BAD KISSINGEN

Bundesnetzagentur meint: SuedLink kommt

Peter Franke (Mitte) von der Bundesnetzagentur bei der Demo gegen SuedLink: „Wir nehmen alle Sorgen ernst.“
Peter Franke (Mitte) von der Bundesnetzagentur bei der Demo gegen SuedLink: „Wir nehmen alle Sorgen ernst.“ Foto: Ruppert

Rund 100 Gegner der SuedLink-Trasse zeigten am Dienstag Flagge vor dem Bad Kissinger Landratsamt. „Gott mit uns, dem Frankenvolke, gib uns Kraft und mach uns Mut, TenneT und den Bau zu stoppen, der uns allen nicht wohl tut“, sangen sie im Chor zur Melodie der Bayernhymne. Demonstrant Norbert Knote hatte gar einen der geplanten 70-Meter-Strommasten klein nachgebaut. „Ich wohne am Ortsrand von Elfershausen und hätte das direkt vor der Haustür“, befürchtet der 55-Jährige. Für ihn wäre bereits eine Erdverkabelung ein Erfolg: „Dann wäre wenigstens die Strahlung geringer.“

Norbert Knote und die anderen besorgten Bürger aus Gemeinden entlang des geplanten Trassenkorridors waren vor allem wegen eines Mannes gekommen: Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Der ging durchaus auf die Menschen zu, sprach kurz vor dem Termin im Landratsamt und nahm eine Resolution der Schondraer Bürgerinitiative entgegen. „Wir nehmen alle Sorgen ernst“, lautete Frankes Botschaft während der Demo. Gleichzeitig verwies er jedoch darauf, dass es bislang nur um einen informellen Austausch gehe: „Noch haben wir keinen Antrag auf Bundesfachplanung, aber wir rechnen heuer damit.“

Am Bedarf für die Gleichstrom-Trasse Wilster-Grafenrheinfeld ließ Franke in einem Pressegespräch keinen Zweifel: „SuedLink kommt mit ziemlicher Sicherheit, es war in allen Szenarien bisher immer erforderlich.“ Die Planung des Trassenkorridors ist für die Bundesnetzagentur eines der ersten großen Projekte im Rahmen der neuen Bundesfachplanung. Die Prüfungen darin seien deutlich breiter angelegt als bei einer Raumordnung, es werde auch die „Vereinbarkeit mit privaten Belangen“ geprüft.

Klage gegen Verfahren erwartet

Die Regierung von Unterfranken, sonst für Raumordnungsverfahren zuständig, solle nicht ausgehebelt, sondern einbezogen werden. Auch die Besuche in den Regionen entlang der geplanten SuedLink-Trasse diene dem Aufbau von Kontakten mit Behörden und Gemeinden. „Wir wollen deutlich machen, dass sich mit diesem großen Verwaltungsverfahren auch Gesichter verbinden.“

Erwartet er, dass die Bundesfachplanung zu SuedLink ohne Klage durchgeht? „Nein“, antwortet der Vizepräsident der Bundesnetzagentur spontan: „Wir richten uns darauf ein, dass das am Ende beim Bundesverwaltungsgericht landet.“

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