MARIA BILDHAUSEN

Bayerische Akademie für Maria Bildhausen

Zur Auftaktveranstaltung für die neue Bayerische Akademie in Maria Bildhausen kamen zahlreiche Gäste, wie der Künstler Willi Grimm und die frühere Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Foto: Isolde Krapf

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Neue Akademie

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Wenn alles gut läuft, könnten an der neuen Bayerischen Akademie für Sozialberufe, Pädagogik und Ehrenamt, die bald im Kloster entstehen soll, schon 2021 die ersten Seminare anlaufen. In einem zweijährigen Vorlauf soll jetzt zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die zugleich auch Pläne zur praktischen Umsetzung beinhaltet, hieß es bei der Auftaktveranstaltung zu diesem Vorhaben am Donnerstag in Maria Bildhausen.

Offenbar war der Plan zu dieser Akademie eineinhalb Jahre hinter verschlossenen Türen zwischen Vertretern von Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) und dem Landkreis Bad Kissingen beraten worden – spätere Verhandlungen mit dem Freistaat inbegriffen. Als Heimatminister Albert Füracker am 26. November in München dann schließlich einen  Förderbescheid über 180  000 Euro  an die Maria Bildhäuser übergab, sickerte die Nachricht öffentlich durch.

Ein Ort mit Charisma

Maria Bildhausen sei ein „Ort mit besonderem Charisma“, sagte Schwester M. Katharina Wildenauer, Generaloberin der St. Josefskongregation (Ursberg). Das kulturelle und soziale Ambiente rund um die Werkstätten der Menschen mit Behinderung harmoniere großartig. Man habe Maria Bildhausen mal recht treffend als „inklusives Dorf“ bezeichnet, so Wildenauer. Dennoch müsse man auch an die Zukunft denken. Die Sozialakademie passe laut Generaloberin sehr gut zur Ausrichtung des Klosters.

Geistlicher Direktor Walter Merkt vom DRW ist Landtagspräsidentin a.D Barbara Stamm (CSU), wie er sagte, „unheimlich dankbar“, weil sie sich intensiv für das Vorhaben einsetzte. Da sei in vielen Gesprächen ein wichtiges Projekt entstanden, nämlich eine Akademie für Menschen, die in Pflegeberufen enorme Herausforderungen meistern müssen.

Initiativen für Pflegeberufe

Die Sozialberufe zu stärken und am Leben zu erhalten, nannte Barbara Stamm eine „riesige gesellschaftspolitische Herausforderung“, der wir uns alle stellen müssten. Gerade würden überall Initiativen für Pflegeberufe gestartet. In diesem Sinne sei man mit der Akademie auf einem sehr guten Weg, so Stamm weiter. Dennoch ist die Förderung einer beruflichen Aus- und Weiterbildung, nach Ansicht der früheren Politikerin, nicht alles.

„Wir müssen noch tiefer einsteigen“, sagt Stamm und erzählte von den aktuellen Bestrebungen der Politik, an den Universitäten einen Studiengang Pflegewissenschaften einzurichten. Dazu gehöre jedoch zunächst ein Berufsbild. Zudem müsse sichergestellt sein, dass solche Fachkräfte später auch entsprechende leitende Funktionen besetzen können. Nach Stamms Ansicht gibt es in Sachen Pflegeberuf sehr vieles aufzuarbeiten. Für äußerst wichtig hält sie es beispielsweise, dass man sich auch mal danach erkundigt, was fordernde Pflegeberufe mit der Psyche des Menschen machen.

Die Psyche stärken

Die neue Akademie in Maria Bildhausen sei auch gerade deshalb sehr wichtig, weil dort die Menschen nicht nur fachlich unterstützt, sondern auch psychisch gestärkt werden sollen, sagte Stamm. „Wir brauchen die Pflege der Pflegenden. Man muss doch einfach auch mal die Seele baumeln lassen.“

Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner habe sie sich für die neue Einrichtung in Maria Bildhausen eingesetzt, so Stamm. Letztendlich sagte das Finanzministerium nun Geld für eine Machbarkeitsstudie zu. Der Freistaat könne dennoch nur die Rahmenbedingungen  für Berufsausbildungen schaffen, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner und nannte als Beispiel die vier Schulen des Münnerstädter Berufsbildungszentrums, die als „Leuchtturm“ in Sachen Ausbildung gelten. Immerhin habe der Freistaat Bayern nun inzwischen auch ein eigenes Pflegeministerium geschaffen.

Historische Bauten erhalten

Mit der geplanten Akademie in Maria Bildhausen sollte man, nach Kirchners Ansicht, nicht nur darauf abzielen,  Berufe weiterzuentwickeln. Jeder sollte dort auch etwas für die Seele tun können, so der Abgeordnete weiter. Vielleicht könnte die Akademie für so manchen eine Art „Tankstelle“ werden. Auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel bezeichnete die Akademie als „großartige Chance für Unterfranken“. Für Landrat Thomas Bold ist es, nach eigenen Angaben, wichtig, wie man mit historischen Bauten umgeht. Einem der Klostergebäude durch diese Akademie neues Leben einzuhauchen, hält er für zukunftsweisend.

Türöffner beim Freistaat

Schließlich seien solche Pläne schon einmal bei der Sanierung des Klosters Altstadt für die neue Musikakademie in Hammelburg aufgegangen. Dass die DRW-Verantwortlichen der Idee zustimmten und sich Barbara Stamm, zusammen mit MdL Sandro Kirchner, dafür stark machten, habe die Türen beim Freistaat geöffnet, so Bold. Zunächst sollen ab 2019 ein Konzept und ein Bildungsplan erarbeitet werden, so DRW-Gesamtleiter Rainer Waldvogel. Dann wird es darum gehen, einen Kostenfinanzierungsplan zu erstellen. 2021 könnte das Abteigebäude dann umgebaut werden. Möglicherweise kann man im selben Jahr schon mit den ersten Seminaren beginnen.

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