Bad Brückenau

Bad Brückenau: Dringende Post fürs Haus Waldenfels

Das strikte Besuchsverbot ist auch für die Bewohner vom Haus Waldenfels nicht leicht zu verkraften. Wie sie dennoch mit Freude über den Tag kommen.
Diese Botschaft ist eindeutig: Frohe Ostern!
Diese Botschaft ist eindeutig: Frohe Ostern! Foto: Sibel Linz

In den rund 40 Seniorenheimen im Landkreis herrscht seit 13. März ein striktes Besuchsverbot. Für die älteren Herrschaften ist das nicht immer leicht zu verkraften, denn viele von ihnen sind einfach an den Besuch ihrer Angehörigen gewöhnt. Auch im Bad Brückenauer Haus Waldenfels ist das so. Doch eine großartige Aktion, die Heimleiterin Sibel Linz initiierte, zaubert jetzt fast täglich hie und da ein Lächeln auf die Gesichter der Bewohnerinnen und Bewohner.

Anfangs sei das Besuchsverbot nicht überall auf Akzeptanz gestoßen, sagt Marco Schäfer, Vorstand der Heß'schen Sozialstiftung, welche sieben Einrichtungen im Landkreis betreut. Doch dann hätten die Bewohner im Waldenfels das Besuchsverbot relativ ruhig aufgenommen. "Und auch die Angehörigen haben es inzwischen verstanden." Denn anfangs hätten diese befürchtet, dass die Seniorinnen und Senioren vereinsamen, sagt Schäfer.

Das tut gut in diesen Tagen: Die Bewohnerinnen und Bewohner vom Haus Waldenfels bekommen nun fast täglich Post von Mädchen und Buben, die etwas gemalt oder gebastelt haben. Im Bild (von links) Brigitte Sauermann, Silvia Schwedes (stehend) und Marietta Dorn, mit Bewohnerin Kathrin Haner.
Das tut gut in diesen Tagen: Die Bewohnerinnen und Bewohner vom Haus Waldenfels bekommen nun fast täglich Post von Mädchen und Buben, die etwas gemalt oder gebastelt haben. Im Bild (von links) Brigitte Sauermann, Silvia Schwedes (stehend) und Marietta Dorn, mit Bewohnerin Kathrin Haner. Foto: Sibel Linz

Betreuungsassistenten kümmern sich

"Aber wir haben unsere Teams von Betreuungassistenten in den Einrichtungen verstärkt", so der Vorstand weiter. Es gebe jetzt noch mehr Personen dort, die sich ganz speziell um die Älteren kümmern, mit ihnen singen und basteln. Glücklicherweise gibt es speziell im Haus Waldenfels zudem ein modernes WLAN-Netz, so dass sich einige der Bewohner sogar via Skype mit ihren Lieben treffen könnten, so der Vorstand weiter.

Und dann ist da, wie schon erwähnt, noch die Aktion, die Heimleiterin Sibel Linz auf Facebook initiierte und die dann Kreise bis zum Sender Antenne Bayern zog. Vor drei Wochen startete Linz zunächst privat auf der sozialen Plattform im Netz einen Aufruf an alle freundlichen Menschen, die ein Herz für die Senioren im Haus Waldenfels haben.

Zahlreiche Kinder malten herrliche Bilder für die Senioren im Heim.
Zahlreiche Kinder malten herrliche Bilder für die Senioren im Heim. Foto: Sibel Linz

Überwältigende Resonanz

Sie bat vor allem Kinder darum, den Bewohnern vielleicht einen Brief zu schreiben oder ein Bild zu malen und es zuzuschicken. Als sie den Aufruf auch noch in die Facebook-Gruppe von Antenne Bayern einstellte, erntete sie damit unerwartete Resonanz. "Am nächsten Tag rief der Sender bei uns an und ich musste ein Interview geben", sagt die Heimleiterin im Gespräch mit dieser Redaktion.

Und dann ging es nach ein paar Tagen los. Es kamen jede Menge Briefe mit liebevollen Zeilen, bunten Bildern und gebastelten Mobiles. "Wir haben das dann kunterbunt verteilt." Bis heute seien rund 300 Zusendungen im Waldenfels eingetroffen, die unter den 83 Bewohnern des Hauses für reichlich Gesprächsstoff sorgen, erzählt Linz ganz begeistert. Vor allem Kinder aller Altersstufen hätten sich bei den Senioren gemeldet.

Mobiles, Knete und liebevolle Briefe

Natürlich haben meist die Eltern etwas beim Schreiben und Basteln mitgeholfen, sagt Linz und erinnert sich beispielsweise an den farbigen Handabdruck einer Zweijährigen auf einem Blatt Papier, den die Eltern nach Bad Brückenau ins Heim geschickt hatten. "Liebe Omis und Opis" hatte ein Junge als Anrede an den Anfang seines Briefes gestellt, erzählt Sibel. Und dann war da noch jenes Mädchen, dessen Zeilen der Heimleiterin ganz klar ans Herz gingen: "Ich habe selbst leider keine Oma, deshalb schreibe ich an dich!"

"Wir bekamen Mobiles zum Aufhängen und selbst gemachte Knete zum Basteln geschickt." Die Mädchen und Buben eines Kindergartens haben einen Baum gemalt und ihn mit Glitzersteinchen verziert. "Auch jetzt noch bekommen wir immer wieder Briefe", sagt Linz. Vielleicht hängt das aber auch damit zusammen, dass die Heimleiterin irgendwann anfing, Dankesbriefe an die Kinder zurückzuschicken - mit einer kleinen Schokolade drin. Denn irgendwie wird Linz den Eindruck nicht los, dass etliche Kinder nun schon mehrere Briefe ans Haus Waldenfels geschickt haben.

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