Bad Kissingen

Bad Kissingen: Warum Dirk Vogel für die SPD OB werden will

Am Donnerstag nominieren die Kissinger Sozialdemokraten ihren OB-Kandidaten. Sein Name ist keine Überraschung mehr: Dirk Vogel soll Nachfolger von Kay Blankenburg werden.
Dirk Vogel wird von der Spitze des Ortsvereins der Partei als OB-Kandidat der SPD Bad Kissingen für die Wahl 2020 vorgeschlagen. Foto: Siegfried Farkas

Dirk Vogel hatte mehrere Gründe ja zu sagen, als ihn die Kissinger SPD fragte, ob er ihr OB-Kandidat werden wolle. Der erste und wichtigste war ein emotionaler: Es geht um seine Heimatstadt. Auch wenn er Bad Kissingen nach dem Abitur verlassen hat und nach dem Studium beruflich im nahen Hessen gelandet ist, sei der Bezug immer eng geblieben zu jener Stadt, die Vogel, wenn man ihre Größe und das, was sie bietet, in Bezug setze, "die schönste Stadt Deutschlands" nennt. 

Als ihn Bernd Czelustek für die Stadtratsfraktion und Tobias Schneider sowie Maren Schmitt für den Ortsverein jetzt als den Bewerber vorstellten, den die Mitglieder am Donnerstag nominieren sollen, nannte er einen zweiten Grund: "Ich war schon immer ein politischer Mensch." Gesellschaftliches Engagement sei für ihn stets mit dem Ziel verbunden gewesen, etwas zum Positiven zu bewegen. Drittens sei er beruflich seit über 14 Jahren in der Kommunalverwaltung tätig. Die kenne er in vielen Facetten. Da sei es einfach eine besondere Herausforderung, "den letzten Schritt hierarchisch" auch noch zu gehen.

Arbeit - Wirtschaft - Innovation

Die Gründe Nummer zwei und drei haben ihn 2013 schon einmal zu einer Kandidatur bewogen. Damals trat er im hessischen Bruchköbel als Bürgermeisterkandidat der SPD an. Vogel erreichte zwar respektable 32,6 Prozent der Stimmen. Gewählt wurde aber der Amtsinhaber von der CDU. Schon damals habe er gewusst, dass es, wenn überhaupt, nur eine Stadt gebe könne, wo er sich noch einmal für das Bürgermeisteramt bewerben würde, sagt Vogel jetzt, seine Heimatstadt eben.

Als persönlichen politischen Schwerpunkt bezeichnet Vogel den Themenkreis Arbeit–Wirtschaft–Innovation. Dank der Vorarbeit der Staatsregierung habe Bad Kissingen da ein paar Vorzüge: die Außenstelle des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die damit verbundene Professur für Kurortmedizin und auch die Leistungen des Zentrums für Telemedizin. Es sei aber wichtig aus Ressourcen Fähigkeiten zu machen.

Wieder eine Geburtenstation ansiedeln

Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt seien okay, "mehr aber auch nicht". Aus seiner Sicht ist da mehr möglich. Und zwar nicht durch Erhöhung des Hebesatzes, sondern durch eine höhere Zahl von Gewerbesteuerzahlern. Dicke Fische könne Bad Kissingen vielleicht nicht anlocken. Aber für mittlere und kleinere Unternehmen attraktiv sein, könne es schon. 

Wichtig wäre Vogel auch ein neuer Versuch, in Bad Kissingen wieder eine Geburtenstation anzusiedeln. Da komme es aber darauf an, Partner zu haben, etwa Landrat und Landkreis oder den Krankenhausbetreiber, und nicht Gegner. Die Rahmenbedingungen für das Thema seien auch günstiger geworden. Inzwischen gebe es ein Förderprogramm der Staatsregierung.

Balanceakt für die Eissporthalle

Auch zur Eissporthalle hat Dirk Vogel sich Gedanken gemacht. Die sei ein "tolles Angebot", und gehöre nach seinem Empfinden zu Bad Kissingen. Aber sie sei für eine Stadt wie Bad Kissingen auch "kein übliches Angebot". Die Verkauf der Halle durch die Stadt sei angesichts knapper Kassen bestimmt mit den besten Absichten erfolgt. Von heute aus gesehen, hätte er aber nicht geglaubt, dass das Konzept der Käufer aufgesehen kann.

Einen sofortigen Rückkauf hält Vogel nicht für möglich. Um etwas zu erreichen, brauche es einen Balanceakt, für den mehrere Voraussetzungen zusammenkommen müssten: Die Stadt müsse willig sein, ebenso der Landkreis, den Vogel mit in der Verantwortung sieht. Gleiches gelte für den aktuellen Besitzer und den Verein der Kissinger Wölfe.

Auf der Stadtratsliste der SPD, die erst für Dezember angekündigt ist, wird Vogel übrigens nicht stehen. 

Rückblick

  1. Warum der Zukunft Bad Kissingen ein Kandidat nicht mehr gefällt
  2. Bad Kissingen: Wo Sie sehen, wen Sie wählen
  3. Bad Kissingen: Suche nach der besten Führung für den Landkreis
  4. Landratswahl 2020 im Kreis Kissingen: Wer sind die Kandidaten?
  5. Sulzthal: Der Bürgermeister will es mit 67 noch einmal wissen
  6. Bürgermeisterkandidatin in Münnerstadt: Aufgaben nach Talent verteilen
  7. Volker Partsch in Langendorf: "Ich weiß, wie die Region tickt"
  8. Aus Hammelburg in Obernburg auf den Bürgermeister-Sessel?
  9. Kommunalwahl Wartmannsroth: Betz tritt als Querdenker an
  10. Johannes Krumm ist hohe Belastung gewohnt
  11. Kommunalwahl 2020 in Bad Brückenau: Wer sind die Kandidaten?
  12. Kommunalwahl Wartmannsroth: Florian Atzmüller tritt für die CSU an
  13. Bürgermeisterkandidatin in Elfershausen will Brücken zum Menschen schlagen
  14. Oberleichtersbach: Für eine schnellere Politik
  15. Kommunalwahl Wartmannsroth: Roland Brönner setzt auf seine Erfahrung
  16. Bad Kissingen: Rottmann will nachhaltig Politik machen
  17. Kommunalwahl 2020 in Bad Kissingen: Wer sind die Kandidaten?
  18. Bad Kissingen: Anteil der Emotionen am OB-Wahlkampf wächst
  19. Bad Kissingen: Menz will durch Sachargumente punkten
  20. Braun: "Neue Chancen für die Gemeinde Thundorf nutzen"
  21. Bad Kissingen: Die drei OB-Kandidaten im Wahlforum
  22. Bad Kissingen: Landrat Bolds Schlüssel zum Erfolg
  23. Ziel für Münnerstadt: Transparente und offene Politik
  24. Riedenberg: Er behält den Überblick
  25. Wo Gerhard Schneider als OB-Kandidat seine Akzente setzt
  26. Dekant: "Eine Aufgabe, für die ich Herzblut mitbringe"
  27. Fuchsstadt dank guter Vernetzung voranbringen
  28. Der Einzelkämpfer fürs Oerlenbacher Rathaus
  29. Den Weg der Wahrheit gehen
  30. Fuchsstadt: Bernd Stöth setzt auf weltweite Erfahrung 
  31. Bad Kissingen: Was der AfD-Kandidat in der Stadt ändern will
  32. Egon Klöffel: "Alle drei Ortsteile gleich behandeln"
  33. Fuchsstadt: René Gerner will als Macher in die Verantwortung 
  34. Dirk Vogel setzt auf gute Jobs und erfolgreiche Unternehmen
  35. Kramp-Karrenbauer sagt Besuch in Hammelburg ab
  36. Zehner: "In Rannungen stehen jetzt etliche Großprojekte an"
  37. Wie Aura unter Thomas Hack andere Gemeinden überholt hat 
  38. Die Zukunft gemeinsam gestalten
  39. Wasserstadt statt Gesundheitsstadt?
  40. Motten: Einen Dorfladen als oberstes Ziel
  41. In Bad Kissingen offiziell bestätigt: Bürgerliste kann antreten
  42. Kommentar: Die Eule im Wahlkampf
  43. Bad Kissingen: Wie die Grünen die Diskussion um die Eule nutzen wollen
  44. Bad Kissingen: Von Heiligenfeldern angestoßene Liste darf wohl antreten
  45. Klement: "Man muss wissen, wo die Bürger der Schuh drückt."
  46. Bad Brückenau: Ein Politiker mit Augenmaß
  47. Geroda: "Eine ganz große Familie"
  48. Bad Kissingen: AfD tritt mit 17 Kandidaten zur Kreistagswahl an
  49. Wird Bad Kissingen ausverkauft?
  50. Bad Kissingen: 15 oder gar 16 Bewerber um neun Chefsessel?

Schlagworte

  • Bad Kissingen
  • Siegfried Farkas
  • Arbeit und Beruf
  • Bernd Czelustek
  • Beruf und Karriere
  • CDU
  • Kay Blankenburg
  • Kommunalverwaltungen
  • Kommunalwahl 2020 im Landkreis Bad Kissingen
  • Landesämter
  • Landräte
  • Professoren
  • Rückkäufe
  • SPD
  • Sozialdemokraten
  • Städte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!