Bad Kissingen

Bad Kissingen: 15 oder gar 16 Bewerber um neun Chefsessel?

Die Spannung auf die Kommunalwahl wächst. Wie sehen die Wahlvorschläge zum Beispiel im Altlandkreis Bad Kissingen aus? Wer bewirbt sich tatsächlich fürs Bürgermeisteramt?
Die Wahlvorschläge sind verbindlich. Jetzt geht's schnurstracks auf die Kommunalwahlen zu, denn am 23. Januar war Stichdatum für die Abgabe der Wahlvorschläge. Foto: Archiv T. Liebelt

Im  Altlandkreis Bad Kissingen können am 15. März 2020 in zwei Städten und sieben Gemeinden rund 45 000 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimmen abgeben. Insgesamt sind in den Gremien dort 162 Ratssitze neu zu besetzen. In sechs dieser Kommunen wird der Bürgermeister neu gewählt.

Eine Ausnahme bildet Bad Bocklet: Andreas Sandwall (CSU) trat erst 2017 die Nachfolge des verstorbenen Bürgermeisters Wolfgang Back an. Neu bei der Wahl 2020 im Biedermeierbad dabei sind B'90/Die Grünen. Zudem hat auch die SPD wieder eine eigene Liste aufgestellt.  2014 hatte es neben CSU und der Freien Christlichen Wählergemeinschaft nur die Unabhängige Liste Bad Bocklet (ULB) gegeben. 

Zwei Gruppierungen suchen noch Unterstützer

Bis zum 23. Januar wurden bei den Wahlämtern vor Ort insgesamt 49 Wahlvorschläge eingereicht. Zudem können zwei neue Gruppierungen noch bis 3. Februar 2020 die Unterstützer-Listen nachreichen. In Münnerstadt bangen die Initiatoren von DIE PARTEI noch um ihre Teilnahme an der Wahl 2020. In Bad Kissingen wirbt die "Bürgerliste Zukunft Bad Kissingen" derzeit noch massiv um Unterstützer.

Die meisten Listen hat die Marktgemeinde Burkardroth aufzuweisen (10), gefolgt von Bad Kissingen (8, eventuell 9), Maßbach (7) und Münnerstadt (6, eventuell 7). Im Altlandkreis ließen sich 16 Personen für die Bürgermeister-Kandidatur nominieren, darunter lediglich zwei Frauen.

In drei Kommunen des Altlandkreises Bad Kissingen gibt es bislang nur einen Bewerber um den Bürgermeisterstuhl. Rein theoretisch könnten sich – so will es das Kommunalwahlrecht - in diesen Gemeinden aber bis 30. Januar noch weitere Konkurrenten aufstellen lassen. In Maßbach und Rannungen gehen, wenn alles glatt läuft, altbewährte Kräfte in die neue Runde: Matthias Klement (CSU) wurde 2014 ins Amt gewählt, nachdem er sich gegen den Mitbewerber Achim Bieber (Bürgerblock Poppenlauer) mit 56,8 Prozent durchgesetzt hatte (Bürgerblock Poppenlauer).

Einzelkämpfer in Maßbach und Rannungen

Der 51-jährige Diplom-Biologe ist bei der Wahl voraussichtlich ebenso unangefochten wie Fridolin Zehner in Rannungen, der im Mai 2020 in seine vierte Amtszeit gehen würde. 2014 hatte der 61-jährige Diplom-Agraringenieur sich - zum zweiten Mal bei einer Wahl - noch gegen seinen langjährigen Stellvertreter im Amt, Werner Keller, durchsetzen müssen. Er war jedoch mit rund 61,6 Prozent gestärkt aus dieser Wahl hervorgegangen.

Oerlenbachs Bürgermeister Franz Kuhn tritt 2020 nicht mehr an. Der 60-jährige frühere Geschäftsleitende Beamte der Gemeinde Poppenhausen kam 1996 in den Gemeinderat und war vor der Wahl zum Chef der Großgemeinde im Jahr 2014, jeweils eine Amtsperiode lang, zunächst Dritter und danach Zweiter Bürgermeister gewesen.

In Oerlenbach stehen viele hinter einem Kandidaten

Schon im Dezember 2019 hatte die CSU Oerlenbach publik gemacht, dass Nico Rogge für den Chefsessel im Rathaus kandidieren wird. Der 33-jährige Bundespolizeibeamte ist in Oerlenbach groß geworden und wegen seines Engagements beim TSV recht bekannt. Unterstützt wird Rogge auch von den Wählergemeinschaften in Ebenhausen und Rottershausen. Zudem nimmt er auf der Liste des Bürgerblocks Oerlenbach Platz eins ein. Übrigens: Die Gruppierung "Die Überörtliche" stellte diesmal keine Liste auf.

Jeweils zwei Kandidaten wurden in Nüdlingen und Burkardroth nominiert. In Nüdlingen sind beide Protagonisten schon sehr bekannt. Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) ginge im Mai in seine zweite Amtszeit. Der 56-jährige Unternehmer kam 2002 in den Gemeinderat und war von 2008 bis 2011 Dritter Bürgermeister. Nach dem Ausscheiden von Arthur Stollberger übernahm er dann bis 2014 dessen Amt des Zweiten Stellvertreters.

Es treten alte und neue Gesichter 

Christian Höfler (Bürgerblock Nüdlingen) hat schon 2014 einmal kandidiert. Damals gab es in Nüdlingen übrigens mit Karen Pohle (SPD) sogar noch eine dritte Kandidatin. Der 47-jährige Technische Vermessungsbeamte ist seit 2008 im Gemeinderat und genauso lange Vorsitzender des Bürgerblocks. Ab 2011 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Nüdlinger Energiegenossenschaft.

In Burkardroth tritt Waldemar Bug (ÖDP) nach zwei Amtsperioden nicht mehr an. 2014 war der 65-jährige Ingenieur, nachdem Mitbewerber Thomas Rauch (Wählergemeinschaft Stangenroth) wieder von der Kandidatur abgesprungen war - mit satten 95 Prozent in seinem Amt bestätigt worden. Mit Frank Heckelmann und Daniel Wehner bewerben sich im März 2020 nun zwei "neue" Gesichter um den Bürgermeistersessel.

Ein Omen für die Wahl im März?

Heckelmann wurde von der Wählergemeinschaft Waldfenster ins Rennen geschickt. Der 55-jährige arbeitet als Projektingenieur und technischer Berater bei einem Paketdienst. Ganz unbeleckt von Kommunalpolitik ist der gebürtige Waldfensterer jedoch nicht, denn von 2008 bis 2014 bestimmte er schon einmal die Geschicke der Kommune mit.

Die CSU Burkardroth kürte Daniel Wehner zu ihrem Kandidaten. Auch die Wählergemeinschaft Stangenroth und die Christliche Wählergemeinschaft Gefäll/Stralsbach unterstützen den 44-jährigen Gefäller. Wehner bringt reichlich kommunalpolitische Erfahrung mit, denn er sitzt bereits seit 2002 im Burkardrother Gemeinderat und ist seit 2014 Zweiter Bürgermeister der Marktgemeinde. 2019 wurde er im Kreistag als Nachrücker für den ausscheidenden Kreisrat Michael Heppes (CSU) vereidigt. War das etwa schon ein Omen für die Wahl in der Marktgemeinde?

Gibt es wieder einen Wahlkrimi in Thundorf?

Ziemlich spannend wird es in Thundorf und in der großen Kreisstadt Bad Kissingen. Dort treten nämlich jeweils drei Bewerber gegeneinander an. In Thundorf ist Bürgermeister Egon Klöffel (CSU) bei der Wahl 2020 nicht, wie das letzte Mal, der Kandidat der Listenverbindung CSU/Freie Wähler, sondern der des Bürgerblocks Theinfeld. CSU/Freie Wähler nominierten in Klöffels Heimatort Thundorf hingegen Edwin Braun zu ihrem Wunschkandidaten.

Braun hatte schon 2014 bei der Nominierung in Thundorf seinen Hut in den Ring geworfen, war damals aber gegen Klöffel gescheitert. Braun saß bereits eine Amtsperiode lang (2008 bis 2014) im Ratgremium. 2016 rückte er für den verstorbenen Gemeinderat Andreas Schmitt (CSU-FW) erneut ins Gremium nach.

Ein ständiges Kommen und Gehen

Die Dritte im Bunde der Kandidaten heißt Judith Dekant. Eigentlich habe sie nicht kandidieren wollen, hieß es. Doch dann entschied sie sich offensichtlich anders. Die Kandidatin der Wählergemeinschaft Rothhausen kann einige politische Erfahrung aufweisen. Seit 2008 sitzt sie im Gemeinderat und ist seit 2014 Zweite Bürgermeisterin. In Thundorf gibt es drei Listen. Die MIT-Bürger sind 2020 allerdings nicht mehr am Start. Angeblich fanden sich nicht genug Kandidaten für ein Liste. 

In Bad Kissingen hatte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) zunächst keinen Zweifel daran gelassen, dass er 2020 wieder antritt. Kurze Zeit später jedoch gab er bekannt, dass er aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidieren will. Blankenburg ist seit zwölf Jahren im Amt. 2008 hatte er mit 75 Stimmen Vorsprung in der Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten Alexander Zöller gewonnen. Bei seiner Wiederwahl 2014 siegte er dann mit 68,4 Prozent gegen Michael Heppes von der CSU.

In Bad Kissingen gibt's gleich drei Bewerber

Der neue Kandidat der SPD heißt nun Dirk Vogel.  Der gebürtige Bad Kissinger lebt im hessischen Bruchköbel und arbeitet als Büroleiter bei der Stadt Rüsselsheim. Der 42-Jährige bringt bereits Erfahrung als Kandidat für das Amt eines Stadtoberhaupts mit. 2013 war er als gemeinsamer Kandidat der SPD und einer freien Wählergruppe in Bruchköbel bei der Bürgermeisterwahl angetreten.

Der Bewerber der CSU heißt Gerhard Schneider (Bad Kissingen).  Der gebürtige Münnerstädter ist seit 1987 Beamter bei der Stadt Bad Kissingen. 27 Jahre lang war der 58-jährige ausgebildete Diplom-Verwaltungswirt Stadtkämmerer. Seit März 2019 ist er Geschäftsleitender Beamter. Vor kurzem erst wurde bekannt, dass SPD und CSU den Wahlkampf in der Stadt nun doch nicht allein unter sich ausfechten werden. Denn der dritte Kandidat für den OB-Sessel heißt Peter Eggen (AfD). Der 64-Jährige kam 1994 über den Beruf (Finanzbeamter) in die Kurstadt und ist bislang politisch nirgendwo in Erscheinung getreten.

Im städtischen Wahlamt wurden acht Listen abgegeben, darunter auch zwei neue, vom Kreisverband Main-Rhön der Partei DIE LINKE, sowie von der Alternative für Deutschland (AfD). 

Die Männer der zweiten und dritten Riege wollen ganz nach vorn

Auch in Münnerstadt geht der Kapitän von Bord. Helmut Blank (CSU,61) war dort 12 Jahre lang Bürgermeister. 2008 hatte er Eugen Albert (Freie Wähler) im Amt abgelöst. Der Kampf um den Bürgermeisterstuhl wird sicher spannend, denn es bewerben sich jetzt gleich vier Kandidaten um Blanks Nachfolge. Die CSU nominierte Michael Kastl, der 2014 bis 2017 Zweiter Bürgermeister in Münnerstadt war und Helmut Blank, vor allem auch während seiner Krankheit, im Bürgermeisteramt vertreten hatte. Der 39-jährige gebürtige Münnerstädter wohnt in Seubrigshausen und ist Geschäftsleitender Beamter in Stadtlauringen.

Die SPD geht in Münnerstadt mit Axel Knauff ins Rennen. Der 59-jährige gebürtige Dortmunder lebt seit 1989 in Münnerstadt. Er studierte Maschinenbau und ist Entwicklungsleiter bei Siemens. Nach der Kommunalwahl 2014 wurde er zum Dritten Bürgermeister gewählt. Kastl und Knauff müssen aber auch mit ihrem Stadtratskollegen Andreas Trägner (Freie Wähler) rechnen.

B'90/Die Grünen bald auch im Stadtrat Münnerstadt?

Trägner wurde Mitte 2017, als Michael Kastl sich aus dem Stellvertreter-Amt zurückzog, zum Zweiten Bürgermeister gewählt und hat sich offensichtlich in diesem Amt sehr gut zurechtgefunden. - Und falls DIE PARTEI bis 3. Februar die nötigen Unterstützer findet, wird auch Sonja Johannes, die bereits nominiert wurde, bei der Bürgermeisterwahl antreten. Dann gibt es im neuen Stadtrat gleich zwei neue Parteien, beziehungsweise Gruppierungen. Denn auch in Münnerstadt haben sich B'90/Die Grünen mit einer Liste zu Wort gemeldet.

Rückblick

  1. Kommunalwahl 2020 in Bad Kissingen: Wer sind die Kandidaten?
  2. Bad Kissingen: Anteil der Emotionen am OB-Wahlkampf wächst
  3. Bad Kissingen: Menz will durch Sachargumente punkten
  4. Braun: "Neue Chancen für die Gemeinde Thundorf nutzen"
  5. Bad Kissingen: Die drei OB-Kandidaten im Wahlforum
  6. Bad Kissingen: Landrat Bolds Schlüssel zum Erfolg
  7. Wo Gerhard Schneider als OB-Kandidat seine Akzente setzt
  8. Dekant: "Eine Aufgabe, für die ich Herzblut mitbringe"
  9. Fuchsstadt dank guter Vernetzung voranbringen
  10. Bad Kissingen: Was der AfD-Kandidat in der Stadt ändern will
  11. Egon Klöffel: "Alle drei Ortsteile gleich behandeln"
  12. Fuchsstadt: René Gerner will als Macher in die Verantwortung 
  13. Dirk Vogel setzt auf gute Jobs und erfolgreiche Unternehmen
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  15. Zehner: "In Rannungen stehen jetzt etliche Großprojekte an"
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  31. Raum Hammelburg: 19 Bürgermeister-Kandidaten und 40 Listen in neun Kommunen
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  35. Dirk Vogel: Genossenschaftsgedanke soll die Eishalle retten
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  44. "Gemeinsam für den Markt Zeitlofs": Kandidatenliste steht fest
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  48. Daniel Wehner rückt in den Bad Kissinger Kreistag nach
  49. Kissinger SPD-Kandidaten: Kay Blankenburg geht nicht so ganz
  50. Kissinger Kreisrat Michael Heppes legt Mandat nieder

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