Bad Kissingen

Bad Kissingen: CSU und SPD müssen die meisten Federn lassen

Das vorläufige Ergebnis über die Sitzverteilung im Kreistag wurde mit Spannung erwartet. Die Grünen/BfU werden die zweitstärkste Kraft. Die AfD zieht mit drei Sitzen ein.
Es ist vollbracht: Die Kommunalwahlen sind vorbei. Am Dienstag wurden nun auch die Ergebnisse der Bad Kissinger Kreistagswahl bekannt gegeben.
Es ist vollbracht: Die Kommunalwahlen sind vorbei. Am Dienstag wurden nun auch die Ergebnisse der Bad Kissinger Kreistagswahl bekannt gegeben. Foto: Archiv Patty Varasano

Der Kreistag wird 2020 noch bunter. Zur Folge hat das, dass sich die Mehrheitsverhältnisse, was die Sitzverteilung angeht, teils kräftig gedreht haben. Denn neben CSU, Die Grünen/BfU, den Freien Wählern, PWG, SPD, ÖDP und FDP sind künftig auch AfD und DIE LINKE vertreten. Am meisten Wählerstimmen büßten die traditionellen Volksparteien CSU und SPD ein.

Bereits 2008 hatte die CSU ihre Mehrheit im Kreistag verloren. 2014 war es dann bei 28 Sitzen im Gremium geblieben. Dass die CSU diesmal weitere Verluste einstecken muss, war anzunehmen. Inzwischen ist klar, dass aus den 28 Sitzen der Partei jetzt 25 geworden sind. Nach dem vorläufigen Ergebnis vom Dienstag schnitt die CSU im Landkreis mit 41,74 Prozent ab, verlor also gegenüber 2014 rund 5,52 Prozent der Wählerstimmen.

Starke Einbußen für die SPD

Doch auch die SPD gehört zu den Verlierern dieser Wahl. Im Kreistag rutschte sie mit lediglich 11,59 Prozent der Wählerstimmen auf den vierten Platz ab und büßt nun vier Sitze ein. Vor sechs Jahren gingen die Sozialdemokraten kurz nach der Wahl noch mit 18,3 Prozent (elf Sitzen) als zweitstärkste Partei aus der Wahl hervor. Jetzt verbuchen sie ein Minus von 6,72 Prozent der Wählerstimmen.

Jubeln werden hingegen die Mitglieder von Die Grünen/BfU. Sie sind, was das Wählerverhalten angeht, die großen Gewinner der Kreistagswahl. Denn jetzt sind sie, statt mit bislang fünf, gleich mit neun Mandatsträgern im Gremium vertreten. Auf das Ergebnis von 2014 sattelten sie jetzt mit 14,78 Prozent noch 5,82 Prozent der Wählerstimmen drauf und werden so zur zweitstärksten politischen Kraft im Kreistag.

Die Grünen und Freie Wähler legten zu

Aber auch die Freien Wähler/Christlicher Bürgerblock haben leicht dazu gewonnen: 2014 konnten sie zusammen 10,74 Prozent für sich verbuchen, diesmal schnitten sie mit 12,27 Prozent ab und rückten im Kreistag von der vierten an die dritte Stelle auf. Auf die Sitzverteilung im Kreistag wirkt sich das Plus von 1,53 Prozent allerdings nicht aus. Sie sind weiter mit sieben Personen im Gremium vertreten.

Die Parteilose Wählergruppe Bad Brückenau (PWG) hatte 2008 einen vierten Sitz im Kreistag ergattert, den sie 2014 eisern verteidigte. Jetzt setzten die Parteilosen noch einen drauf und heimsten zuguterletzt einen fünften Sitz für sich ein.  Sie bekamen 7,63 Prozent der Wählerstimmen (7,24 Prozent 2014).

Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten konstant

Neu im Kreisgremium vertreten sind diesmal die AfD mit drei Sitzen (4,94 Prozent) und DIE LINKE (1,95 Prozent) mit einem Sitz. Die ÖDP hat sich, mit Unterstützung des Bündnisses für Klimagerechtigkeit, wieder zwei Sitze im Gremium gesichert (2014 hatte die ÖDP alleine drei Sitze erreicht). Auch die FDP musste jetzt einen Sitz abgeben (2,19 Prozent) und ist noch mit einer Person im Gremium vertreten.

54 653 Wählerinnen und Wähler (85 359 Wahlberechtigte) nahmen die Chance wahr, über die Besetzung des Kreistags mitzubestimmen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 64,01 Prozent.

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