende Geschäftsjahr sieht der Vorstand die Anlage eines Ortsdatenbuches, in dem alle statistischen Werte mit Bedeutung für die Gästewerbung gesammelt werden sollen, sowie den Druck eines neuen Gästefragebogens. So lasse sich durch jeweiligen Herkunftsort und Anzahl der Gäste deren Kaufkraft für Bad Bocklet ermitteln, nannte Eisenmann als Beispiel. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe die Möglichkeiten zur Bewerbung um das Markenzeichen „Villes et Villages Fleuris“ (Städte und Dörfer mit Blumenschmuck) erörtern.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Facebook
  • Fremdenverkehrsvereine
  • Kuren
  • Landleben
  • Wolfgang Back
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!