Bad Kissingen

Bad Kissingen: Wird die Eissporthalle zum leeren Kühlhaus?

Stehen die Kissinger Wölfe vor dem Aus? Wenn der Verein bis Ende der Woche keine tragfähige Aussage über die künftige Nutzung der Eissporthalle hat, ist er nach Angaben seines Vorsitzenden ebenfalls von Insolvenz bedroht. Foto: Dieter Hopf

Es ist nicht das erste Mal, dass Bad Kissingen um seine Eissporthalle fürchten muss. Vor ziemlich genau 14 Jahren war es die Bauphysik, die in Gestalt erst eines und dann eines zweiten geborstenen Leimbinders die Dachkonstruktion mit Einsturz bedrohte. Jetzt sind es die Vorgänge rund um einen Insolvenzantrag gegen die Eissport Bad Kissingen GmbH, die der Stadt die Halle im Sommer 2017 abgekauft hat. Sie drohen, den Eishockeyverein Kissinger Wölfe ebenfalls in eine existenzielle Krise hineinzuziehen. 

Unter vorläufige Insolvenzverwaltung gestellt hat das Amtsgericht Schweinfurt die Eissport GmbH am 10. September. Das erste Saisonspiel des Bayernliga-Teams der Wölfe, auswärts in Peißenberg, ist für Freitag, 4. Oktober, angesetzt. Da ist nachvollziehbar, was Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin sagt: "Wenn ich diese Woche keine Entscheidung bekomme, gibt es kein Zurück." Der Verband wolle verständlicherweise auch irgendwann wissen, was Sache ist. Er habe dem Verein schon eine Frist gesetzt.

Zehn Jahre, um den Verein wieder aufzubauen

Vor diesem Hintergrund, wiederholte der Vorsitzende der Wölfe am Dienstag eine bereits früher formulierte Sorge: Ohne eine verlässliche Grundlage für seine Planung, sei der Verein ebenfalls von Insolvenz bedroht.  Denn ohne diese Grundlage könnten sich die Wölfe kein wettbewerbsfähiges Seniorenteam leisten. Und dadurch werde es noch schwerer, Sponsoren zu überzeugen, dass es sich lohnt, den Verein zu unterstützen. In der Folge könne der Vorstand nur noch schauen, wie er den Nachwuchsbereich über die Runden bringt. "Die Arbeit der vergangenen fünf Jahre" wäre damit aus seiner Sicht zunichte gemacht, erklärt Rosin. Und es würde "zehn Jahre dauern, den Verein wieder aufzubauen".

Selbst wenn sich diese Woche noch eine verlässliche Lösung fände, ist der Druck auf den Verein hoch. In der Halle sei zurzeit kein Eis, sagt Rosin. Zwei Wochen brauche es aus seiner Sicht aber, um die Voraussetzungen für die Saison zu schaffen: "Eine Woche arbeiten für die Bande und eine Woche Eis machen."

Wölfe hoffen auf Verkauf

Eine nachhaltige Lösung sieht Rosin nur in einem Eigentümerwechsel. "Bei einem Verkauf wäre uns allen geholfen", sagt Rosin mit Blick nicht nur auf die Wölfe, sondern auch auf den Skiclub oder sonstige Nutzer der Halle, wie etwas Schulen oder einfach Freunde des Eislaufs, die öffentliche Nutzungszeiten brauchen. Relevante Kaufinteressenten seien da, so der Vorsitzende der Wölfe. Wenn es keine Lösung gebe und die Wölfe dort nicht spielten, habe der Eigentümer der Eissport Bad Kissingen GmbH doch auch nichts davon: "Dann hat er letztlich nur ein totes Objekt da unten." Damit sei doch niemand gedient.

Wie verfahren die Situation ist, wird auch im Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Matthias Reinel deutlich. Wegen der in diesem Fall "sehr besonderen Gemengelage" lasse sich überhaupt nicht sagen, wie es weitergeht, erklärt der Würzburger Rechtsanwalt auf Anfrage. Gutachterlich beurteilen, ob eine Insolvenz vorliegt, wie er es laut Auftrag des Amtsgerichts Schweinfurt tun soll, könne er die Situation im Moment nicht. Er könne nicht einmal einschätzen, wie lange er noch vorläufiger Insolvenzverwalter sei und habe deshalb im Grunde in dieser Funktion eine schwache Position.

Vorläufige Insolvenzverwaltung bald zu Ende? 

Dem Vernehmen nach bemüht sich der Eigentümer der Eissport Bad Kissingen GmbH darum, seine Rückstände bei den Energiekosten zu begleichen. Sobald er die Stadtwerke Bad Kissingen zufrieden stellt, hat deren Insolvenzantrag keine Grundlage mehr. Auf dieser Basis tut sich ein vorläufiger Insolvenzverwalter sicher äußerst schwer, einen Auftrag zum Eismachen zu erteilen oder mit einem Verein, der die Halle braucht, über einen für alle Seiten akzeptablen neuen Pachtvertrag zu verhandeln.

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