Bad Kissingen

Bad Kissingen: Landrat Thomas Bold tritt 2020 wieder an

Der CSU-Kreisvorstand kürte am 19. Juli seinen Landratskandidaten. Tritt Bold sein Amt erneut an, schafft er damit, im Vergleich zu seinen Vorgängern, ein Novum.
Jetzt hat sich auch der Bad Kissinger Landrat Thomas Bold (rechts) zur bevorstehenden Kommunalwahl erklärt (im Bild mit dem CSU-Kreisvorsitzenden und MdL Sandro Kirchner). Foto: Isolde Krapf

Eigentlich konnte man es sich ausrechnen, dass Thomas Bold 2020 erneut als Landrat antreten will: Er ist dann 59 Jahre alt und, nach Ablauf der Amtsperiode, genau bis zum 65. Lebensjahr im Amt (ab 65 darf man in Bayern als Landrat nicht mehr kandidieren). Zudem hat er in den jüngsten Jahren etliche Projekte mit angestoßen und man konnte annehmen, dass er diese noch bis zur Reife begleiten will,  wie zum Beispiel das jüngst eröffnete Naturerlebniszentrum des Freistaats am Klaushof. Vertreter des Kreises sitzen in der Arbeitsgruppe mit am Tisch und stricken an einem Konzept mit.

Oder auch die Modernisierung der Breitbandverkabelung, für die sich Bold in der Vergangenheit schon mehrfach stark gemacht hatte. Jetzt wurde eine Kompetenzstelle eingerichtet. Es bleibt also spannend, wie's diesbezüglich weitergeht. Und dann ist da unter anderem der neue Schulcampus in Hammelburg: Man ahnte, dass Bold sich die Pläne für das, was er selbst als einen "großen Wurf" bezeichnet, wohl nicht aus der Hand nehmen lassen würde.

Entscheidung über den Landratskandidaten

Offiziell muss der Kreisvorstand jedoch den Landratskandidaten küren.  Die Bestätigung der Kandidatur in der CSU-Kreisdelegiertenversammlung im Herbst 2019 ist dann noch eine reine Formalie. Dass Bold 2020 wieder antreten soll, sei für alle relativ klar gewesen, machte CSU-Kreisvorsitzender und MdL Sandro Kirchner deutlich . "Er hat unter anderem eine moderne Verwaltung geschaffen und den Landkreis als Bildungsstandort vorangebracht", spielte Kirchner auf die Sanierung des Landratsamts und die umfangreichen Baumaßnahmen an verschiedenen Kreis-Schulen an.

Am 9. Juli 2019 wurde das sanierte Landratsamt samt Erweiterungsbau offiziell vorgestellt. Foto: Isolde Krapf

Mit der erst kürzlich gefeierten Sanierung des ehemaligen Klostergebäudes in Hammelburg sei die Musikakademie zukunftsfähig gemacht worden. Auch dass das Zentrum für Telemedizin (ZTM) sich nun dauerhaft im Rhön-Saale-Gründer- und Innovationszentrum (RSG) ansiedeln konnte , sei Bolds Engagement zu verdanken, so Kirchner weiter. "Das ZTM ist sein Baby."

Es gibt stets neue Herausforderungen

Für die kommenden Jahre gibt es, laut Kirchner, für Bold genug weitere Projekte, die man fortentwickeln müsse, wie zum Beispiel den Aufbau der Akademie für Sozialberufe, Pädagogik und Ehrenamt, die gerade im Kloster Maria Bildhausen entsteht. Zudem nannte er die Weiterentwicklung der beiden Bundeswehr-Standorte Hammelburg und Wildflecken. Auch dass es nun, laut Bundesnetzagentur, plötzlich eine Wechselstromtrasse P 43, quer durch den Landkreis, geben soll, sei eine "neue Herausforderung", der man sich stellen müsse.

"Mein Amt macht mir nach wie vor Spaß", sagte Landrat Thomas Bold. Er habe in der Behörde ein "tolles Team" hinter sich und auch im Kreistag ziehe man meist an einem Strang. "Wir haben in den vergangenen Jahren viel bewegt. Und die Ideen sind mir noch nicht ausgegangen.".

Möglicherweise zwei Mitbewerber

Tritt Bold im Frühjahr 2020 tatsächlich als Landrat an, schafft er übrigens im Landkreis ein Novum.  Denn er beginnt dann seine 4. Amtszeit. All seine Vorgänger waren kürzer im Amt - maximal drei Amtsperioden. Dass er vielleicht 2020 zwei weitere Mitbewerber fürs Amt des Landrats haben wird - SPD und B'90/Die Grünen/BfU kündigten Kandidaten an (wir berichteten) - könne ihn nicht schrecken, sagte Bold. Über mögliche Mitbewerber habe er sich bei der Entscheidung für die eigene Kandidatur nie Gedanken gemacht. "Entscheidend ist, dass man es selbst will. Es ist ein Angebot, dann muss der Wähler entscheiden."

Der Verein Rhönlink ging 2014 auf Konfrontation zu den SuedLink-Plänen. Im Bild der damalige Vorsitzende Jochen Vogel, sein Stellvertreter Gotthard Schlereth, Brigitte Meyerdierks und Dieter Kolb. Mit dabei die Beisitzer Reiner Morshäuser, Gerhard Schumm, Markus Stockmann und Hans Bolender. Foto: Ulrike Müller

Die Frage, ob er in der vergangenen Amtsperiode die Bürger von seiner Politik habe überzeugen können, bejahte Bold selbstbewusst. "Uns ist in diesen Jahren vieles gelungen. Ich habe bei den Bürgern oft große Zustimmung verspürt." Er habe versucht, die Bürger bei Entscheidungen mitzunehmen. Als Beispiel nannte er die Entscheidung bezüglich des SuedLink. Im Verein Rhönlink seien schließlich auch die Bürgerinitiativen vertreten gewesen. 

Landkreis entwickelte sich weiter

Der Landkreis habe sich in den jüngsten Jahren stets weiterentwickelt, sagte Bold und nannte als Beispiel die länderübergeifende Marketing-Initiative innerhalb der neuen Rhön GmbH oder die Teilhabe-Initiative für Senioren im Rahmen des Regionalmanagements (Demenz-Netzwerk).

Nach Bolds Ansicht müsse man auch weiter daran arbeiten, den ländlichen Raum noch attraktiver für die Zukunft zu gestalten. In Sachen Infrastruktur sei man in zahlreichen Ortschaften des Landkreises bereits gut gerüstet. "Aber wir müssen uns weiter um qualifizierte Arbeitsplätze bemühen. Das heißt man muss dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen stimmen."  

Landrat Thomas Bold
Die kommunalpolitische Karriere von Thomas Bold begann 1990, als er in den Gemeinderat von Wartmannsroth und in den Kreistag gewählt wurde. Sechs Jahre später wurde er mit 93 Prozent zum Bürgermeister gewählt. Zuvor war er 16 Jahre lang Polizist gewesen. Politisch engagierte er sich bereits 1983, als er dem CSU-Ortsverband seiner Heimatgemeinde Wartmannsroth beitrat. Zwei Jahre später gründete er dort die Junge Union mit und war seitdem auch in der JU-Kreisvorstandschaft Beisitzer und später Vorsitzender. 1993 wurde er stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender und kandidierte 1990 erstmals für Gemeinderat und Kreistag. 2002 trat er die Nachfolge des früheren Landrats Herbert Neder an und konnte, bei vier weiteren Kandidaten, mit rund 62 Prozent der Wählerstimmen punkten. Sechs Jahre später behauptete er sich bei der Kommunalwahl, gegen zwei Kandidaten, mit knappen 53 Prozent. 2014 trat Bold alleine an und vereinte rund 93 Prozent der Wählerstimmen auf sich.

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