Ramsthal

Bürgermeisterkandidat Alfred Gündling im Gespräch

In Ramsthal steht ein Bürgermeisterwechsel an. Nach 24 Jahren im Amt kandidiert Franz Büttner nicht mehr. Zwei Kandidaten wollen sein Nachfolger werden. Einer davon ist Alfred Gündling. Der 53-Jährige tritt als Bewerber für die CSU an.
Herr Gündling, Ihr beruflicher Werdegang?
Alfred Gündling: Ausbildung zum Schlosser, jetzt bei Metallbau Schneider in Röthlein, darüber hinaus 2005 Ausbildung zum Winzer, 2007 Ausbildung zum Rettungsdiensthelfer im Bayerischen Roten Kreuz.

Hobbies?
Ich gehe in meinen Berufen als Bauschlosser und Winzer auf. Zusätzliches Steckenpferd ist mein Engagement als Rettungsdiensthelfer in der Wache Maßbach. Dort leiste ich seit 2007 2400 Stunden beim Fahren des Rettungswagens.

Ehrenämter?
Bis Januar war ich neun Jahre Vorsitzender des Fidelia-Vereins und davor neun Jahre zweiter Vorsitzender. Dazu bin ich in mehreren Vereinen Kassenprüfer und Gerätewart und seit sechs Jahren Gemeinderat.

Ihre größte Stärke?
Meine Ruhe und Gelassenheit und das Miteinander. Ich suche immer erst die Kommunikation.
Ihre größte Schwäche?
Meine Nachgiebigkeit. Ich bin immer kompromissbereit und hilfsbereit, auch wenn es zu meinem Nachteil sein sollte.

Wie kamen Sie zur Politik?
Gisbert Stöbert hat mich bei seinem Ausscheiden überredet, für den Gemeinderat zu kandidieren. Obwohl ich wenig Zeit hatte, habe ich mich breitschlagen lassen für zwölf Gemeinderatssitzungen im Jahr. Damit ist es aber nicht getan. Die Zeit nehme ich mir, um mich weiter einzubringen.
Was ist an Ramsthal Besonderes?
Der Ort ist einzigartig. Da ist erst mal die Natur und die Landschaft. Die sollten wir unbedingt erhalten. Dazu die Vielfalt der Vereine, die das Ganze leider im Moment ein bisschen auf die leichte Schulter nehmen. Momentan fällt es ein bisschen schwer, Jugendliche einzubinden und dazu zu ermuntern, Verantwortung zu übernehmen. Ich habe schon vor Jahren dafür plädiert, aktiv zu werden. Viele Jüngere müssen halt inzwischen zum Arbeiten nach auswärts.
Welches ist Ihr liebster Fleck in der Gemeinde?
Meine Weinberge. Dort kann man auch entspannen und nachdenken. Dann noch mein Zuhause. Auch hier fühle ich mich wohl.

Was werden Sie als Erstes anpacken?
Wir müssen ein Auge auf die Kläranlage werfen. Optimal wäre mit Sulzthal und Euerdorf/Wirmsthal zusammen. Offen ist, ob wir Nachbargemeinden für sich oder in einem Anschluss nach Hammelburg oder Bad Kissingen. Das ist noch offen. Nur durch Kommunikation kann man etwas erreichen. Die Kläranlage verliert bald ihre Zulassung. Da muss eine gemeinsame Lösung gefunden werden.

Die drei wichtigsten Probleme?
Als Erstes der Jugendschwund. Das müssen wir analysieren. So viele Einwohner haben wir nicht. Vielleicht müssen wir Anreize für junge Leute schaffen, im Dorf zu bleiben, oder dass welche zukommen. Eventuell Bauplätze günstiger anbieten oder die Formalitäten erleichtern. Wir müssen unsere Jugendlichen stärker mit ins Boot nehmen. Die Finanzen sollen stabil bleiben. Ob wir das mit den Vorhaben, die auf die Gemeinde zukommen, erreichen, ist offen.

Was wollen Sie konkret für die Jugend anbieten?
Wir müssen Gespräche führen. Es kommt mir fast ein bisschen so vor, als ob die Jugendlichen ein bisschen alleine gelassen werden. Wir müssen ihnen das Vereinsleben schmackhaft machen. Fußball spielen alleine ist ein bisschen wenig. Da gehören auch die Vereinspflege, die Tradition und die Hintergründe dazu, wie so etwas entstanden ist. Man muss wissen, wieso wir so eine Vielfalt haben.

Was tun Sie für die Senioren?
Die Mobilität ist ein großes Problem. Das Rote Kreuz bietet ja Fahrdienste an. Aber vielleicht gelingt es uns in der Gemeinde, eins, zwei, drei Personen zu finden, die Senioren kurzfristig fahren können. Etwa zum Arzt oder Einkaufen, wenn die Verwandtschaft nicht da ist. Man könnte prüfen, ob man das finanziell unterstützt und die Helfer ihre Zeiten und Wege aufschreiben. Da geht sicher was.

Was sagen Sie zu einer Großgemeinde?
Sie wird kommen. Aber wir sollten sie so lange wie möglich hinauszögern. Die kommende Hauptberuflichkeit meiner künftigen Vielleicht-Kollegin Patricia Schießer in Euerdorf ist der erste Schritt. Die sind weiter als Ramsthal und Sulzthal. Aber da brauchen wir uns nichts vormachen. Ramsthal und Sulzthal brauchen keinen hauptamtlichen Bürgermeister. Auf Dauer wird es mit den Verwaltungsgemeinschaften alleine nicht hinhauen, da alles mehrfach vorhanden ist. Das wird sich in der nächsten Zeit herauskristallisieren.

Jetzt können Sie selbst noch etwas ansprechen.
Es ist wunderbar, dass die Medien auf einen zukommen. Kommunikation ist wichtig, Informationen auch. Ich will keinen Wahlkampf, auch wenn es im Moment in Ramsthal ein bisschen dorthin tendiert. Ich möchte Wahlen. Friedlich. Es nutzt nichts, wenn man vor der Wahl kämpft und danach entmutigt ist. Wir müssen ja weiterhin zusammenarbeiten.

Die Fragen stellte Wolfgang Dünnebier.

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