Bad Kissingen

Bad Kissingen: OB Blankenburg tritt doch nicht mehr an

Kay Blankenburg hat es sich anders überlegt. Nach zwölf Jahren als Oberbürgermeister von Bad Kissingen tritt er anders als angekündigt bei der Wahl 2020 nicht wieder an.
Kay Blankenburg (SPD), seit 2008 Oberbürgermeister von Bad Kissingen, kandidiert entgegen früheren Ankündigungen nicht erneut. Foto: Siegfried Farkas

Diese Entscheidung verändert die Ausgangslage für die Bad Kissinger Oberbürgermeisterwahl 2020 grundlegend: Amtsinhaber Kay Blankenburg von der SPD tritt doch nicht wieder an. Erst vor wenigen Wochen hatte er entsprechende Gerüchten, die es bereits seit einigen Monaten in der Stadt gab, noch deutlich widersprochen.

Auf Nachfrage sprach Blankenburg nun von "einer "extrem schwierigen Entscheidung". Diese habe "rein persönliche Gründe". Dass er nicht noch einmal kandidieren wolle, habe nichts mit dem Stadtrat, dem Amt selbst oder der Stadtverwaltung zu tun. Er könne sich nur nicht vorstellen, noch einmal "volle sechs Jahre" zu gehen: "Ich will einfach Zeit haben."

Vor vier Wochen war die Antwort noch anders

Vor vier Wochen hatte Blankenburg sich noch ganz anders geäußert: „Ich bin gerne OB in Bad Kissingen. Daran hat sich nichts geändert“, erklärte er damals  auf Anfrage dieser Redaktion: "Ich habe nichts zurückzunehmen." Und bestätigte damit ein weiteres Mal, was er zuvor bereits mindestens zweimal öffentlich gesagt hatte

In der Kissinger SPD war für auf die Nachricht von Blankenburgs Verzicht am frühen Mittwochnachmittag zunächst niemand zu erreichen. Eine schnelle Antwort kam dagegen auf Anfrage aus dem Berliner Büro von Sabine Dittmar. Der SPD-Bundestagsabgeordneten aus Maßbach war - ebenfalls von der Kissinger Gerüchteküche - nachgesagt worden, sie denke darüber nach, für das Amt der Oberbürgermeisterin in der Kurstadt zu kandidieren. Dem widersprach ihr Büro klar.

Bedauern von der SPD

Am späten Nachmittag erklärten Tobias Schneider für den Ortsverein und Bernd Czelustek für die Stadtratsfraktion der SPD in einer gemeinsamen Erklärung ihr "großes Bedauern", dass Blankenburg sich nun doch entschlossen hat, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Die Kissinger SPD werde aber noch im November "eine Person präsentieren, von der wir überzeugt sind, dass die SPD sehr gute Chancen hat, auch in Zukunft die Oberbürgermeisterin beziehungsweise den Oberbürgermeister in Bad Kissingen zu stellen und neue Akzente in der Stadtpolitik zu setzen".

In der Mitteilung ziehen die örtlichen Sozialdemokraten gleich eine Bilanz der zwei Amtszeiten Blankenburgs. Kissingen habe sich durch ihn gut entwickelt. Im Bereich Bildung seien durch Erwerb und Sanierung der Sinnberg-Grundschule, die Generalsanierung der Kliegl-Mittelschule und den Ausbau und Sanierung der meisten Kindergärten der Stadt Meilensteine gesetzt worden. Die Therme sei erweitert, das Freibad saniert und die Kurgebietssatzung zukunftweisend verändert worden.

Weltkulturerbebewerbung und Haushaltskonsolidierung

Gleichzeitig habe Blankenburgs Politik der Haushaltskonsolidierung die Grundlage gelegt, dass auch in zukünftigen Haushalten Mittel für eine Weiterentwicklung der Stadt eingestellt werden können. Trotz Haushaltskonsolidierung habe es keine Erhöhung der Steuerhebesätze gegeben. Mit der Bewerbung um das Unesco-Weltkulturerbe habe die Stadt eine Chance ergriffen, die im Falle eines Erfolgs, die Zukunft Bad Kissingens sehr nachhaltig und positiv prägen wird.

In Blankenburgs Amtszeit habe im Stadtrat zudem ein Klima des Miteinanders und der Zusammenarbeit geherrscht, "wie wir es aus früheren Zeiten nicht kannten", schreiben Schneider und Czelustek. "Durch Überzeugungskraft und das Bemühen um einen Ausgleich" abseits von Parteiendenken sei es Blankenburg gelungen "einen konstruktiv arbeitenden Stadtrat zu formen".

CSU sieht Chance

Für die Bad Kissinger CSU reagierte deren Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzender Steffen Hörtler mit freundlicher Zurückhaltung. Er schätze Blankenburg "menschlich sehr" und sei mit ihm als Oberbürgermeister "immer bestens ausgekommen". Allerdings bestünden natürlich Unterschiede im Politikverständnis. Blankenburgs Entscheidung eröffne jetzt die Chance, "die Stadtpolitik anders zu gestalten".

Für die anderen Parteien und Gruppierungen in Bad Kissingen ist es wohl so kurz nach der Entscheidung noch zu früh zu überlegen, ob sich aus dem Verzicht des Amtsinhabers auf eine neue Kandidatur für sie Konsequenzen ergeben. DBK, Wähler und die sogenannten Ökos hatten bereits vor vier Wochen angekündigt, sie würden keinen OB-Kandidaten ins Rennen schicken. Die Freien Wähler haben das gerade eben erst bei der Hauptversammlung bestätigt. Allerdings ist die Entscheidungsgrundlage jetzt eine völlig andere. Gegen einen Amtsinhaber anzutreten, gilt als sehr schwierig. Doch diese Hürde gibt es ab jetzt nicht mehr.

Blankenburg hatte 2008 mit weniger als 100 Stimmen Vorsprung in der Stichwahl gegen den CSU-Kandidaten Alexander Zöller gesiegt. Bei seiner Wiederwahl 2014 siegte er dann mit 68,3 Prozent gegen Michael Heppes von der CSU.

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